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„Reicht aber nicht aus“Luftfahrtbranche fordert trotz Steuersenkung weitere Entlastungen

Flugzeug

Copyright: Christoph Schmidt/dpa/dpa-tmn

Für Flüge aus Deutschland soll von Juli an eine niedrigere Ticketsteuer gelten. (Archivbild)

Ticketsteuer sinkt, doch keiner jubelt: Zoff ums Fliegen

Freut ihr euch auf den Urlaub? Fliegen soll günstiger werden, weil die Ticketsteuer fällt. Aber die Freude ist getrübt: Die Luftfahrt-Industrie ist wütend und Umweltschützer laufen Sturm.

Ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag wird jetzt eingelöst: CDU, CSU und SPD wollen die Ticketsteuer senken. Bereits am Donnerstag steht die Entscheidung im Bundestag an, danach ist der Bundesrat am Zug. Ab Juli könnten Flüge von deutschen Flughäfen dann mit einer geringeren Abgabe belegt werden.

Was heißt das konkret für den Geldbeutel? Die Steuer für Flüge im Inland und innerhalb Europas wird von 15,53 Euro auf 13,03 Euro reduziert. Für mittlere Distanzen (zwischen 2.500 und 6.000 Kilometer) geht die Gebühr von 39,34 Euro runter auf 33,01 Euro. Wer auf Langstrecke über 6.000 Kilometer unterwegs ist, zahlt zukünftig 59,43 Euro anstatt der bisherigen 70,83 Euro.

Kaum Jubel bei Airlines: „Ein notwendiger erster Schritt“

Doch von Feierlaune ist in der Luftfahrtindustrie keine Spur. Ganz im Gegenteil. In einer offiziellen Stellungnahme macht der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) klar, dass die Freude verhalten ist: „Die aktuelle Absenkung der Luftverkehrsteuer ist ein notwendiger erster Schritt, reicht aber nicht aus, um die Wettbewerbsnachteile bei den staatlich induzierten Kosten gegenüber anderen europäischen Ländern auszugleichen“.

Unterstützung für diese kritische Haltung kommt vom Flughafenverband ADV. Die Senkung sei „bei weitem nicht aus“ und setze kein ausreichendes Zeichen. Als Beleg dafür wird der Rückzug von Ryanair-Angeboten am Berliner Flughafen angeführt. Die Industrie verlangt zusätzliche Erleichterungen, zum Beispiel bei den kostspieligen Gebühren für die Flugsicherung.

Umwelt-Kritik: „Das völlig falsche Signal“

Eine komplett gegensätzliche Meinung vertritt der Verkehrsclub Deutschland (VCD). Der Club übt scharfe Kritik an der geplanten Reduzierung der Steuer. Mit Blick auf die Energiekrise durch den Iran-Krieg und die Aufgaben beim Klimaschutz sende die Regierung hier das „völlig falsche Signal“.

Laut der Stellungnahme des VCD führen die Subventionen für die Luftfahrt zu „erheblichen Wettbewerbsverzerrungen“. Leidtragender sei vor allem die „wesentlich umweltverträglichere Schiene“.

Offen bleibt außerdem, ob die Fluglinien die Einsparungen wirklich an die Passagiere weiterreichen. Das Finanzministerium hat zwar unterstrichen, wie wichtig das wäre, doch ein Zwangsmittel hat die Regierung nicht. Ohnehin sorgt der wegen des Iran-Kriegs erhöhte Ölpreis derzeit für steigende Ausgaben bei den Airlines. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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