Milliarden-Loch bei der Pflege: Die Kassen sind leer
Bei der Pflege brennt die HütteMilliarden-Loch bei Versicherung – Experte schlägt Alarm

Copyright: Britta Pedersen/dpa
«Bei der Pflegeversicherung brennt die Hütte», warnt GKV-Chef Oliver Blatt. (Archivbild)
Geld-Notstand bei der Pflege! Die Kassen sind fast blank, ein gewaltiges Minus steht bevor. Ein Fachmann warnt nun unmissverständlich. Was kommt da auf uns alle zu?
Die Situation ist brenzlig: Die Pflegeversicherung verzeichnete nur im ersten Vierteljahr einen Fehlbetrag von 667 Millionen Euro. Diese Information stammt vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV). Pikant daran: Zugleich floss ein Bundesdarlehen über 800 Millionen Euro in die Kassen.
Für das komplette Jahr wird jetzt ein Loch von einer Milliarde Euro erwartet. Ein herber Rückschlag, denn: Vor gerade einmal drei Monaten hatte die Prognose für 2026 noch ein Plus von 400 Millionen Euro ergeben.
„Die Hütte brennt“ bei der Pflegeversicherung
Aber die Realität sieht noch düsterer aus. Ein Bundeskredit von 3,2 Milliarden Euro für 2026 ist in der Vorausschau schon enthalten. Der Verband rechnet vor, dass das tatsächliche Minus für dieses Jahr somit bei schockierenden 4,2 Milliarden Euro liegt. Ein gigantisches Finanzloch!
„Bei der Pflegeversicherung brennt die Hütte und wir müssen uns dringend ans Löschen machen“, sagte GKV-Chef Oliver Blatt dem „Spiegel“.
Regierung plant Reform gegen Finanz-Chaos
Um die Geldprobleme zu entschärfen, feilt Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) an einer Pflegereform. Die Konzepte hätten eigentlich bis Mitte Mai präsentiert werden sollen. Bislang ist aber offen, wann das Thema im Bundeskabinett landet.
Die CDU-Politikerin schlug bereits vor rund 14 Tagen Alarm, dass die Liquidität der Pflegekassen schon heuer auf dem Spiel stehe. „Es werden immer mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, was aber nur zu einem kleinen Teil mit der demografischen Entwicklung zu erklären ist“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Die Ministerin argumentierte, dass sich in der Vergangenheit beschlossene Ausweitungen von Leistungen jetzt negativ auswirken.
Deutsche Pflege „lebt auf Pump“
Wie prekär die Situation ist, verdeutlichen die GKV-Daten: Zum Jahresende belaufen sich die Reserven der Pflegeversicherung voraussichtlich nur noch auf 4,3 Milliarden Euro. Dem stehen Verbindlichkeiten gegenüber dem Bund von 4,2 Milliarden Euro gegenüber. Im Klartext: Die Kassen sind quasi leergefegt.
„Die Pflege in Deutschland lebt also auf Pump“, warnte Verbandschef Blatt. Die Regierung sei gefordert, „jetzt das Ruder herumreißen, denn sonst werden die Finanzprobleme im nächsten Jahr unbeherrschbar“.
Der Verband schätzt den weiteren Geldbedarf für das Folgejahr auf etwa 10 Milliarden Euro. Für die Deckung der aktuellen Pflegeaufwendungen seien allein 7,5 Milliarden Euro extra erforderlich. Zusätzliche 2,5 Milliarden Euro seien für den sogenannten Ausgleichsfonds notwendig, um die Liquidität der Kassen auch in Monaten mit geringen Einnahmen zu sichern. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
