Hier wird’s bewegend: Köln ist für Katherine ein besonderer Ort. Hier war sie für ihre ersten TV-Formate unterwegs, hier kommt sie bis heute immer wieder gern her. Doch hinter ihrem Lächeln steckt eine Geschichte voller Mut, Schmerz und Durchhaltevermögen.
„Ich wusste immer, wer ich bin“Katherine spricht offen über ihre Transition

Copyright: Katherine privat
Katherine spricht offen über ihre Transition, ihre schwierige Kindheit und den langen Weg zu einem Leben im Einklang mit sich selbst. Zur Zeit ist sie Single und auf der Suche nach der großen Liebe.

Katherine (28) aus NRW hat einen Weg hinter sich, den sich viele Menschen kaum vorstellen können. Schon als Kind spürte sie, dass etwas nicht zusammenpasste. „Ich wusste immer innerlich, okay, du fühlst dich als Frau, aber dein Spiegelbild sagt was anderes“, erzählt sie im Podcast „Let’s Talk About Sex“ mit Louisa Noack.
Während andere Kinder sich über Schule, Freunde oder Hobbys Gedanken machten, beschäftigte Katherine eine viel grundlegendere Frage. Bereits im Kindergarten bemerkte sie, dass ihr Körper nicht zu dem passte, wie sie sich fühlte. Mit zehn Jahren fand sie schließlich Antworten. Über eine Online-Freundschaft lernte sie erstmals eine andere Transperson kennen. „Da hat es bei mir klick gemacht. Da hieß es für mich: Okay, das ist mein Weg.“ Plötzlich waren viele der Fragen beantwortet, die sie jahrelang begleitet hatten.
Doch der Weg zur Frau war alles andere als einfach. Katherine berichtet von Ausgrenzung und Einsamkeit. „Ich wurde ausgestoßen. Mit mir hat man nichts mehr wirklich unternommen.“ Besonders weh tat ihr, dass sich selbst Menschen aus dem engsten Umfeld von ihr abwandten. Über ihre Großmutter erzählt sie: „Wenn ich sie draußen gesehen habe, war ich Luft.“
Der lange Weg zur eigenen Identität
Mit etwa 15 Jahren begann Katherine ihre Hormontherapie. Später folgten weitere medizinische Schritte. Zweifel an ihrer Entscheidung hatte sie nach eigenen Angaben nie. Auf die Frage, ob sie ihren Weg jemals infrage gestellt habe, antwortet sie knapp: „Nein, also ich habe kein einziges Mal gezweifelt.“
Heute blickt sie mit Dankbarkeit auf diesen Weg zurück. „Heute sehe ich mich komplett“, sagt sie. „Damals war es so, wenn ich mich in den Spiegel angeschaut habe, habe ich nie die Person gesehen, die wie ich heute bin.“
In ihrem Buch spricht Katherine nicht nur über ihre Transition, sondern auch über ein weiteres schweres Kapitel ihrer Kindheit. Sie berichtet, im Alter von sechs Jahren vom besten Freund der Familie sexuell missbraucht worden zu sein. Lange schwieg sie darüber. Erst in ihrem Buch machte sie diese Erfahrung öffentlich. „Es war sehr, sehr schwierig“, sagt sie heute. Gleichzeitig möchte sie Betroffenen Mut machen: „Es ist zwar schwierig, aber du kannst damit leben. Also du kannst wirklich lernen, damit trotzdem zu leben.“

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Der Weg zur Frau war für Katherine nicht leicht. Dennoch ist sie ihn gegangen und bei sich sloebst angekommen.
Dating zwischen Ehrlichkeit und Vorurteilen
Auch die Partnersuche brachte besondere Herausforderungen mit sich. Vor ihrer geschlechtsangleichenden Operation erklärte Katherine potenziellen Partnern offen ihre Situation. Nicht jeder konnte damit umgehen. Manche Männer zogen sich zurück, andere reagierten überrascht.
Besonders frustrierend sei für sie gewesen, dass viele Menschen auf Dating-Plattformen ihre Profile gar nicht richtig lesen. „Die Problematik ist auch heutzutage, viele lesen sich die Profile nicht durch“, erzählt sie. „Und ich kam so oft in die Situation, wo es dann einfach hieß: Wie? Das wusste ich ja nicht.“
Nach ihrer Operation führt sie ein erfülltes Liebesleben und entdeckt ihren Körper immer noch neu. Dass medizinisch inzwischen vieles möglich ist, fasziniert sie bis heute. Vor allem aber genießt sie das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Sie arbeitet selbständig und liefert ihren Fans auf der Plattform Bestfans explizite und erotische Einblicke. Und sie ist tatsächlich noch Single und sucht nach der großen Liebe.
Seinen eigenen Weg zu finden, ist nicht immer leicht.Wer sich in einer Phase der Orientierung befindet oder Unterstützung bei persönlichen, familiären oder partnerschaftlichen Herausforderungen sucht, findet weitere Informationen und Hilfe unter www.kommwirreden.de.
Eine Botschaft an Menschen, die zweifeln
Wenn Katherine heute Menschen begegnet, die sich verloren fühlen oder gemobbt werden, hat sie eine klare Botschaft. „Such dir Hilfe, such dir auch eine Vertrauensperson. Es gibt nichts Schlimmeres als komplett alleine zu sein.“
Besonders wichtig seien echte Freundschaften und Menschen, die auch in schwierigen Zeiten bleiben. „Mit echten Freunden, die auch in den schlechten Tagen für dich da sind, wirst du wachsen.“
Und wenn sie ihrem jüngeren Ich heute eine Nachricht schicken könnte? Dann würde sie ihm sagen, dass sich das Warten gelohnt hat. Dass all die Kämpfe nicht umsonst waren. Denn heute kann Katherine einen Satz sagen, der für sie alles verändert hat:
„Ich bin super zufrieden, wie ich heute bin.“

