Für viele ist der Traum vom eigenen Betrieb geplatzt. Das deutsche Handwerk erlebt eine Insolvenzwelle historischen Ausmaßes. Eine gefährliche Mischung aus explodierenden Preisen und zögerlichen Kunden zwingt Tausende in die Knie.
Handwerks-Beben in DeutschlandPleitewelle so schlimm wie seit Ewigkeiten nicht mehr

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Die Zahl der Handwerks-Insolvenzen stieg laut Creditreform besonders deutlich im Kfz-Gewerbe.
Die Zahlen sind ein echter Hammer: Im vergangenen Jahr meldeten so viele Handwerksbetriebe Insolvenz an wie seit über einer Dekade nicht. Wie die Wirtschaftsauskunftei Creditreform laut dpa-Meldungen mitteilte, kletterte die Zahl der Pleiten 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 Prozent auf 4.950.
Man muss in den Büchern weit zurückblättern, um eine schlimmere Lage zu finden. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks bestätigt: Nur im Jahr 2014 lag die Zahl der Firmenpleiten mit ungefähr 5.000 noch darüber. Das trifft unzählige Familienbetriebe, auch bei uns in der Region, bis ins Mark.
Kosten-Hammer trifft Handwerker mit voller Wucht
Patrik-Ludwig Hantzsch, der die Wirtschaftsforschung bei Creditreform leitet, fasst die dramatische Situation zusammen: „Energie, Material, Löhne – die Kosten laufen davon. Ohne ausreichende Reserven geraten viele Betriebe schnell in existenzielle Schieflage.“
Der Bericht von Creditreform zeigt klar, wen es am härtesten trifft: die vielen kleinen und mittleren Unternehmen. Diese haben oft kaum Geld auf der hohen Kante, um die enormen Preisanstiege der vergangenen Jahre auszugleichen.
Doch nicht nur die Kosten sind das Problem. Weil die Leute ihr Geld zusammenhalten und auch am Bau Flaute herrscht, brechen die Aufträge weg. Das Ergebnis ist ein Teufelskreis: Weniger Umsatz, kaum noch Gewinn und die Gefahr einer Pleite wächst von Tag zu Tag.
Gibt es einen Lichtblick für 2026?
Trotz der düsteren Lage gibt es einen zarten Hoffnungsschimmer. Laut der Creditreform-Analyse blickt das Handwerk vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2026. Immerhin 27,0 Prozent der Firmen rechnen wieder mit mehr Umsatz (2024: 24,3 Prozent). Gleichzeitig erwarten nur noch 18,4 Prozent sinkende Einnahmen (2024: 22,8 Prozent). Vor allem in der Baubranche und im Ausbaugewerbe keimt wieder etwas Zuversicht auf. (red)
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