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Raketen-Angst in Dubai:Deutsche Influencer fliehen – „Türen vibrierten“

Angriff auf den Iran - Dubai

Copyright: Altaf Qadri/AP/dpa

Dubai gerät ähnlich wie andere Metropolen am Golf seit Tagen unter Beschuss. (Archivbild)

Der Luxus-Traum wird zum Albtraum. Mitten in Dubai schlagen Raketen ein. Deutsche Stars und Influencer sind mittendrin, erleben Panik pur und suchen Schutz. Das glamouröse Image der Wüstenmetropole zerbricht.

Panik pur bei Model und Influencerin Hofit Golan, als sie iranische Flugkörper am nächtlichen Himmel über Dubai entdeckt. In einem auf Social Media verbreiteten Clip, der Geschossfeuer über der Stadt zeigt, schreit sie immer wieder: «Oh mein Gott». Für Golan und viele andere Internet-Stars zerbricht durch die Attacken aus dem Iran die Fassade des sorgenfreien Luxuslebens in Dubai auf dramatische Weise.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet, sind die Attacken eine Reaktion des Irans auf militärische Operationen der USA und Israels. Nicht nur Dubai und Abu Dhabi in den VAE, sondern auch Orte in Kuwait, Bahrain und Katar geraten ins Visier. Die Folgen sind verheerend: Dutzende Menschen wurden verletzt, es gab sogar Todesopfer, Feuer brachen aus und es entstanden Sachschäden. Ziele waren auch Wohnhäuser, Hotels und Airports. Laut Angaben der Emirate wurden Hunderte Raketen- und Drohnenangriffe registriert, die man aber mehrheitlich habe abwehren können.

Deutsche Influencerin flüchtet: „Türen vibrierten“

Die Menschen sind fassungslos. Fiona Erdmann, eine deutsche Schauspielerin und Influencerin, die seit neun Jahren mit ihrer Familie in der Wüstenstadt wohnt, wurde nachts von Sirenen aus dem Schlaf gerissen. Sie schildert dramatische Szenen von «Abwehrmanövern, die so laut waren, dass unsere Türen vibrierten und wir uns alle in der Abstellkammer verbarrikadierten». Völlig verzweifelt sagt sie in einem Video auf Instagram: «Ich weiß auch nicht mehr, wo wir hin sollen». Die Familie hat inzwischen die Flucht ins Nachbarland Oman angetreten, um dort Schutz zu suchen.

Influencerin Fiona Erdmann

Copyright: Monika Skolimowska/dpa

Fiona Erdmann reiste mit ihrer Familie wegen der Angriffe in Dubai in den Oman. (Archivbild)

Auch Fitness-Influencer Will Bailey ist sichtlich mitgenommen. «Das war verdammt nah», kommentiert er eine der Detonationen. Der muskulöse Brite, der sich auf Social Media oft oberkörperfrei präsentiert, filmt, wie die Raketenabwehr über ihm iranische Geschosse zerstört. Bei einer weiteren lauten Explosion zuckt er zusammen und meint: «Die habe ich in meinem Herzen gespürt», bevor er ins Haus rennt.

Im Netz sorgt die Situation teils für Spott und Hohn. Viele Kommentare deuten an, dass die Scheinwelt der reichen und privilegierten Influencer in Dubai nun ein jähes Ende gefunden habe. Ein besonders zynisches Meme kursiert, das eine Szene vom Untergang der Titanic zeigt, in der eine Frau fragt: «Werden die Plätze in den Rettungsbooten vergeben nach Zahl der Follower?»

Drohnen-Alarm bei „Mein Schiff 4“: Urlauber in Angst

Wie gefährlich die Situation in der Gegend wirklich ist, machten deutsche Touristen auf einem Kreuzfahrtschiff gegenüber RTL deutlich. Laut den Urlaubern schlugen mindestens zwei Drohnen nahe der «Mein Schiff 4» im Hafen von Abu Dhabi ein. Die Passagiere berichteten, dass sie nach einem «extrem lauten Knall» umgehend angewiesen wurden, sich unter Deck in Sicherheit zu bringen.

