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„Tatort“-Star Dietmar Bär nimmt in Podcast Bürgergeldempfänger in Schutz„Das ist so irre“

„Tatort“-Kommissar Dietmar Bär sprach im Podcast „Zwischen den Zeilen“ über das aktuelle politische Klima. (Bild: YouTube/Early Studios)

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„Tatort“-Kommissar Dietmar Bär sprach im Podcast „Zwischen den Zeilen“ über das aktuelle politische Klima. (Bild: YouTube/Early Studios)

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Dass Friedrich Merz immer wieder anklagende Worte an die Bevölkerung richte, hält „Zwischen den Zeilen“-Gastgeberin Bettina Böttinger für einen großen Fehler. Auch ihr Podcast-Gast Dietmar Bär scheint den Aussagen des Kanzlers wenig abgewinnen zu können - vor allem in Bezug auf eine Personengruppe.

Bettina Böttinger glaubt, dass es zum Erfolgsrezept rechter Akteure gehöre, „falschen Stolz“ bei den Menschen zu wecken. „Einen falschen Nationalstolz beispielsweise.“ Auch Dietmar Bär, mit dem die Moderatorin in der aktuellen Ausgabe ihres Podcasts „Zwischen den Zeilen“ spricht, beschäftigt etwa der AfD-Erfolg in einigen Bundesländern. „Wieso frucht das da so sehr? Dieses ganze rechte Gut“, fragt sich der „Tatort“-Kommissar und mutmaßt, dass die hohen Umfragewerte darauf fußen könnten, „dass man die Leute bei einer Identität abholt“.

Selbiges, überlegt Böttinger, „machen die jetzige Regierung und der jetzige Kanzler einfach ganz, ganz falsch“. Friedrich Merz sei „immer in so einer Anklageposition“, moniert die Journalistin: „'Die Deutschen arbeiten zu wenig, die Deutschen sind zu viel krank.' Das hört sich immer an wie eine Anklage.“ Ihres Erachtens müsste sich ein deutscher Bundeskanzler derzeit eher als „Umarmer“ präsentieren. „Denn in dieser immer kälter werdenden Zeit mit so vielen Schwierigkeiten braucht man eigentlich einen Menschen, der Wärme bringt.“

Es sei das, was „die Rechten richtig machen“, sinniert die 69-Jährige: „Die versuchen, mitzunehmen. Die versuchen, kleine Lösungen auf den Weg zu bringen und den Leuten zu sagen: 'Wir meinen es gut mit euch.'“ Der Bundesregierung gelinge es indessen nicht, dieses Gefühl zu transportieren. „Wir erleben nur Hadern und Zögern und sonst irgendwas“, klagt Böttinger.

„Wenn du die Biografien unserer führenden Politiker anschaust ...“

Dietmar Bär weist auf ein weiteres Problem hin: „Wenn du die Biografien unserer führenden Politiker anschaust, sind das ja fast alles nur noch Juristen oder kommen aus der Wirtschaft. Die berühmten Handwerkerlegenden - solche Leute gibt es ja nicht.“ Es fehle an „Verständnis“ und „Empathie“ für weite Teile der Bevölkerung. Bär selbst sei beispielsweise in einem Haushalt aufgewachsen, „wo man jeden Pfennig umgedreht hat“, erklärt der Schauspieler: „Dann entwickelt man auch ein anderes Bewusstsein.“

Politiker wie Friedrich Merz würden ihre Forderungen nach mehr Arbeitseifer aus ihrer Perspektive „als Wirtschaftsmensch“ betrachten, gibt der 65-Jährige zu bedenken. So werde etwa behauptet, „dass die Schieflage, in der wir ja sein sollen im Moment, dadurch aufgefangen wird, dass alle arbeiten gehen“. Zudem werde der Bevölkerung erzählt, „dass die meisten der Bürgergeldempfänger ja auf der faulen Haut lägen.“ Dietmar Bär findet: „Dass auch dieser Mythos weiter geschürt wird - das ist so irre.“ Es gebe „Leute, die das nicht leisten können oder die diese Hilfe brauchen“, betont der TV-Ermittler. (tsch)

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