Die Stadt zieht nach vier Feuern an nur einem Wochenende jetzt die Notbremse.
Feuer-Hölle im alten KnastPalma will Obdachlose jetzt rauswerfen

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Feuerwehrauto mit Aufschrift FEUERWEHR.
Riesen-Aufregung in Palma! Die Situation im früheren Gefängnis der Stadt eskaliert völlig. Die Stadtregierung will das Areal jetzt so schnell wie möglich evakuieren, nachdem es am letzten Wochenende gleich viermal lichterloh brannte. Vier Personen mussten bei einem der Brände sogar von den Einsatzkräften in Sicherheit gebracht werden. In dem heruntergekommenen Bau hausen offiziell rund 200 Personen unter furchtbaren Bedingungen – die dort Lebenden gehen aber von der doppelten Menge aus.
Die Verwaltung vermutet, dass die Bewohner selbst für die Feuer verantwortlich sind, womöglich aufgrund von Zoff untereinander. „Allein am vergangenen Wochenende gab es vier Brände“, erläuterte Vize-Bürgermeister Javier Bonet am Dienstag (24.2.) auf einer Pressekonferenz. Ein strenger Fahrplan soll die Zuspitzung beenden: Zugangskontrollen finden seit Mittwoch, 7.00 Uhr, statt, und am Donnerstag steht die Identifizierung der dort lebenden Menschen an. Eine außerordentliche Sitzung am Freitag soll den offiziellen Startschuss für die Evakuierung geben. Danach bekommen die Bewohner ihre Räumungsaufforderung. Das berichtet „Mallorca Zeitung“.
Sobald die Aufforderungen zugestellt sind, bleiben den Leuten fünf Tage für einen Widerspruch und dann noch vier weitere Tage, um das Areal zu räumen. „Das Profil der Menschen, die dort leben, hat sich radikal verändert“, so Bonet. Es wird damit gerechnet, dass sich ein Teil den Maßnahmen widersetzen wird. Falls die Bewohner nicht von selbst das Gelände verlassen, plant die Stadt, einen richterlichen Räumungsbefehl zu erwirken. Weil es sich laut der Stadt bei etwa 60 Prozent der Leute um Ausländer ohne legalen Aufenthaltsstatus handelt, hat man auch die Zentralregierung um Mithilfe ersucht.
Die Unterbringungssituation ist extrem schwierig. „Wir wissen, dass die Einrichtungen der mallorquinische Sozialbehörde IMAS derzeit überbelegt sind“, sagte Bonet. Er pochte auf Kooperation und bat auch das Bistum, die Hafenbehörde sowie das Militär um Unterstützung bei der Schaffung von Schlafplätzen. Die Diözese besitze zahlreiche Räume, die sie bereitstellen müsse. Bonet ergänzte: „Wenn die Regierung ein Zelt für alle Migranten aufstellen kann, die mit Booten ankommen, sollte es auch eine Wohnlösung anbieten können.“
„Es ist ein dringender Eingriff notwendig. Es besteht Gefahr für die Obdachlosen und es ist insgesamt nicht sicher“, unterstrich Bonet. Am liebsten würde der Bürgermeister die Leute „schon morgen“ vor die Tür setzen, aber die Rechtslage lässt das nur bei unmittelbarer Einsturzgefahr zu, und die liegt hier nicht vor. Ist das Gelände erst einmal leer, wird der Abfall entsorgt und der Bau verbarrikadiert, damit niemand wieder einzieht. Danach soll der Komplex abgerissen werden. So entsteht Raum für eine neue Anbindung an die Autobahn und einen erweiterten Kreisel.
Die Stadt will vor Gericht die gestiegene Brandgefahr als Hauptargument anführen, um den Prozess zu beschleunigen. An diesem Ort plant die Stadtverwaltung außerdem ein eigenes Vorhaben für günstigen Wohnraum. Wie der Stadtrat mitteilte, hat man den Bewohnern über soziale Dienste schon Unterkünfte angeboten, aber „angenommen hat bislang nur eine 18-jährige Frau“. (red)
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