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Krieg treibt die PreiseUmfrage zeigt: Zwei Drittel der Deutschen müssen jetzt sparen

Strom

Copyright: Bernd Weißbrod/dpa

Viele Menschen achten stärker auf ihren Stromverbrauch.

Energiekrise: Viele sparen, doch jeder Vierte tut nichts

Die explodierenden Energiekosten machen den Leuten in Deutschland schwer zu schaffen und zwingen viele zum Umdenken. Das Vergleichsportal Verivox hat eine Umfrage in Auftrag gegeben, und die Ergebnisse sind dramatisch: Satte zwei Drittel (67 Prozent) der Teilnehmer gaben an, wegen der Preis-Explosion ganz bewusst den Hahn zuzudrehen. Als Grund für die Teuer-Welle wird der Konflikt im Iran genannt.

Gespart wird vor allem bei der Wärme. Ganze 55 Prozent drehen die Heizung runter, um die Geldbörse zu schonen. Direkt dahinter kommt der Strom, bei dem 52 Prozent genauer hinschauen. Ein simpler, aber wirksamer Kniff: 56 Prozent ziehen bei Elektrogeräten konsequent den Stecker, statt sie im Stand-by-Modus zu lassen.

Auto bleibt stehen, Fahrrad wird rausgeholt

Auch an der Zapfsäule macht sich die Krise bemerkbar. Fast die Hälfte (48 Prozent) lässt den Wagen wegen der teuren Spritpreise öfter mal stehen. Dafür wird das Fahrrad entstaubt: 29 Prozent gaben an, vermehrt in die Pedale zu treten. Und für 24 Prozent sind Bus und Bahn jetzt die bessere Wahl.

Doch es gibt auch die andere Seite der Medaille. Überraschend: Mehr als jeder Vierte spart laut eigener Aussage überhaupt nicht. Für sie läuft alles weiter wie bisher.

„Kein Bock auf Änderung“: Warum viele Deutsche nicht sparen

Wie kann das sein? Der Hauptgrund, den 52 Prozent dieser Gruppe angaben: Sie hätten schon immer sparsam gelebt und wüssten nicht, wo sie noch mehr sparen könnten. Besonders Menschen im Alter von 70 bis 79 Jahren sehen das so. Andere sind da ehrlicher: 22 Prozent sagen freiheraus, dass sie sich die hohen Kosten leisten können. Und 18 Prozent haben schlicht keine Lust, ihre Gewohnheiten zu ändern.

Und was ist mit der großen Energiewende im eigenen Heim? Beim Abschied von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas herrscht große Skepsis. Die Umfrage zeigt: Nur 23 Prozent sind schon aktiv geworden und weitere 38 Prozent schmieden zumindest Pläne. Aber satte 40 Prozent haben bisher noch gar nichts in die Wege geleitet.

Energiewende im eigenen Zuhause? Deutsche zögern bei großen Investitionen

Diejenigen, die schon handeln, fangen meist klein an. 68 Prozent dieser Gruppe setzen auf die Kraft der Sonne, etwa mit einem kleinen Balkonkraftwerk. 48 Prozent versuchen, gezielt Energie zu sparen. Richtig teure Brocken wie eine neue Dämmung, eine moderne Heizung oder gar ein E-Auto sind für die meisten aber noch kein Thema.

Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, bringt die Ergebnisse auf den Punkt: „Die gestiegenen Kosten infolge des Iran-Kriegs führen bei einer großen Mehrheit der Menschen in Deutschland zum sparsameren Umgang mit Energie“. Laut dem Experten überwiegen kurzfristige Sparmaßnahmen ganz klar. Die fundamentale Abkehr von fossilen Energieträgern sei für viele hingegen eine wesentlich größere Hürde.

Die Daten stammen von Innofact, einem Institut für Marktforschung. Online wurden im April 2026 insgesamt 1.013 Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren befragt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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