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Gerüchte über KanzlertauschKönnte Wüst bald wirklich Merz ablösen?

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (l.) neben Kanzler Friedrich Merz (CDU) 2024 in Köln.

Copyright: IMAGO/Political-Moments

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (l.) neben Kanzler Friedrich Merz (CDU) 2024 in Köln.

Die Berichte über einen möglichen Kanzlertausch machen die Runde. Was steckt dahinter?

Die Luft für Friedrich Merz wird dünner. Jetzt wird in der CDU offen über seinen Nachfolger geredet: NRW-Regierungschef Hendrik Wüst. Ein Routine-Termin in Köln wird zu einer politischen Bühne.

Eigentlich ging es um Raketen und Sterne. Beim „Industrietag Raumfahrt“ im Kölner ESA-Zentrum. Doch als NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst ans Mikro trat, explodierte eine ganz andere Bombe. Die Journalisten wollten nur eins wissen: Was ist dran an der Schlagzeile der Bild-Zeitung vom selben Morgen: „Kommt ein Kanzler-Tausch“? Und der Frage: „Könnte Wüst die CDU retten?“

Dieser Artikel ist nur die Spitze des Eisbergs. Seit Tagen geistern Berichte durch die Medienlandschaft, die ein Ende der Ära Merz vorhersagen. Der NRW-Regierungschef soll ihn ersetzen. Es wird gemunkelt, dass höchste CDU-Kreise diesen Plan schon für gut befunden haben. Doch ob an diesen Gerüchten wirklich etwas dran ist, weiß niemand genau.

Eines ist aber sicher: Die Gerüchte sorgen für mächtig Wirbel. In den CDU-Parteizentralen in Berlin und Düsseldorf ist die Nervosität spürbar. Sind das alles nur Hirngespinste von Journalisten? Woher kommt dieser plötzliche Druck? Ist das ein gezielter Versuch, die Parteiführung unter Zugzwang zu setzen?

Wut im Kanzleramt: „Geschäft der AfD“

Und der Plan scheint aufzugehen. Am Mittwoch platzte dem Kanzleramt der Kragen. Die Gerüchte ernteten heftigen Widerspruch. Aus dem direkten Umfeld des Kanzlers kam eine klare Ansage: „Wer diese Spekulationen anstellt, betreibt das Geschäft der AfD und raubt der politischen Mitte die Autorität“, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Man nannte die Idee eines Wechsels „naiv“ und sprach von einer „gefährlichen Lust an der Zündelei“. Es sei bequemer, über Personen zu „quatschen“, anstatt sich mit wichtigen Themen wie der Einkommenssteuer oder der Pflegereform auseinanderzusetzen.

Wüst selbst? Der wiegelte die Spekulationen ab. Bei seinem Auftritt im Astronautenzentrum gab er sich ganz diplomatisch. Für NRW sei der Bund ein zentraler Partner, so der Ministerpräsident. Er lobte den Kanzler, dieser packe die anstehenden Reformen der Sozialsysteme mit „hohem Anspruch und hoher Tatkraft“ an. Wenig überraschend schob Wüst hinterher: „Bei seiner wichtigen Arbeit für Deutschland hat er meine volle Unterstützung“.

Wüst und Merz: Eine komplizierte Beziehung

Das Theater um Merz und Wüst ist kein neues Stück. Bereits 2024 galt der Anführer der schwarz-grünen Regierung in NRW als möglicher Mann für die Hauptstadt. Doch dann die Wende: Der NRW-Ministerpräsident sicherte Merz medienwirksam seine Unterstützung zu – aber erst sehr spät. Das kam beim Sauerländer gar nicht gut an. Wüst selbst hält sich zu seinen Kanzler-Ambitionen stets bedeckt. Gibt es in NRW politische Schwierigkeiten, zeigt er gerne mit dem Finger Richtung Berlin.

In Düsseldorf ist man sich hinter den Kulissen aber sicher: Der 50-Jährige fühlt sich bereit für das Kanzleramt, sobald der richtige Zeitpunkt da ist. Merz' Art, die früheren „jungen Wilden“ wie Anfänger zu behandeln, gehe vielen auf die Nerven. Aktuell hat Wüst aber keine Lust auf Berlin, heißt es aus der CDU-Fraktion im Landtag. Ein erfahrener Parlamentarier sagte unserer Zeitung: „Vor der Landtagswahl im nächsten Jahr wäre ein Wechsel nach Berlin Haraki“. Sein Interesse wäre wohl auch nach einem Sieg bei der Wahl nicht größer: „Er müsste dann ja mit der reformunfähigen SPD weiterregieren.“

Als „Reservekanzler“ im Gespräch zu sein, schadet dem eigenen Ansehen bestimmt nicht. Für viele ist Wüst der genaue Gegenentwurf zu Merz. „Der Hendrik kann auf die Leute zugehen und wirkt emphatisch“, verrät ein Mitglied aus dem CDU-Landesvorstand. Merz hingegen trete oft herablassend auf. Der 70-Jährige habe es nie verstanden, Menschen zu einen – und meine, er könne ein Land wie ein Konzernchef („CEO“) führen. „Das gefällt vielen in der Landespartei nicht. Aber das heißt nicht, dass jemand derzeit Interesse daran haben würde, ihn abzusägen.“

Wer steckt dahinter? Söder und Spahn im Visier

Aber wer streut diese Gerüchte? Wüsts Team gibt sich ahnungslos. In Düsseldorf rätselt man: Wer hat ein Interesse daran, den NRW-Ministerpräsidenten ins Rampenlicht zu zerren? „Am Ende schadet die Debatte ja nicht nur Merz, sondern auch dem Hendrik“, hört man aus der CDU-Fraktion. Denn eine alte politische Regel besagt: „Wer als erster für einen Posten ins Gespräch gebracht wird, bekommt ihn ganz sicher nicht.“

Folgt man dieser Logik, müssen andere mögliche Nachfolger von Merz die Gerüchte über dessen baldiges Ende gestreut haben. Ins Visier geraten die „üblichen Verdächtigen“: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der CDU-Bundestagsfraktionschef Jens Spahn. „Beide neigen ja zur Selbstüberschätzung“, meint ein CDU-Insider. Söder hatte sich schon bei der Merkel-Nachfolge ins Spiel gebracht. „Und Jens Spahn ist sich fälschlicherweise auch ganz sicher, dass die Leute ihn mögen“, stichelt ein anderer Parteistratege.

Es wird gemunkelt, dass Spahn als Fraktionsvorsitzender automatisch mehr Unterstützer als Wüst mobilisieren könnte, um einen Umsturz gegen Merz zu inszenieren. Er sieht sich ebenfalls als geeigneten Nachfolger – und würde den beliebteren Wüst nicht ohne Widerstand passieren lassen. Ein ehemaliges Mitglied der Landesregierung sagt mit einem Schmunzeln: „Wer der künftige Bundeskanzler wird, entscheidet sich im Kreisverband Borken“. In diesem Kreisverband haben Wüst und Spahn ihre politische Heimat.

Die Zahlen geben Wüst recht: Seine CDU in Nordrhein-Westfalen erzielt in Umfragen Werte zwischen 32 und 34 Prozent – trotz starker AfD. Davon kann die Bundes-Union nur träumen. Wüst selbst sagte bereits 2024, ein NRW-Ministerpräsident sei immer ein potenzieller Kanzlerkandidat. Man solle niemals nie sagen. Das aktuelle Insa-Ranking der beliebtesten Politiker sieht Wüst auf einem starken dritten Platz – ganze 17 Ränge vor Friedrich Merz. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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