Wende in der EU-Flüchtlingspolitik: Gibt es keinen Schutz mehr für ukrainische Männer?
EU-FlüchtlingspolitikKein Schutz mehr für Ukrainer im wehrfähigen Alter?

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Ukrainerinnen und Ukrainer müssen in der Europäischen Union, um Schutz zu erhalten, keinen Asylantrag stellen. (Symbolbild)
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Eine drastische Wende in der EU-Flüchtlingspolitik bahnt sich an. Ein neuer Vorschlag könnte dazu führen, dass ukrainische Männer ihren Schutzstatus einbüßen. Eine Entscheidung mit enormer Tragweite.
Die Innenminister der EU diskutieren an diesem Donnerstag eine brisante Angelegenheit: Sollen bestimmte Männer aus der Ukraine zukünftig keinen Schutzstatus mehr in der Europäischen Union erhalten?
Kein Schutz mehr für Männer zwischen 23 und 60?
Zwei Optionen stehen zur Debatte, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet. Die derzeitige Schutzregelung für sämtliche Geflüchtete aus der Ukraine ist bis zum 4. März 2027 befristet. Die erste Möglichkeit: eine simple Verlängerung um ein weiteres Jahr. Die zweite Alternative ist jedoch ein echter Kracher.
Der zweite Plan sieht eine Verlängerung der Regelung vor – jedoch mit einer gravierenden Ausnahme: Ukrainische Männer in der Altersspanne von 23 bis 60 Jahren wären dann vom temporären Schutz ausgenommen.
Es gibt aber ein wesentliches Detail: Falls Sie sich jetzt Gedanken machen – die neue Bestimmung würde ausschließlich für Männer gelten, die zukünftig in die EU einreisen. Wer sich schon hier aufhält, wäre davon nicht betroffen.
In einer vorläufigen Besprechung wurde bereits die praktische Durchführbarkeit erörtert. Wie kann das ohne einen riesigen bürokratischen Apparat funktionieren? Ein Gedanke: Ein ukrainischer Stempel im Pass bei der Ausreise könnte ausreichen, um nachzuweisen, dass ein Mann das Land legal verlassen hat. Sollte die Beschränkung kommen, würde sie zudem sehr zügig wirksam werden.
Fast 1,2 Millionen Ukraine-Flüchtlinge allein in Deutschland
Bislang müssen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in der EU kein aufwendiges Asylverfahren durchlaufen. Sie bekommen Schutz gemäß der sogenannten Massenzustromrichtlinie.
Allein in Deutschland waren zum Stichtag 7. Februar fast 1,16 Millionen Personen registriert, die seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 hierher geflohen sind und diesen Schutzstatus genießen, so eine Mitteilung des Bundesinnenministeriums.
In der Ukraine selbst besteht für Männer im Alter von 23 bis 60 Jahren weiterhin ein Verbot, das Land zu verlassen. Es existieren jedoch Ausnahmen, beispielsweise für Väter, die ihre Kinder alleine erziehen, sowie für Athleten oder Berichterstatter. Ein „Wie bitte?!“-Detail: Seit August 2025 ist es ukrainischen Männern zwischen 18 und 22 Jahren wieder erlaubt, auszureisen.
Generell sind in der Ukraine alle Männer von 18 bis 60 Jahren wehrpflichtig. Zum Kriegsdienst herangezogen werden momentan aber nur Wehrpflichtige, die 25 Jahre oder älter sind. (dpa/red)
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