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Er treibt sie zur VerzweiflungEntsetzen über Trumps Vorgehen – die Sorge steigt

US-Präsident Donald Trump spricht am 3. Juni im Oval Office zur Presse.

Copyright: AFP

US-Präsident Donald Trump spricht am 3. Juni im Oval Office zur Presse.

Aktualisiert:

Die Zwischenwahlen sind in wenigen Monaten, die Mehrheit im Kongress steht auf dem Spiel – und Trump redet über Brunnen und Ballsäle. In der eigenen Partei brodelt es deswegen.

Es ist eigentlich eine einfache Gleichung: Wer im November die Mehrheit im US-Kongress behalten will, muss die Wähler von sich überzeugen. Für die Republikaner bedeutet das: Themen wie Inflation, Gesundheitskosten, Alltagssorgen in den Vordergrund stellen.

Doch Präsident Donald Trump scheint andere Prioritäten zu haben – und das treibt seine eigenen Leute in den Wahnsinn.

Trumps Aussagen sorgten für Entsetzen in der Partei

Statt die Partei auf die entscheidenden Botschaften einzuschwören, dominierte Trump zuletzt mit Militärschlägen gegen den Iran die Schlagzeilen. Und als wäre das nicht genug, schoss er verbal gleich hinterher: „Ich denke nicht an die finanzielle Lage der Amerikaner“, sagte er – und: „Mir sind die Midterms egal.“ Für Parteifreunde, die im Herbst um ihre Sitze zittern, klingen solche Sätze wie eine Ohrfeige.

Bei den Midterm-Wahlen im November 2026 werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel der Senatssitze neu vergeben. Die Republikaner haben derzeit in beiden Kammern eine hauchdünne Mehrheit. Verlieren sie auch nur wenige Sitze, könnten die Demokraten die Kontrolle übernehmen – und Trumps politische Agenda wäre für den Rest seiner Amtszeit blockiert. Der Druck ist also enorm.

Genau deshalb ist die Stimmung hinter den Kulissen so gereizt. „Das war natürlich frustrierend“, sagte ein republikanischer Parteimanager gegenüber „The Hill“. „Es wird in jedem Fall nötig sein, über die Wirtschaft zu reden, denn das ist immer das Topthema.“ Öffentlich sagt das kaum jemand so deutlich – denn wer Trump angreift, riskiert dessen Rache. Der Präsident hat in dieser Legislaturperiode bereits mehrere parteiinterne Kritiker durch die Unterstützung von Gegenkandidaten aus dem Amt gedrängt.

Appelle aus den eigenen Reihen

Republikanische Senatoren sind zunehmend besorgt über die schwachen Umfragewerte von Trump bei unabhängigen Wählern und warnen davor, dass die Partei bei den Wahlen im November eine krachende Niederlage erleiden könnte. Viele Wähler, darunter auch diejenigen, die Trump bei der Wahl 2024 unterstützt hatten, seien am meisten um ihren Geldbeutel, ihre Löhne und die Inflation besorgt, „und viele dieser Menschen denken, dass das nicht die obersten Prioritäten der Republikaner im Moment sind“, gab ein republikanischer Senator zu.

Mike Johnson, Vorsitzender des US-Repräsentantenhauses, gab sich am Mittwoch alle Mühe, die Wogen zu glätten. Trump sei „absolut“ auf die Midterms fokussiert, beteuerte er. In einem dreistündigen Treffen am Montag habe man „fast die gesamte Zeit über Innenpolitik gesprochen“. Und dann legte Johnson noch einen drauf: „Dieser Präsident ist mehr auf innenpolitische Themen konzentriert als jeder Präsident, an den ich mich erinnern kann. Er verbringt an einem einzigen Tag mehr Zeit mit innenpolitischen Fragen, als Joe Biden es in vier Jahren getan hat.“

Finanzminister Scott Bessent versuchte beim Pressebriefing im Weißen Haus, Trumps umstrittene Aussagen „wegzuerklären“. Der Präsident sei eben ein „Staatsmann“: „Sie sagen, er nimmt eine staatsmännische Haltung ein, dass er eine tiefe Überzeugung hat und glaubt, dass das Wichtigste ist, dass der Iran niemals eine Atomwaffe besitzt. Ich glaube, dass beides wahr sein kann – dass wir bei den Midterms gut abschneiden und dass wir möglicherweise die Grundlage für ein Abkommen haben.“

Mit anderen Worten: Trump denkt eben groß. Ob das die Wähler am Ende überzeugt, ist eine andere Frage.

Denn während die Partei ums politische Überleben kämpft, beschäftigt sich Trump mit Dingen, die selbst wohlwollende Beobachter ratlos zurücklassen.

Der Präsident ließ den Pool am Lincoln Memorial neu streichen, schwärmte öffentlich von renovierten Brunnen in Washington – und trieb den Plan für einen neuen Ballsaal im Weißen Haus voran. Das Projekt sollte bis zu eine Milliarde Dollar aus der Staatskasse kosten. Der Senat zog am Mittwoch die Reißleine und strich die entsprechenden Mittel aus dem Haushalt. Eine empfindliche Niederlage für Trump — und für viele Republikaner ein Symbol dafür, wie weit sich der Präsident von den Alltagssorgen der Wähler entfernt hat. (mg)

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