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Rassismus-Skandal in der BahnFassungslosigkeit über Zugbegleiterin – „Die Leute wollen nach Hause“

eine Person steigt in eine Bahn ein.

Copyright: Carsten Koall/dpa

In einer Regionalbahn in Brandenburg (Archivfoto) sollen zwei Frauen Anfang Mai Opfer eines rassistischen Vorfalls geworden sein. 

Rassistischer Spruch im Abteil, aber die Zugbegleiterin soll es ignoriert haben.

Unglaubliche Vorkommnisse in einer Regionalbahn in Brandenburg:  Zwei Frauen, die ein Kopftuch trugen, sollen Berichten zufolge Anfang Mai von einem Mann auf schlimmste Weise rassistisch angegangen worden sein. Die Schriftstellerin Jana Heinicke, die das Geschehen beobachtete, filmte alles mit ihrem Smartphone. Auf ihrer Aufnahme stellt sie die Bahn-Mitarbeiterin wegen der schockierenden Äußerung des Passagiers zur Rede: „Er hat gesagt, die Frauen sollen nach Auschwitz“.

Die Zugbegleiterin soll jedoch beschwichtigt haben, anstatt einzuschreiten und den Passagier des Zuges zu verweisen oder die Behörden zu informieren. Ihre Rechtfertigung sorgte für einen Sturm der Entrüstung: Eine Alarmierung der Polizei hätte zur Folge, dass die Bahn eine Stunde Verspätung hätte. Zudem meinte sie: „Die Leute wollen sicherlich alle nach Hause“. Das berichtet „t-online“.

Sturm der Entrüstung im Internet

Den Zwischenfall publizierte Jana Heinicke auf Instagram mit den Worten: „Ich bin nicht erstaunt. Aber schockiert. Dass wir wirklich an dem Punkt sind, an dem sich eine Schaffnerin in einem vollen Zug, ohne mit der Wimper zu zucken, mit Nazis solidarisiert.“ Innerhalb kurzer Zeit verbreitete sich der Clip rasant und erhielt mehr als 175.000 Likes.

Unzählige User äußerten ihre Fassungslosigkeit. Ein User konfrontierte die Deutsche Bahn direkt mit der Frage: „Ist das euer Ernst?“. Ein weiterer kommentierte: „Ich sitze seit 10 Minuten vor diesem Reel und bin einfach nur fassungslos.“

Daraufhin meldete sich die Bahn zu Wort. Ein Unternehmenssprecher erklärte, man sei mit Heinicke persönlich in Verbindung getreten und habe ihr „ausdrücklich dafür“ gedankt, „dass sie in diesem Moment Zivilcourage gezeigt hat.“ Derzeit werde der Zwischenfall intern untersucht, wobei das Benehmen der Mitarbeiterin im Mittelpunkt stehe.

Weil die Bahn-Mitarbeiterin untätig blieb, alarmierte Heinicke am Ende eigenhändig die Polizei. Am Bahnhof der Stadt mit 31.000 Einwohnern wurde der verdächtige Mann aus der Bahn eskortiert, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion Neuruppin bestätigte. Es handelt sich bei dem Beschuldigten um einen 72 Jahre alten Mann aus Neuruppin. Seine Identität wurde festgestellt; ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts der Volksverhetzung ist nun anhängig.

Sowohl die Bahn-Mitarbeiterin als auch die Begleitperson des Mannes haben den Status von Zeugen. Die zwei involvierten Frauen waren schon vor dem Stopp in Neuruppin aus dem Zug gestiegen, der in Berlin gestartet war. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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