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Arm im ParadiesRentner-Exodus auf der Sonneninsel

Symbolbild für Mietexplosion über einer Stadt

Mietexplosion zwingt Mallorcas Rentner zur Insel-Flucht (Symbolbild).

Nach einem Leben voller Arbeit müssen sie ihre Koffer packen.

Der Traum vom Lebensabend auf Mallorca zerplatzt für immer mehr Leute. Ein schmerzhafter Abschied, denn wer sein Leben lang auf der Insel malocht hat, sieht sich jetzt zur Flucht gezwungen. Der Grund ist brutal einfach: Die Kosten auf der Sonneninsel sind für sie nicht mehr zu stemmen. Anstelle von Palmen und Strandpromenade gibt es am Ende der Karriere eine knallharte Abrechnung, die viele nicht begleichen können.

Die Faktenlage ist erschreckend. Eine Rente von durchschnittlich 1400 Euro auf den Balearen steht einer mittleren Miete von circa 1500 Euro gegenüber. Die eigenen vier Wände? Für die Mehrheit ein ferner Traum. Wer das Glück einer eigenen Wohnung hat, dem bleibt oft nur eine Option: alles verkaufen und wegziehen. Das berichtet „Mallorca Magazin“.

Diese bittere Realität schildert Pedro Berruezo, der Generalsekretär der Rentner-Gewerkschaft UGT auf den Balearen. Er sagt, viele geben ihr Heim auf Mallorca auf – nicht freiwillig, sondern weil das Geld einfach nicht mehr reicht. Der Erlös aus dem Verkauf fließt dann in ein billigeres Domizil auf Spaniens Festland, der Rest sichert das Überleben. Und es sind längst nicht mehr nur die Zugezogenen, die gehen müssen. Auch gebürtige Mallorquiner sind betroffen, was José Miguel Artieda, der Chef der balearischen Immobilienmaklerkammer, bekräftigt.

Ein Ziel sticht dabei besonders hervor: Galicien. Der Lockruf kommt nicht von der Landschaft, sondern vom Preisschild. Während auf den Balearen der Quadratmeterpreis im Mittel bei über 4000 Euro liegt und eine gewöhnliche Wohnung schnell die 300.000-Euro-Marke knackt, kriegt man in Galicien Ähnliches für viel weniger Geld. Wer sein Eigentum auf Mallorca zu Geld macht, dem bleibt nach dem Kauf dort oft eine hohe Summe für einen entspannteren Ruhestand.

Der Andrang ist gewaltig, das bestätigt Patricia Vérez, die Vorsitzende der Maklerkammer in A Coruña. Teilweise werden Immobilien erworben, ohne dass die Käufer sie je mit eigenen Augen gesehen haben. Aber dieser Schritt ist alles andere als ein Spaziergang. Zahlreiche der billigen Objekte müssen erst aufwendig renoviert werden, doch gute Handwerker sind kaum zu finden. Es ist ein Wagnis, das viele nur aus purer Verzweiflung eingehen.

Das Urteil von Gewerkschafter Berruezo fällt niederschmetternd aus: „Ein Rentner ohne Eigenheim kann auf Mallorca nicht leben“. Damit verliert die Insel genau jene Menschen, die maßgeblich zu ihrem Wohlstand beigetragen haben. Der Immobilienmarkt siebt gnadenlos aus. Am Schluss haben nur noch diejenigen eine Chance, die über das nötige Kleingeld verfügen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.