Kim Gloss und Alexander Beliaikin

Copyright: Gerald Matzka/dpa

Kim Gloss äußert in Clips aus Dubai vor allem Vertrauen in die Behörden vor Ort. (Archivbild)

Zahlreiche Influencer bemühen sich unterdessen, den Anschein von Normalität aufrechtzuerhalten. Kim Gloss, eine durch TV-Formate bekannt gewordene Influencerin aus Hamburg, betont: «Ich vertraue dem Land hier, zu 100 Prozent». Sie fügt hinzu: «Wir fühlen uns wirklich sicher und es ist alles ok.» Ihre Familie befolge die Sicherheitsanweisungen der Regierung, zu denen auch der Rat gehört, auf einer Matratze im Zentrum eines Zimmers zu übernachten und Fenster zu meiden. Die Behörden würden Warnungen versenden, während Polizei und Rettungsdienste im Dauereinsatz seien.

Kritik verboten: Hohe Strafen für kritische Posts

Die ständige Betonung des «Vertrauen ins System» wirkt auf viele Beobachter auffällig. Es kommt der Verdacht auf, dass die Regierung möglicherweise Wortlaute für Social-Media-Beiträge vorgibt oder unliebsame Berichte zensiert. In den Emiraten ist Kritik an staatlichen Stellen oder deren Vorgehen strengstens verboten. Wer «den Ruf, das Ansehen oder die Würde» des Landes beeinträchtigt, muss mit drastischen Konsequenzen rechnen: bis zu fünf Jahre Gefängnis und eine Geldbuße von bis zu 117.000 Euro sind möglich.

Das Teilen von Bildern oder Clips der Angriffsziele in sozialen Medien kann demzufolge riskant sein. Die staatlichen Stellen bezeichnen solche Inhalte als «Gerüchten» sowie «Informationen von unbekannten Quellen» und kündigen juristische Schritte an. Aus diesem Grund wiederholen viele Online-Stars die offizielle Parole der Regierung: Habt keine Furcht, das Land ist ungefährdet, führt euer normales Leben weiter.

Präsident Mohammed bin Sajid versucht ebenfalls, genau diese Botschaft zu senden. Er schlenderte durch eine der riesigen Shoppingmalls in Dubai und posierte für Fotos mit Passanten. Taim al-Falasi, eine der reichweitenstärksten Reise- und Lifestyle-Bloggerinnen Dubais mit 4,6 Millionen Instagram-Abonnenten, teilte ein Bild des Präsidenten in dem Einkaufszentrum und versah es mit einem weißen Herz-Emoji.

Skyline von Dubai

Copyright: Kamran Jebreili/AP

Dubai will seinen Ruf bewahren als sicherer Ort für Freizeit und Geschäfte. (Archivbild)

«Ich kann mir keine kraftvollere Botschaft vorstellen», erklärt auch der Entertainer und Influencer Chalid al-Ameri, dem auf Instagram 3,2 Millionen Menschen folgen. Er wirft den Medien vor, mit ihrer Berichterstattung über die Attacken lediglich Furcht schüren und ein Bild von Chaos zeichnen zu wollen. Ähnlich äußert sich Influencer Nail Abu Altin, der postet: «Hunderte Schlagzeilen. Null Panik auf der Straße».

Das Märchen von der „sichersten Stadt der Welt“

Das Narrativ der sicheren Metropole ist schließlich auch ein Geschäftsmodell für all jene, die mit Beiträgen über ein glamouröses Leben gutes Geld machen. Influencer und Blogger bezeichnen Dubai oft als die «sicherste Stadt der Welt». Um das zu untermauern, inszenieren sie in ruhigeren Phasen vor laufender Kamera Experimente: Sie lassen eine Luxusuhr im Wert von 18.000 US-Dollar oder ihre Pässe und Kameras an belebten Orten zurück, nur um nach Stunden wiederzukommen und zu demonstrieren, dass nichts entwendet wurde. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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