Die Kölner Familie Bellmann lebt seit 2024 in Montevideo. Doch wie sieht es mit FC, Kölsch und Karneval in der Ferne aus?
11.550 Kilometer entferntKölner Auswanderer-Traum: Aber etwas fehlt doch

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Der Kölner Tim Bellmann lebt in Montevideo mit seiner Familie in Uruguay.
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11.550 Kilometer von der Heimat Köln entfernt! Tim Bellmann (50) aus Nippes lebt seit 2024 mit seiner Frau Claudia (57) und Sohn Liam (17) in Montevideo – der Hauptstadt Uruguays.
Die kölsche Familie hat den Schritt gewagt und ist ausgewandert.
Von Köln nach Uruguay: Hier lebt jetzt die Familie Bellmann
Uruguay ist für Familie Bellmann bereits die dritte Auslandsstation. Zuvor lebten sie drei Jahre in Guatemala und ganze fünf Jahre im mexikanischen Puebla. Der Grund für die Reisefreudigkeit? Claudia Sistermans-Bellmann, die als Lehrerin im deutschen Auslandsschulwesen arbeitet. 2024 nahm sie eine Stelle als Direktorin an der Deutschen Schule Montevideo an – und die ganze Familie zog mit.
Tim selbst hat seinen Beruf als Physiotherapeut vorerst an den Nagel gehängt und kümmert sich um den Haushalt und den gemeinsamen Sohn Liam. Der Teenager besucht die Deutsche Schule in Montevideo und soll dort 2027 sein Abitur ablegen – danach wird die Familie neu entscheiden, wie es weitergeht. Ob Tim und Claudia dann in Uruguay bleiben oder zurück nach Köln kehren? Das steht noch in den Sternen.
„Natürlich vermissen wir unsere Heimat Köln, Familie und Freunde. Dazu gehört ebenso das wöchentliche Mitfiebern mit dem FC“, erzählt Tim gegenüber EXPRESS.de.
Nach dem Abitur in Puebla studiert Tochter Lilith (23) inzwischen in Köln auf Lehramt. Sie hat die Heimat nie ganz verlassen – und nutzt die elterlichen Dauerkarten beim 1. FC Köln fleißig, um den Geißböcken die Treue zu halten.
Tim hingegen sitzt bei Spielen im Trikot vor dem Fernseher in Montevideo und fiebert mit. Genauso wie Sohn Liam, der ebenfalls ein glühender FC-Fan ist.

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Der Kölner Tim Bellmann mit seiner Frau Claudia und Freunden in Montevideo.
Im August 2025 bekam die Familie unerwarteten Zuwachs: Ein uruguayischer Straßenhund hat bei den Bellmanns ein neues Zuhause gefunden. Das Tier passt gut ins neue Leben der Familie – entspannt, herzlich und mit viel Freiheit.
Denn genau das schätzt Tim an Uruguay am meisten. Das Leben sei ruhiger, die Menschen freundlicher, und der Atlantik liegt quasi vor der Haustür.
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„Es ist natürlich auch ein Privileg, in kürzester Zeit am Atlantik zu sein und sich in die Wellen zu stürzen. Das genießen wir auch in der Woche häufig – und die Strände sind oftmals menschenleer“, so Bellmann.
„Am Montag (23. Februar) hatten wir knapp 30 Grad, am Dienstag (24. Februar) etwas kühlere 25 Grad. Dazu muss man natürlich wissen, dass wir hier auf den Herbst zusteuern. Das heißt, ab Juli/August ist hier Winterzeit.“
Beim Thema Bier bleibt Tim Bellmann standhaft
Eingewöhnen musste sich Tim allerdings beim lokalen Lieblingsgetränk: Mate-Tee ist in Uruguay fast schon eine Religion. „Mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran“, sagt er schmunzelnd. Beim Thema Bier allerdings bleibt er standhaft: „An der Braukunst müssen sie hier noch etwas üben. Da vermisse ich schon mein Kölsch!“
Als echte Rheinländer vermissen Tim und Claudia natürlich besonders eine Jahreszeit: den Karneval. Doch der findige Nippeser hat sich zu helfen gewusst. „Mit Radio Köln im Ohr und Gleichgesinnten vor Ort haben wir in Montevideo kurzerhand eine kleine Karnevalsparty ins Leben gerufen.“
Und das Erstaunliche: Uruguay selbst feiert Karneval – und das sogar länger als an jedem anderen Ort auf der Welt. 40 Tage dauert die uruguayische Karnevalssaison, die damit die längste weltweit ist.

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Karneval in Montevideo – die uruguayische Session dauert 40 Tage.
Die Familie versucht, alle ein bis zwei Jahre für einen Besuch nach Köln zu kommen. Die Verbindung zur Heimat bleibt stark – zur Stadt, zu Freunden und zur Familie. Trotzdem: Bereut hat Tim Bellmann den Schritt ins Ausland nie.
„Das Leben an sich hier ist sehr viel ruhiger und nicht so stressig und hektisch. Unser Sohn und auch wir insgesamt als Familie fühlen uns hier sehr wohl und sicher.“
Wer Uruguay bisher nicht auf dem Schirm hatte, dem gibt Tim noch einen letzten Reise-Tipp mit auf den Weg: Die Weltstadt Buenos Aires ist per Schiff in knapp drei Stunden erreichbar – ein weiteres Highlight des Lebens am Río de la Plata.


