Studie: Jeder Zweite teilt Fake News trotz Zweifeln.
Jeder Zweite tappt reinNeue Studie zu Fake News: Viele teilen Inhalte trotz Zweifeln

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Falschinformationen sind für die große Mehrheit der Menschen in Deutschland zu einem alltäglichen Phänomen geworden. (Archivbild)
Falsche Infos sind für die allermeisten Menschen in Deutschland ein tägliches Ärgernis geworden. Eine neue, repräsentative Untersuchung des Digitalverbands Bitkom belegt jetzt: Neun von zehn Personen (91 Prozent) treffen im Netz auf gezielt gestreute Unwahrheiten oder irreführende Darstellungen.
Was aber wirklich aufhorchen lässt, ist das eigene Handeln vieler User: Jeder zweite Befragte (51 Prozent) hat schon mal einen Inhalt geteilt, obwohl er am Wahrheitsgehalt gezweifelt hat. Ein echter „Wie bitte?!“-Moment, der verdeutlicht, wie rasant man selbst zum Teil des Problems werden kann.
Zwei Drittel können Fake News kaum einschätzen
„Desinformationen verzerren den öffentlichen Diskurs, beschädigen unsere Demokratie und verunsichern viele Menschen zutiefst“, erklärte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder bei der Vorstellung der Untersuchung. Die Krux an der Sache: Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Teilnehmer finden es schwierig zu bewerten, ob eine Nachricht im Internet überhaupt glaubwürdig ist.
Am häufigsten stoßen die Leute auf Falschmeldungen bei Themen mit großer politischer Bedeutung: 74 Prozent gaben die US-Politik an, danach folgen Kriege und internationale Auseinandersetzungen (63 Prozent) sowie alles rund um Wirtschaft und Preise (58 Prozent). Das betrifft aber nicht nur die große Politik, sondern auch den Alltag – zum Beispiel, wenn in Chat-Gruppen plötzlich Panik mit falschen Warnungen vor Gefahren für Kinder und Schulen gemacht wird.
Die neue Gefahr der Deepfakes
Eine komplett neue Ebene der Irreführung wird durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz möglich. Veränderte Bilder, Videos oder Stimmen – die sogenannten Deepfakes – sind mittlerweile 75 Prozent der Bundesbürger ein Begriff. 61 Prozent sagen sogar, sie seien solchen Fälschungen schon begegnet.
Obwohl 89 Prozent der Bevölkerung diese Technik als riskant ansehen, ist nur etwa ein Drittel (34 Prozent) zuversichtlich, Deepfakes auch zuverlässig als solche zu identifizieren. Eine gewaltige Bedrohung für die persönliche Sicherheit und das allgemeine Vertrauen.
Social Media als Einfallstor für Lügen
Der ideale Nährboden für solche Desinformations-Aktionen sind die sozialen Netzwerke. 89 Prozent der deutschen Internet-User sind auf Plattformen wie dem Spitzenreiter Facebook (74 Prozent), Instagram (59 Prozent) oder TikTok (30 Prozent) unterwegs. Für sehr viele sind diese Dienste nicht mehr wegzudenken: 64 Prozent können sich ein Dasein ohne Social Media gar nicht mehr vorstellen.
Dabei verändert sich die Aufgabe der Netzwerke immer mehr. Insbesondere für die Generation unter 30 Jahren sind Plattformen und Messenger zur Hauptquelle für Nachrichten geworden: Beinahe die Hälfte (47 Prozent) dieser Altersklasse hat in den sozialen Medien den ersten Kontakt mit aktuellen Meldungen.
Die enorme Herausforderung für die Nutzerinnen und Nutzer ist der unübersichtliche Feed: Dort erscheinen etablierte Nachrichtenmedien auf Augenhöhe mit Beiträgen von Freunden, Influencern oder Unternehmens-PR oder alternativen Blogs. Jeder zweite User (50 Prozent) gesteht, dass häufig unklar bleibt, wer der tatsächliche Urheber einer Information ist. (dpa/red)
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