Regierung will KI fördern, doch Geld ist nicht alles.
Ansage an ChinaMinisterin Reiche fordert in Peking fairen Wettbewerb

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Wirtschaftsministerin Reiche (l) traf Chinas Handelsminister Wang.
Potsdam – Riesen-Ankündigung auf dem Digital-Gipfel: Eine gewaltige „KI-Offensive“ für den deutschen Mittelstand wurde von Bundeskanzler Friedrich Merz verkündet. Die Bundesregierung beabsichtigt, mit einem milliardenschweren Unterstützungsprogramm kleineren und mittleren Firmen den Zugang zu Künstlicher Intelligenz zu ermöglichen und so die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu gewährleisten.
„Wir dürfen den Anschluss nicht verlieren“, so die eindringliche Warnung von Merz während seiner Auftaktrede im Potsdamer Hasso-Plattner-Institut. „Künstliche Intelligenz ist keine ferne Zukunftsmusik, sondern die Realität von heute. Der deutsche Mittelstand, das Rückgrat unserer Wirtschaft, muss bei dieser Revolution an vorderster Front mit dabei sein.“
Milliarden für den Mittelstand
Das Förderprogramm, das den Titel „KI-Zukunft Mittelstand“ trägt, wird in den kommenden fünf Jahren ein Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro umfassen. Vorgesehen sind einfache finanzielle Hilfen für die Einführung von KI-Anwendungen, der Aufbau von regionalen KI-Wissenszentren sowie die Bezuschussung von Schulungen für die Belegschaft.
Dorothee Bär erläuterte die Vorhaben genauer: „Wir wollen keine Gießkannenpolitik, sondern gezielte Hilfe. Ob es um die Optimierung von Produktionsprozessen, intelligente Kundenanalyse oder die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle geht – wir schaffen die Rahmenbedingungen, damit unsere Unternehmen die Chancen der KI nutzen können.“
Wirtschaft jubelt, doch Experten warnen
Die Initiative fand Zuspruch beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Siegfried Russwurm bezeichnete es als ein „wichtiges und überfälliges Signal“. Er verlangte zugleich den zügigen Abbau von Bürokratie und eine eindeutige Strategie bezüglich der Datenverfügbarkeit.
Allerdings gibt es auch mahnende Worte. Für den echten „Wie bitte?!“-Moment des Treffens sorgte Jana Lamberti während einer Debatte. Sie legte eine brandneue Untersuchung des Fraunhofer-Instituts vor, die ein ziemlich ernüchterndes Fazit zieht.
„Die finanzielle Förderung ist nur die halbe Miete“, erklärte Lamberti. „Unsere Untersuchung zeigt: Das größte Hemmnis ist nicht das Geld, sondern der Mangel an Fachkräften und die tiefsitzende Angst vor Datenmissbrauch und Kontrollverlust.“ Die Erhebung besagt, dass mehr als 60% der befragten mittelständischen Unternehmen noch keine konkrete KI-Strategie besitzen. Viele hätten einfach keine Ahnung, wie sie beginnen sollen.
Die Initiative der Bundesregierung startet also zum richtigen Zeitpunkt, aber der Weg zu einer breiten Anwendung von KI im deutschen Mittelstand dürfte noch lang und beschwerlich werden. (dpa/red)
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