Immobilien-Irrsinn auf den Inseln! Madrid schmiedet harte Pläne.
Immobilien-Beben auf MallorcaDroht jetzt der Kauf-Stopp für Ausländer?

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Mallorca: Hohe Mieten für illegale Mini-Wohnungen (Symbolbild).
Ein Hammer-Vorschlag gegen die Wohnungsnot auf den Urlaubsinseln? Die spanische Regierung will bei der Europäischen Kommission eine drastische Regelung für die Kanarischen Inseln durchsetzen: Ausländer sollen nur noch dann eine Immobilie erwerben können, wenn sie diese als Hauptwohnsitz verwenden. Diese Initiative könnte auch für die Balearen zur Vorlage werden, denn obwohl Mallorca und Ibiza momentan nicht betroffen sind, ist die Situation dort hochexplosiv.
Die Fakten sind knallhart: Der Quadratmeterpreis auf den Balearen steigt im Schnitt auf etwa 4000 Euro. Damit sind die Inseln preislich sogar über den Kanaren angesiedelt. Der Wunsch nach einem eigenen Zuhause oder einer leistbaren Wohnung ist für zahlreiche Ortsansässige unerreichbar geworden. Aus diesem Grund kam es immer wieder zu zornigen Demonstrationen. Deshalb verlangen Aktivisten, den Erwerb durch Nicht-Ortsansässige zu begrenzen, um Spekulanten einen Riegel vorzuschieben. Laura Pérez von der Plattform „Mallorca no es ven“ (Mallorca steht nicht zum Verkauf) nennt das eine „notwendige Maßnahme“, um die Balance auf den Inseln zu erhalten. Dies sei „kein Akt der Ausgrenzung“, sondern helfe, die lokale Bevölkerung zu schützen. Das berichtet „Mallorca Magazin“.
Aber die konservative Regionalregierung der Balearen, die mit den Vorschlägen der Madrider Sozialdemokraten oft auf Kriegsfuß steht, gibt sich bedeckt. Sie verweist lieber auf eigene Vorhaben. Einem Artikel der „Ultima Hora“ vom Mittwoch zufolge wird ein Krisenplan für erschwingliche Wohnungen entwickelt, von dem nur Anwohner profitieren sollen. Vorgesehen sind demnach Apartments, die permanent als Wohnungen ausgewiesen werden und damit nicht für Touristen oder Spekulationsgeschäfte zur Verfügung stehen.
Zugleich verfolge man die Fortschritte bei der Kanaren-Initiative auf EU-Ebene „aufmerksam“. Alfonso Rodríguez, der Delegierte der Zentralregierung auf den Balearen, mischt sich ebenfalls ein und verlangt eine „gemeinsame Antwort der Europäischen Union“. Er bemängelt, dass durch das Wirken von Investoren der ursprüngliche Sinn von Wohnraum verloren gegangen sei, weil man stattdessen auf den Tourismus schiele. In überhitzten Märkten wie den Balearen müsse das Wohnen als ein Grundrecht gelten.
Wie zu erwarten war, kommt massiver Widerstand aus der Immobilienbranche. Vertreter des Sektors läuten die Alarmglocken und mahnen vor „rechtlichen Hürden und wirtschaftlichen Nebenwirkungen“. Sie haben Zweifel, ob derartige Einschränkungen mit europäischem Recht zusammenpassen. Außerdem könnten Investitionen ausgebremst werden, ohne die eigentlichen Gründe für die explodierenden Preise zu bekämpfen: zu wenig Bauland, endlose Genehmigungsprozesse und fehlende Sozialbauprojekte.
Zuspruch für die Initiative gibt es dagegen von Umwelt- und Sozialorganisationen. Für sie ist das ein wichtiges Instrument im Gefecht gegen Spekulanten in den bei Urlaubern so gefragten Gebieten. Ob Brüssel bei dieser Sache am Ende mitspielt, steht aber noch komplett in den Sternen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
