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Riesen-Wirbel um Regenbogen-KreuzfahrtTürkei blockiert Schiff von Virgin-Milliardär Branson

Die „Scarlet Lady“ von Virgin Voyages durfte nicht in der Türkei anlegen.

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Die „Scarlet Lady“ von Virgin Voyages durfte nicht in der Türkei anlegen.

Die Türkei verweigert einem Kreuzfahrtschiff mit LGBTQ+-Reisenden das Anlegen im Hafen.

Weil den Behörden die sexuelle Orientierung der Reisenden nicht passt, wurde einem Kreuzfahrtschiff die Einfahrt in die türkischen Häfen von Kuşadası und Istanbul verwehrt.

Laut Berichten von CNN geht es um die „Scarlet Lady“ von Virgin Voyages, einem Unternehmen des britischen Milliardärs Richard Branson.

Kreuzfahrt für Menschen aus der LGBTQ+-Community

Das Schiff sollte planmäßig zwei türkische Häfen anlaufen, doch daraus wird nichts. Als offizielle Begründung werden „moralische Standards“ und „Familienwerte“ genannt. Der wahre Grund: Die Reise ist ein spezielles Angebot für Menschen aus der LGBTQ+-Community.

Rich Campbell, der Geschäftsführer des Organisators Atlantis Events, schilderte amerikanischen Medien den ursprünglichen Reiseverlauf. Die Kreuzfahrt „Von Athen nach Venedig“ sollte am 5. Juli in Griechenland beginnen. Ein Stopp im quirligen türkischen Hafen Kuşadası war für zwei Tage danach geplant, bevor die Route weiter nach Istanbul führen sollte.

Die Behörden in der Türkei machten jedoch einen Strich durch die Rechnung. Sie erklärten die „Veranstaltung“ für abgesagt, weil das Schiff von Gruppen gebucht worden sei, „die für Verhaltensweisen bekannt sind, die mit dem Gefüge unserer Gesellschaft und unseren moralischen Werten unvereinbar sind“. Es wird betont, dass dies eine Einzelmaßnahme sei, von der andere Schiffe nicht berührt sind.

Der Veranstalter Atlantis Events hat bereits eine neue Route festgelegt. Anstelle der Türkei werden nun die ägyptische Metropole Kairo und die griechische Insel Kreta angelaufen, wie das Unternehmen mitteilte. Auf der Webseite findet sich dazu ein Hinweis als „wichtiges Update“.

Veranstalter ist fassungslos: „Das ist ziemlich verblüffend“

„Das ist, ehrlich gesagt, ziemlich verblüffend. Ich meine, der Grund dafür ist doch, dass es sich um eine schwule Gruppe handelt“, äußerte sich Rich Campbell. Gegenüber CNN fügte er hinzu, er halte es für „besorgniserregend“, wenn ein Staat entscheiden könne, welche Urlauber ins Land kommen dürfen und welche nicht.

In der 36-jährigen Firmengeschichte sei dies ein einmaliger Vorgang. Der Reiseveranstalter kritisiert, dass seinem Unternehmen zum ersten Mal „aktiv mitgeteilt wurde, dass wir hier nicht anlegen dürfen, weil wir sind, wer wir sind“. Er stellte klar, dass es sich um homosexuelle Passagiere handelt.

Eine Anfrage von CNN an das türkische Kultur- und Tourismusministerium sowie an Virgin Voyages blieb bis dato unbeantwortet.

„Scarlet Lady“: Ein hochmodernes Schiff mit E-Antrieb

Laut dem Schiffs-Tracker Vesselfinder befand sich die „Scarlet Lady“ am 4. Juli bereits in Griechenland. Das Schiff lag im Hafen von Thira (Santorini), nachdem es zuvor in Rhodos festgemacht hatte. Am 5. Juli sollen in Athen die Reisenden an Bord gehen. Das 277 Meter lange Schiff ist auf den Bahamas registriert. Es kann in 1.408 Kabinen maximal 2.770 Passagiere beherbergen, um die sich eine Crew von rund 1.160 Personen kümmert.

Die „Scarlet Lady“ ist eines von vier Schiffen der Flotte von Virgin Voyages. Die Kreuzer sind nur wenige Jahre alt und technisch auf dem neuesten Stand. Angetrieben wird das Schiff von zwei Elektromotoren. (red)

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