Nach dem Tod eines Zugbegleiters eskaliert der Streit.
Tödlicher Angriff im ZugLokführer-Gewerkschaft stellt Bahn-Chefin zur Rede

Copyright: IMAGO / Bihlmayerfotografie
Person hält Schild „Polizeieinsatz“ vor Zug.
Nach dem brutalen Tod eines Zugbegleiters (36) Anfang Februar herrscht bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) Fassungslosigkeit und Wut. Ein Mann ohne Ticket hatte den Bahn-Mitarbeiter bei einer Kontrolle mit der Faust so heftig gegen den Kopf geschlagen, dass dieser später an den Verletzungen starb. Die GDL macht jetzt Druck und richtet sich in einem offenen Brief direkt an die Bahn-Spitze um Chefin Evelyn Palla.
Die Gewerkschaft spricht Klartext: Der tödliche Vorfall sei kein unvorhersehbares Einzelereignis. Gewalt, Drohungen und Angriffe auf das Zugpersonal seien seit Jahren ein bekanntes Problem. In dem Schreiben, das der „Süddeutschen Zeitung“ vorliegt, heißt es, dass die Sicherheitsmängel sogar vom Vorstand selbst in Gesprächen thematisiert worden seien – doch nichts habe sich verbessert. Das berichtet „FOCUS online“.
Besonders im Fokus der Kritik steht das im Sommer 2024 eingeführte „1:1-Konzept“ im Fernverkehr. Statt wie früher mit einem Zugchef und mehreren Begleitern, ist ein ICE nun oft nur noch mit einem Zugchef und einem einzigen Zugbegleiter besetzt. Die GDL prangert an, dass es an manchen Tagen sogar zu „1:0-Besetzungen“ komme. Dann ist ein Mitarbeiter komplett auf sich allein gestellt und muss sich um Betrieb, Service, Kontrollen und Konflikte kümmern. „Diese Formen faktischer Alleinarbeit sind angesichts der bekannten Gewaltlage nicht hinnehmbar“, so die Gewerkschaft.
Die Gesamtbetriebsräte von DB Fernverkehr stellen deshalb jetzt klare Forderungen an den Vorstand. Sie verlangen eine „verbindliche Mindestbesetzung“ in den Zügen. Konkret: Bei Zügen mit neun oder mehr Wagen sollen mindestens ein Zugchef und zwei Begleiter an Bord sein. Ein absolutes No-Go seien die „1:0-Besetzungen“. Alleinarbeit sei eine „unzulässige Gefährdung von Leben und Gesundheit“. Zudem müsse die Präsenz von Sicherheitskräften massiv erhöht werden, Bodycams „flächendeckend und zu jeder Zeit“ zur Verfügung stehen und eine datenschutzkonforme Videoüberwachung in den Zügen her. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

