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Fracking-Beben in DeutschlandCDU-Flügel will umstrittene Gas-Methode zurück

Fracking

Copyright: Jim Lo Scalzo/EPA/dpa

Einheimische Rohstoffe rücken in unsicheren Zeiten wieder verstärkt in den Blick.

Ein Vorstoß, der für heftige Debatten sorgt: Der Wirtschaftsflügel der Union will die Gasgewinnung im Land mit einer hochriskanten Technik wiederbeleben.

Eine Forderung mit Sprengkraft: Der CDU-Wirtschaftsrat befürwortet die Gasgewinnung hierzulande mittels der heiß diskutierten Fracking-Methode. Die heimischen Ressourcen bei sämtlichen Rohstoffen müssten wieder stark genutzt werden, so die zentrale Botschaft.

Wolfgang Steiger, der als Generalsekretär des Gremiums fungiert, erklärte der Deutschen Presse-Agentur: „Dazu zählt auch die Nutzung eigener Gasquellen, einschließlich unkonventioneller Fördermethoden wie Fracking.“ Für Deutschland sei die ausreichende Versorgung mit Rohstoffen eine „strategische Überlebensfrage“.

Steiger hob hervor, dass die Beachtung von Umweltauflagen sichergestellt sein müsse. Gleichzeitig sei es aber geboten, pragmatisch vorzugehen. Laut dpa sagte Steiger: „Rohstoffe sind auch eine Voraussetzung für unsere industrielle und verteidigungspolitische Handlungsfähigkeit.“ Andernfalls drohe eine zunehmende Abhängigkeit von Staaten wie China.

Heftiger Gegenwind: Grüne warnen vor Gift im Grundwasser

Doch was genau ist Fracking? Bei diesem Verfahren wird Erdgas unter hohem Druck und mit einem Chemie-Mix aus tiefen Gesteinsschichten herausgepresst. Diese Methode ist hierzulande derzeit untersagt, da Gegner massive Risiken sehen – insbesondere die Kontamination unseres Trinkwassers durch die eingesetzten Chemikalien.

Die Grünen laufen Sturm gegen diesen Plan. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Julia Verlinden verurteilte den Vorstoß als gefährlich. Sie warnt, dass dabei große Mengen des klimaschädlichen Gases Methan freigesetzt werden könnten, was dem Klima zusätzlich schaden würde.

Brisantes Treffen in Berlin: Ministerin Reiche im Fokus

Steigers Äußerungen kommen vor einer wichtigen Konferenz des Wirtschaftsrates, die sich mit Energie- und Umweltpolitik in Berlin befasst. Dort wird auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erwartet. Pikant: Selbst Berater von Reiche hatten bereits befürwortet, die Option einer deutlichen Ausweitung der deutschen Gasproduktion mittels Fracking ernsthaft zu untersuchen.

Ein Strategiepapier des Gremiums, das der dpa vorliegt, besagt, dass Vorkommen im eigenen Land den Bedarf an Rohstoffen wie Sand, Kies, Kalkstein oder auch Metallen wie Lithium und Kupfer wesentlich decken könnten. Doch das Papier benennt auch die Hürden: Schwierige Wettbewerbsbedingungen – etwa durch teure Energie, zu viel Bürokratie und komplizierte Regeln – würden die Wertschöpfungsketten gefährden. Deshalb blieben viele heimische Rohstoffpotenziale bisher ungenutzt. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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