3

+++ EILMELDUNG +++ Tragödie in den Niederlanden Auto rast in Radler-Gruppe – drei Tote, darunter Kinder

+++ EILMELDUNG +++ Tragödie in den Niederlanden Auto rast in Radler-Gruppe – drei Tote, darunter Kinder

Angst um 20.000 JobsIG Metall warnt Aufweichung von Klimazielen gefährdet Stahl-Jobs

Stahlindustrie

Copyright: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Stahlbranche in Deutschland steckt tief in der Krise (Archivbild)

IG Metall warnt: Rolle rückwärts gefährdet Stahl-Jobs

Die Gewerkschaft IG Metall äußert eine ernste Warnung: Der Wandel der angeschlagenen Stahlbranche hin zu einer klimaneutralen Fertigung darf nicht rückgängig gemacht werden. Eine Lockerung des Emissionshandels in Europa würde jene Firmen bestrafen, die bereits den Wandel eingeleitet haben, äußerte Jürgen Kerner, der Zweite Vorsitzende der IG Metall, in Frankfurt. «Es muss das klare Signal geben: Wir stehen zum Geschäftsmodell grüner Stahl.»

Für die Umgestaltung der Stahlsparte seien von der Politik Fördergelder von circa acht Milliarden Euro versprochen worden. Es sei Planbarkeit für Betriebe nötig, die wie Salzgitter und Saarstahl schon auf grünen Stahl umgestellt hätten. Sollten nun Klimabestimmungen gelockert werden, ginge es nicht nur um öffentliche Gelder, sondern auch um die Arbeitsplätze bei den Pionierfirmen. «Da sprechen wir über 20.000 Jobs.» Kerner kritisierte zudem, dass weiterhin mehr als drei Millionen Tonnen Stahl aus Russland nach Europa importiert würden. Das müsse durch EU-Sanktionen gestoppt werden. 

Die deutsche Stahlproduktion, die vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und dem Saarland angesiedelt ist, befindet sich seit Jahren in einer Notlage. Die Konjunkturschwäche, hohe US-Abgaben auf Stahl sowie der Wettbewerb mit Billigstahl, insbesondere aus Asien, belasten sie stark. Im Jahr 2025 sank die Herstellung der deutschen Stahlkocher auf 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl – der tiefste Stand seit der Finanzkrise 2009. Neue Fertigungsanlagen für einen umweltfreundlicheren «grünen» Stahl, die mit Erdgas und zukünftig mit Wasserstoff laufen sollen, sind für die Stahlsparte sehr teuer, während sich der Markt dafür erst entwickelt.

Rolle rückwärts bei Klimavorgaben?

In Brüssel beabsichtigt die EU-Kommission, im Juli Entwürfe für eine Überarbeitung des Emissionshandels zu präsentieren. Aus der Industrie und von Teilen der Politik wird der Ruf lauter, das Klimaschutz-Werkzeug zu lockern, um die Belastung für die Unternehmen durch den Handel mit CO2-Zertifikaten zu mindern. Die Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger, sieht den Wandel der heimischen Stahlproduktion dadurch gefährdet und warnte unlängst in einem Schreiben an Kanzler Friedrich Merz (CDU) vor einem Kurswechsel.

Die IG Metall beabsichtigt, am Freitag mit einer Demonstration in Berlin den Druck auf die Bundesregierung zu steigern. Erwartet werden Teilnehmer von rund 30 Stahlwerken aus dem gesamten Bundesgebiet – insgesamt circa Tausend Personen. Parallel dazu wird in Völklingen im Saarland eine Demonstration abgehalten, zu der mehrere Tausend Teilnehmer erwartet werden. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Supermarktkette Tegut
Aus für 36 Tegut-Märkte
Kartellamt gibt grünes Licht für Übernahme durch Tante Enso