Nach Twitter-Übernahme Hälfte der Belegschaft gefeuert – jetzt droht Elon Musk Kunden

Elon Musk hat nach der Übernahme von Twitter Werbekunden gedroht. Das Foto zeigt den Tech-Milliardär bei einer Tesla-Präsentation in Kalifornien im März 2019.

Elon Musk hat nach der Übernahme von Twitter Werbekunden und Kundinnen gedroht. Das Foto zeigt den Tech-Milliardär bei einer Tesla-Präsentation in Kalifornien im März 2019.

Nach der Twitter-Übernahme hat der Tech-Milliardär Elon Musk Mitarbeitern per Mail gekündigt – jetzt droht er Werbekunden und Kundinnen mit öffentlicher Bloßstellung.

Elon Musk (51) lässt die Muskeln spielen. Was seit Tagen hinter vorgehaltener Hand gezwitschert wird, macht der Tech-Milliardär nun selbst öffentlich: Werbekunden und Kundinnen, die keine Anzeigen mehr bei Twitter schalten, will er öffentlich bloßstellen.

Der neue Twitter-Besitzer reagierte mit seinem Tweet in der Nacht zum Samstag auf den Vorschlag eines rechten Lobbyisten, er solle Werbekunden und Kundinnen nennen, „damit wir sie mit einem Gegenboykott belegen können“. Musk schrieb in seiner Antwort: „Danke. Ein thermonukleares Benennen und Schämen ist exakt das, was passieren wird, wenn das nicht aufhört.“

Elon Musk kauft Twitter und droht Werbekunden und Kundinnen

Zu den Unternehmen, die in den vergangenen Tagen angekündigt hatten, dass sie ihre Werbung bei Twitter aussetzen wollen, zählen unter anderem:

Alles zum Thema Twitter
  • Die Volkswagen-Gruppe.
  • Der Pharmakonzern Pfizer.
  • Der Lebensmittelriese Mondelez.

Dass Firmen sich darüber sorgen, dass ihre Anzeigen neben negativen Inhalten auftauchen könnten, ist kein neues Phänomen. Auch etwa Googles Videotochter YouTube hatte bereits damit zu kämpfen.

Musk hatte solche Sorgen selbst mit häufiger Kritik ausgelöst, Twitter habe zu sehr die Redefreiheit auf der Plattform eingeschränkt.

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Vergangene Woche versuchte er dann, Werbekundschaft mit einem offenen Brief zu beruhigen: Twitter werde kein Ort sein, an dem man sich ohne Konsequenzen alles erlauben könne. Auch jetzt betont er, dass sich an den Inhalte-Regeln der Plattform bislang nichts verändert habe. Einige Werbekunden halten sich trotzdem zurück.

Musk beklagte sich am Freitag (4. November 2022) über einen „massiven Umsatzeinbruch“ und machte dafür „Aktivistengruppen“ verantwortlich, die Druck auf die Unternehmen ausübten. Diese nicht näher umschriebenen Aktivisten versuchten, „die Redefreiheit in Amerika zu zerstören“.

Der rechte Internet-Lobbyist Mike Davis schlug daraufhin bei Twitter ein Gegenboykott der Werbekundschaft vor, die sich solchem Druck beugten. Davis wettert in mehreren Organisationen unter anderem gegen die „Cancel-Kultur“ und will Internet-Konzerne für die angebliche Unterdrückung konservativer Ansichten zur Verantwortung ziehen.

Musk hatte vergangene Woche den Kauf von Twitter für rund 44 Milliarden Dollar abgeschlossen und hat dafür unter anderem Schulden aufgenommen, die bedient werden müssen. Die Werbeeinnahmen bringen fast den gesamten Umsatz von Twitter ein und ihr Rückgang ist damit besonders schmerzhaft.

Twitter: Musk feuert die Hälfte der Belegschaft

Twitter mache aktuell mehr als vier Millionen Dollar Verlust pro Tag, schrieb Musk in einem weiteren Tweet. Das habe den Stellenabbau am Freitag unvermeidbar gemacht.

Dazu, wie viele Arbeitsplätze abgebaut wurden, machte Musk keine Angaben.

Aber ein Tweet des unter anderem für das Herausfiltern problematischer Inhalte zuständigen Managers Yoel Roth war im Einklang mit Medienberichten, wonach etwa jeder zweite Job wegfallen sollte.

In seinem Bereich seien rund 15 Prozent betroffen gewesen, während der Anteil firmenweit bei rund 50 Prozent gelegen habe, schrieb Roth. Medien hatten von rund 3700 betroffenen Jobs berichtet, was in etwa der Hälfte der Belegschaft entspreche. (dpa)

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