Höhere Kosten für Solar-Besitzer! Aber es gibt eine Ausnahme.
Solar-Besitzer zahlen draufWer eine PV-Anlage hat, soll künftig einen höheren Grundpreis zahlen

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Haushalte mit PV-Anlagen sollen sich künftig stärker an der Netzfinanzierung beteiligen. (Symbolbild)
Hammer-Nachricht für Solar-Besitzer! Wer Strom auf dem eigenen Dach erzeugt, muss sich auf höhere Kosten einstellen. Die Bundesnetzagentur plant eine Reform, die viele Hausbesitzer treffen wird. Aber es gibt eine entscheidende Ausnahme.
Die Behörde aus Bonn hat vor, dass Haushalte mit eigener Stromproduktion künftig eine höhere Grundgebühr für die Netznutzung zahlen. Diese Änderung der sogenannten Netzentgeltsystematik Strom soll ab 2029 gelten. Die Mehrkosten sollen laut Agentur aber unter 100 Euro pro Jahr bleiben.
Diese Neuregelung betrifft vor allem Eigentümer von Photovoltaik-Anlagen. Aufatmen können aber alle, die nur ein Balkonkraftwerk, auch Steckersolaranlage genannt, nutzen: Sie sind von dem erhöhten Grundpreis ausgenommen.
„Prosumer“ sollen stärker zur Kasse gebeten werden
Hintergrund der Maßnahme: Die sogenannten Prosumenten sollen sich intensiver an der Finanzierung der Netze beteiligen. Der Ausdruck „Prosument“ ist ein Mix aus „Produzent“ und „Konsument“ und beschreibt Personen, die Strom nicht nur nutzen, sondern auch selbst herstellen.
Die Bundesnetzagentur bewertet diesen Schritt als „sachgerecht, da sie sich auf eine jederzeitige Versorgung aus dem Netz verlassen können“. Genauere Details zu den Absichten hat die Behörde bisher aber noch nicht veröffentlicht.
Was bedeutet das für die meisten Haushalte?
Für die etwa 40 Millionen Haushaltskunden, die keinen Strom selbst produzieren, wird sich systematisch wenig ändern, unterstreicht die Behörde. „Ihr Netzentgelt besteht weiterhin aus einem Grundpreis in Euro pro Jahr und einem Arbeitspreis in Cent je Kilowattstunde“, heißt es dazu. Neu ist jedoch, dass es zukünftig verbindliche Regeln für die Grundpreise geben soll.
Behördenpräsident Klaus Müller umriss die Absichten der Reform so: „Kosten da veranschlagen, wo sie entstehen. Knappe Kapazitäten mit einem Preis versehen. Engpassmanagementkosten vermeiden. Flexibilität unterstützen und den Netzausbau dämpfen.“
Stromnetz kostet Deutschland 37 Milliarden Euro pro Jahr
Die Gebühren für das Netz sind ein großer Posten auf der Stromrechnung und machen gut ein Drittel des Gesamtpreises aus. Mit diesen Einnahmen werden der Betrieb, die Wartung und der Ausbau der Stromleitungen finanziert. Laut Netzagentur fließen dafür jährlich gewaltige 37 Milliarden Euro. Vier große Übertragungsnetzbetreiber und rund 860 weitere Verteilnetzbetreiber kümmern sich um das deutsche Netz.
In der Branche ist die Reform unter dem Spitznamen „Agnes“ bekannt, was für „Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom“ steht. Bis zum Sommer will die Bundesnetzagentur einen ersten Entwurf präsentieren. Die finale Version soll dann Ende 2026 beschlossen werden, also zwei Jahre, bevor die neuen Vorschriften gültig werden. (dpa/red)
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