König Charles III. reist am Montag in die USA – als Brückenbauer zwischen zwei Verbündeten, deren Verhältnis angespannt ist. Doch ausgerechnet jetzt sorgt ein durchgesickertes Pentagon-Memo für Zündstoff.
Heikler StaatsbesuchTrump-Plan sickert durch: Wird er König Charles beleidigen?

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US-Präsident Donald Trump neben König Charles III. (hier im September 2025 bei seinem Staatsbesuch in London).
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König Charles III. und Königin Camilla landen am Montag (25. April) in Washington D.C. – der Besuch soll die angeschlagene Beziehung zwischen Großbritannien und den USA kitten. Trump selbst zeigte sich noch auf entsprechende Nachfragen ausgesprochen warmherzig.
Auf die Frage der BBC, ob der Besuch die schwächelnde „besondere Beziehung“ reparieren könne, nahm Trump Bezug auf den König: „Absolut. Er ist fantastisch. Er ist ein fantastischer Mann. Absolut, die Antwort ist ja.“ Und weiter: „Ich kenne ihn gut, ich kenne ihn seit Jahren. Er ist ein mutiger Mann und ein großartiger Mann. Das wäre absolut positiv.“ Umso überraschender, was parallel dazu aus dem Pentagon durchsickerte.
Trump-Regierung könnte über Falklandinseln nachdenken
„Reuters“ berichtete über ein internes Pentagon-Memo, demzufolge die Trump-Regierung ihre Haltung zur britischen Souveränität über die Falklandinseln überdenken könnte. Die Falklandinseln sind ein selbstverwaltetes britisches Überseegebiet im Südatlantik, dessen Staatsoberhaupt König Charles ist.
Das Memo gilt als Reaktion auf die Weigerung von Premierminister Keir Starmer, sich an Trumps Iran-Krieg zu beteiligen. Starmer hatte Anfang des Monats erklärt, Großbritannien werde sich nicht an der Durchsetzung der US-Blockade der Straße von Hormus beteiligen. Seit Kriegsbeginn hat er sich wiederholt geweigert, mitzumachen.
Memo schlägt in Großbritannien hohe Wellen
Der Sprecher des britischen Premierministers reagierte auf das durchgesickerte Memo mit einer klaren Ansage: „Wir könnten nicht deutlicher sein in Bezug auf die britische Position zu den Falklandinseln. Sie ist langjährig. Sie ist unverändert. Die Souveränität liegt beim Vereinigten Königreich, und das Recht der Inselbewohner auf Selbstbestimmung ist vorrangig. Das war unsere beständige Position und wird es bleiben.“ Die Bewohner der Inseln, fügte der Sprecher hinzu, „haben mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt, ein britisches Überseegebiet zu bleiben, und wir haben immer hinter dem Recht auf Selbstbestimmung gestanden.“
Kommt es zum Eklat, wenn das britische Königspaar in den USA landet? Das durchgesickerte Memo jedenfalls schlug in Großbritannien bereits hohe Wellen. Sir Ed Davey, der Vorsitzende der britischen Liberaldemokraten, forderte sogar die Absage des Staatsbesuchs von König Charles in den USA.
„Jeder Versuch des Präsidenten, unsere Souveränität über die Falklandinseln in Frage zu stellen, sollte mit entschiedener Verurteilung beantwortet werden“, sagte er. Er bezeichnete Trump als einen „unzuverlässigen, schädlichen Präsidenten“, der nicht aufhören könne, „unser Land zu beleidigen“. (mg)
