Eklat bei French Open: Ukrainerin mit schweren Vorwürfen
Eklat bei French OpenUkrainerin erhebt schwere Vorwürfe gegen russische Gegnerin

Copyright: Thibault Camus/AP/dpa
Beim Tennismatch der Russin Diana Schnaider (l) gegen die Ukrainerin Oleksandra Olijnykowa ging es um mehr als nur Sport.
Ein Tennis-Duell, das die Sportwelt in den Schatten stellt. Bei den French Open krachten zwei Welten aufeinander, als die Ukrainerin Oleksandra Olijnykowa gegen die Russin Diana Schnaider antrat. Nach dem Match gab es einen verbalen Schlagabtausch – und es ging um weit mehr als nur den Sieg.
Das Aufeinandertreffen in der dritten Runde der French Open war sportlich eine eindeutige Angelegenheit: Die russische Spielerin Diana Schnaider (22) setzte sich mit 7:5 und 6:1 durch. Doch dieses Ergebnis wurde schnell zur Nebensache. Auf der Pressekonferenz im Anschluss machte die Ukrainerin Oleksandra Olijnykowa (25) ihrem Herzen Luft.
Was sie tue, sei keine Politik, stellte Olijnykowa klar. „Es geht um Menschlichkeit. Wenn Menschen getötet werden, wenn Kinder sterben, wenn Gewalt gerechtfertigt wird oder gefeiert, können wir nicht so tun, als wäre nichts passiert. Wir können nicht wegschauen. Wir können diejenigen nicht schützen, die solche Taten unterstützen oder entschuldigen.“
Harte Vorwürfe gegen russische Kontrahentin
Mit ihren Aussagen zielte sie direkt auf ihre Gegnerin Schnaider. Die Ukrainerin wirft der Russin vor, eine überzeugte Unterstützerin von Wladimir Putin zu sein, unter dessen Kommando Russland seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt.
Konkret beschuldigt Olijnykowa ihre Rivalin, im Netz Beiträge von russischen Propagandisten mit „Gefällt mir“ markiert zu haben. Sie habe dafür auch Beweise, versicherte die Ukrainerin. Außerdem habe Schnaider an einem Gazprom-Turnier teilgenommen und so ein Unternehmen gefördert, das Kriegsverbrechen finanziere, lautet der schwere Vorwurf.
Schnaider mauert bei Fragen zum Krieg und zu Social Media
Und die Reaktion von Diana Schnaider? Die Russin erklärte, sie habe von den Anschuldigungen nichts gehört. Als sie direkt auf ihr Verhalten in den sozialen Medien angesprochen wurde, wich sie aus: „Ich habe keine Ahnung, was sie gefunden hat. Ich weiß es wirklich nicht und möchte dazu nichts sagen.“
Auch zu ihrer Einstellung zum Krieg wollte sich Schnaider nicht äußern. „Ich werde nichts zu der Situation sagen. Ich bin hier, um über Tennis und mein Spiel zu sprechen, über die zweite Woche der French Open.“ Ihre Teilnahme am Turnier des Sponsors Gazprom begründete sie mit den raren Möglichkeiten, in ihrer Heimat vor Familie und Freunden zu spielen.
„Werde zu Hause von Drohnen und Raketen attackiert“
Das Spiel in Paris fand unter Sicherheitsvorkehrungen statt. Für Olijnykowa ein Detail mit bitterem Beigeschmack. Sie habe keine Sicherheitskräfte gebraucht und niemanden bemerkt, „der heute aggressiv“ gewesen sei. Dann zog sie einen erschütternden Vergleich: „Wenn ich nach Hause komme, werde ich von Drohnen und Raketen attackiert.“
Wie nah der Krieg am Leben der ukrainischen Spielerinnen ist, verdeutlichte auch Mitfavoritin Marta Kostjuk. Sie erzählte, dass nur hundert Meter von ihrem Elternhaus entfernt eine Rakete ein Gebäude zerstört habe. Bei der Pressekonferenz zeigte sie ein Foto der Zerstörung auf ihrem Mobiltelefon.
Den im Tennis sonst üblichen Handschlag nach dem Match verweigern die ukrainischen Profis konsequent, wenn sie auf Gegnerinnen und Gegner aus Russland treffen. Für Olijnykowa ist der Krieg allgegenwärtig: „Dieser Krieg bestimmt mein Leben, denn meine Zukunft liegt in der Ukraine. Mein Vater kehrt zur Armee zurück. Mein Freund ist Soldat. Alles in meinem Leben ist vom Krieg geprägt.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
