Fünf Monate lang ist die Bahnstrecke von Köln nach Hagen jetzt gesperrt. Pendler müssen auf Ersatzbusse ausweichen. Der erste Werktag ist die Bewährungsprobe für das Konzept.
Bahn-Sperrung trifft auch KölnMitarbeiterin genervt: „Ihr macht mich hier verrückt, Leute“

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Menschen warten in Solingen auf den Schienenersatzverkehr.
Aktualisiert
Viele Pendler sind am Montagmorgen wegen der Sperrung der Bahnstrecke von Köln über Wuppertal nach Hagen auf Ersatzbusse umgestiegen. Am Wuppertaler Hauptbahnhof lief der Ersatzverkehr am frühen Morgen ruhig an.
Die wichtige Bahnstrecke ist für eine umfassende Sanierung gut fünf Monate bis zum 10. Juli gesperrt. Fernzüge werden umgeleitet, Pendler im Regionalverkehr müssen auf Ersatzbusse umsteigen und deutlich mehr Zeit einplanen.
ICE-Züge brauchen bis zu 40 Minuten länger
Im Fernverkehr fahren während der fünfmonatigen Bauphase ICE-Züge von Köln in Richtung Berlin und Hamburg über das Ruhrgebiet - dadurch dauert die Fahrt etwa 20 bis 40 Minuten länger. In Wuppertal und Solingen halten überhaupt keine Fernzüge. Hagen wird bis zum 15. Mai vom Fernverkehr abgeschnitten.
Für Pendler in der Region setzt die Bahn rund 200 Bussen ein - das sind noch einmal deutlich mehr als ursprünglich geplant. Die Ersatzbusse sollen teilweise im Zehnminuten-Takt kommen. Einige fahren wie S-Bahnen alle Bahnhöfe auf der Strecke ab. Es gibt aber auch Expressbusse, die über die Autobahn fahren und nur die größten Stationen verbinden.
Trotzdem dauert die Fahrt mit dem Bus um deutlich länger als mit dem Zug. Von Wuppertal nach Köln etwa braucht man gut eineinhalb Stunden statt wie sonst 34 Minuten mit dem Zug.
Dass der Schienenersatzverkehr am Montagmorgen noch holprig anläuft, merken Pendlerinnen und Pendler am Hauptbahnhof in Solingen. Eine Mitarbeiterin, auf deren Warnweste „Ersatzverkehr Betriebslenkung“ steht, kann Wartenden nicht sagen, wann der nächste Bus kommt.
„Solche Fragen beantworte ich nicht mehr. Auf meiner Weste steht ja nicht Fahrgast-Info drauf. Ich schaffe es nicht mal, das alles zu dokumentieren. Es ist der erste Wochentag, das muss sich einpendeln“, so die Mitarbeiterin. „Ihr macht mich hier verrückt, Leute“, fügt sie hinzu.
Auch wenn der Informationsfluss noch optimierungsbedürftig scheint, hält sich die Schlange der wartenden Menschen in Solingen allerdings am Morgen noch in Grenzen.
Am besten sehen Reisende in der Online-Auskunft, wie die eigene Verbindung trotz der Bauarbeiten funktioniert. Dort seien alle Änderungen während der Bauphase bereits eingepflegt, so die Bahn.
Während der Sperrung sehe man dort auch in Echtzeit, ob der Ersatzbus pünktlich oder verspätet ist - was wegen des vielen Verkehrs in der Region durchaus vorkommen könne.
Die Bahn will während der gut fünfmonatigen Generalsanierung vor allem die Gleise und die Bahnhöfe modernisieren.
Hier unterschreite die aktuelle Situation „die Grenze dessen, was wir unseren Reisenden zumuten wollen“, sagte eine Bahnsprecherin. „Die Reisenden werden nach der Generalsanierung eine deutlich bessere Infrastruktur vorfinden.“ (dpa)

