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Rainbow-Festival in Köln„Ihr Verhalten ist bodenlos!“ Veranstalter attackiert Schlagerstar

Menschen beim Rainbow-Festival am Fühlinger See.

Copyright: Martina Goyert

Trotz Rekordhitze feierten rund 20.000 Menschen die zweite Ausgabe des Rainbow-Festivals am Fühlinger See. Viele hatten einen bunten Sonnenschutz dabei.

Zum zweiten Mal fand in Köln das Rainbow-Festival statt. Trotz Rekordhitze feierten die Gäste ausgelassen das bunte Programm. Ärger gab es nur um einen Star, der kurzfristig abgesagt hatte.

Kölns buntestes Festival war auch gleichzeitig das heißeste. Viele Veranstaltungen wurden aufgrund der Rekordhitze abgesagt. Das Rainbow-Festival am Fühlinger See ging mit knapp 20.000 Menschen über die Bühne.

Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr wurde erneut auf zwei Bühnen die Vielfalt gefeiert. Musikalisch ging es einmal querbeet. Von Kölsch (Grüngürtelrosen, Kasalla) über Party (Vengaboys, Mia Julia) und Retro (Mark Medlock, Boney M., Alphaville) bis zu Fan-Lieblingen (Kamrad, Omar Rudberg, No Angels) reichte das Programm der Sunshine-Stage.

Rund 20.000 Menschen feierten zweite Ausgabe des Rainbow-Festivals.

Auf der Aqua-Stage waren DJ-Größen wie David Puentez, Felix Jaehn und HBz am Start. „Es ist geisteskrank heiß“, sagte ESC-Teilnehmer Isaak, der kurzfristig ins Programm gerutscht war. Er stopfte eine Lücke, die Marianne Rosenberg hinterlassen hatte.

Die 71-Jährige hatte ihren Auftritt in Köln kurzfristig abgesagt. „Leider konnten seitens des Veranstalters nicht alle vertraglich vereinbarten Bedingungen für den Auftritt umgesetzt werden“, teilte sie mit.

Im EXPRESS.de-Gespräch wehrte sich dieser. „Sie war mit ihrer vorgesehenen Auftrittszeit nicht einverstanden. Wir hatten sie am späten Nachmittag eingeplant. Das hat sie abgelehnt. Sie sei schließlich schon 55 Jahre im Business und habe ein Nummer-eins-Album gehabt“, sagte Markus Krampe.

Veranstalter Markus Krampe am Fühlinger See.

Copyright: Marcel Schwamborn

Markus Krampe veranstaltete zum zweiten Mal das Rainbow-Festival am Fühlinger See.

„Blöderweise ist die Gage schon im Vorfeld geflossen. Sie erhält ihr komplettes Geld, ohne hier aufzutreten. Und dann stellt sie sich hin und behauptet, dass ihr die Community und Köln so am Herzen liegen würden. Das ist scheinheilig.“

Krampe hat mit der Schlagersängerin („Er gehört zu mir“) nun abgeschlossen. „Ich hatte sie bei verschiedenen Events. Da war sie immer sehr arrogant. Das hat meine Fanliebe schon vor längerer Zeit abgetötet. Ihr Verhalten ist bodenlos, auch wenn sie eine gestandene Künstlerin ist.“

Mark Medlock beim Rainbow-Festival am Fühlinger See.

Copyright: Martina Goyert

Der frühere DSDS-Sieger Mark Medlock setzte seine Comeback-Tour mit einem Auftritt am Fühlinger See fort.

So groß der Ärger um Rosenbergs Absage war, so gering fielen am Ende die Probleme wegen der großen Hitze aus. „Wir standen die ganze Woche mit den Behörden im Austausch und haben diskutiert, ob wir das Event absagen sollen“, erklärte Krampe. „Es gab aber nie die Bitte oder die Aufforderung, das Festival nicht durchzuführen.“

Kurzfristig wurde das Gelände umgebaut. Der Biergarten wurde anders platziert, zahlreiche Wasserstellen und Regenduschen standen bereit. Zwischendurch gab’s Gratis-Wasser und Gratis-Eis für die Feiernden. Fächer und Strohhüte wurden verteilt. Permanent kreiste ein ADAC-Hubschrauber über dem Gelände, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist.

Ein Fan lässt sich per Wasserdusche nassspritzen.

Copyright: Martina Goyert

Besucher genießen eine Wasserdusche von der Security.

Die Anzahl der eingesetzten Sanitäter wurde verdoppelt. Immer wieder gab es bei einigen Kreislaufprobleme. Die Rettungswagen fuhren ein ums andere Mal vom Gelände. Letztlich gab es aber keine dramatischen Zwischenfälle. Die Fans feierten in der brütenden Hitze ausgelassen und umsichtig.

Mia Julia beim Rainbow-Festival am Fühlinger See.

Copyright: Martina Goyert

Partykönigin Mia Julia wurde wieder besonders frenetisch gefeiert.

Partykönigin Mia Julia war schon zum zweiten Mal beim Rainbow-Festival. „Mir ist die Botschaft total wichtig“, sagte sie im EXPRESS.de-Gespräch. „Ich habe ein dickes Fell. Wer mich anfeinden will, weil ich bisexuell bin, soll sich einfach verpissen. Ich leide aber immer mit anderen mit. Meine große Schwester ist mit einer Frau verheiratet und sie erzählt mir ständig Horrorgeschichten, wie sie in München angefeindet wird. Sie wurde auch in unserem Heimatdorf von einer Kioskbesitzerin beleidigt. Hier hingegen ist es schön bunt und friedlich.“

Auch Kamrad war Wiederholungstäter am Fühlinger See. „Die Leute können kommen und sein, wie sie wollen. Von dieser Stimmung können sich ganz viele Veranstaltungen, Festivals und insgesamt Menschen eine Menge abschneiden“, sagte der Sänger.

Dieser Baum kippte in der Nacht zu Sonntag in Köln-Rath um.
Spezielle Wetterlage
Fallböe wütet in Köln-Rath – DWD warnt erneut vor Hitze