Trump blockt ab, die Moderatoren lenken ein – und Jim Acosta platzt der Kragen: Der Ex-CNN-Moderator erhebt nach Sonntagsinterviews mit dem Präsidenten schwere Vorwürfe gegen die US-Sender.
„Ich habe dir das davor gesagt“Trump lässt im NBC-Interview plötzlich die Maske fallen

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US-Präsident Donald Trump im Gespräch mit Kristen Welker für „Meet the Press“ (NBC): Ex-CNN-Moderator Jim Acosta wirft dem Sender vor, sich Trumps Bedingungen zu unterwerfen. (Archivbild)
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Zwei sonntägliche TV-Interviews mit dem US-Präsidenten Donald Trump – und am Ende die gleiche Frage: Wer führt hier eigentlich mit wem das Gespräch?
Ex-CNN-Moderator Jim Acosta übt in einer Analyse auf seinem Substack – einem Abonnement-Dienst für Autoren – scharfe Kritik an den Trump-Interviews, die zuletzt ausgestrahlt wurden.
Moment, als Trump das Interview abwürgte
Sein Vorwurf: NBC-Moderatorin Kristen Welker („Meet the Press“) und CNN-Moderator Jake Tapper hätten sich von Donald Trump den Takt vorgeben lassen – und damit genau das geliefert, was der Präsident will: Kontrolle über die Inhalte statt Konfrontation.
Auslöser für Acostas Kritik ist eine Szene aus einem NBC-Interview: Kristen Welker hat das Gespräch mit Trump geführt, um über den plötzlichen Tod von Senator Lindsey Graham zu sprechen. Innerhalb des Interviews kam sie dann auf die Straße von Hormus zu sprechen – und konfrontierte Trump mit dem Widerspruch, dass die US-Regierung behauptete, die Meerenge sei geöffnet, während iranische Stellen sie für geschlossen erklärten.
Doch Trump blockte ab. Mit einem durchaus verräterischen Satz.
Hier das Interview ansehen:
„Ich will darüber nicht reden, weil ich das Leben von Lindsey Graham würdigen möchte“, sagte Trump. Und setzte nach: „Deshalb will ich darüber nicht reden. Ich habe dir das vor dem Anruf schon gesagt!“
Welker reagierte nur mit einem kurzen „Ja“ – und hakte nicht weiter nach. Trump erklärte daraufhin, dass die Straße von Hormus offen sei und man den Iran gnadenlos bombardiert habe. Welker lenkte das Gespräch anschließend wieder zurück auf Graham. Genau das sieht Acosta als zentrales Problem. Für ihn sei die Szene ein Alarmsignal. Sie zeige, dass es ein Vorgespräch zwischen Trump und der Moderatorin gegeben haben muss, bei dem Trump ihr seine Bedingungen diktierte. Trump habe dann während des Interviews die „Maske fallen“ lassen.
Acosta meint: Der Sender habe sich am Ende Trumps Forderungen gebeugt. Ähnliches sei zuvor bei CNN passiert. „Es ist nicht überraschend, aber dennoch schockierend.“ Selbst wenn diese Bedingungen nicht ausdrücklich vereinbart wurden, hätten sich die Moderatoren faktisch daran gehalten. Trump habe sie umgehend wieder „auf Linie“ gebracht, sobald er unzufrieden mit dem Verlauf des Gesprächs war.
Die Botschaft: Sobald Trump abblockt, haken die Journalisten nicht weiter kritisch nach, sondern geben nach.
Acosta: Trump hat die Sender „wieder auf Linie gebracht“
Laut Acosta sei das so ähnlich auch bei dem ehemaligen CNN-Kollegen Jake Tapper gelaufen. „Der Iran hat die Straße von Hormus für geschlossen erklärt. Stimmt das, Herr Präsident?“, hatte Tapper gefragt. Trump: „Für uns ist sie offen. Sprechen Sie nicht darüber. Sprechen Sie über das, wofür Sie mich gebeten haben.“ Tapper sagte daraufhin nur kurz „Okay“ und ging nicht weiter darauf ein. Mehrere US-Medien hatten die Szene kritisiert.
Auch Tapper habe Trump die Richtung diktieren lassen, ohne ausreichend dagegenzuhalten, meint Acosta. Tapper habe Trump erlaubt, die Richtung des Interviews vorzugeben, ohne ihm dabei wirklich Paroli zu bieten.
Acosta sieht in beiden Interviews ein verheerendes Muster: Trump nutze Medienauftritte, um eigene Themen zu setzen und Kritik abzuräumen, aber auch um die Gesprächspartner zu disziplinieren. Und die Moderatoren, die als Journalisten eigentlich unabhängig sein sollten, ließen sich vor seinen Karren spannen: Wenn sie sich dem US-Präsidenten beugen, sobald es kritisch wird, entstünde das Bild, dass nicht der Sender entscheidet, was gesendet wird, sondern der Präsident.
Zahlreiche Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, wie die US-Regierung versucht, die Berichterstattung zu kontrollieren oder kritische Journalisten unter Druck zu setzen. Mit Beginn seiner zweiten Präsidentschaft hat Trump seine Angriffe auf die Presse massiv ausgeweitet. (mg)
