Einfach nur traurig Heidi Klum zeigt ihre Brüste und die ganze Schmach wird deutlich

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Regelmäßig zeigt Heidi Klum ihre Brüste bei Instagram. Eine Studie zeigt, dass Influencerinnen in sozialen Netzwerken ein echtes Problem haben.

Köln – Wer sich auf Youtube oder Instagram umsieht, der sieht vor allem eines: große Dekolletés, dicke und volle Lippen, jede Menge optimierte Schönheit. Frauen, die basteln, nähen, kochen, gut aussehen. Eine Studie zeigt, wie sehr die Frauen im Netz wieder zurück in den 50ern gelandet sind. Wird Zeit, dass sich das ändert, meint unser Autor. Ein Kommentar.

Frauen, was habt ihr nicht alles gewuppt in der Menschheitsgeschichte: Ihr habt die Radioaktivität entdeckt (Marie Curie), euch mit gerade einmal 21 Jahren mutig gegen das Böse gestellt (Sophie Scholl), habt für die Armen und Schwachen gekämpft (Mutter Teresa), und habt unsere Kindheit bunter gemacht (Astrid Lindgren).

Und dann kamen Youtube und Instagram. Und plötzlich schien sich alles zu ändern: Frauen reden nur noch über Eyeliner und geben Schminktipps, basteln, kochen oder halten ihr Dekolleté in die Kamera. Heidi Klum hat ihren Brüsten, die sie regelmäßig präsentiert, sogar Namen gegeben: „Hans” und „Franz”.

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Frauen im Netz überlegen, was der beste Instagram-Filter für die aufgespritzten Lippen ist, oder pellen sich vor laufender Kamera in überteuerte Designer-Klamotten. Oder machen gleich ihre Neugeborenen zur Click-Bait-Ware. 

Die zwei beliebtesten Youtuberinnen sind Dagi Bee und BibisBeautyPalace, die über Kosmetik, Mode, Schminken sprechen. Andere, ernstere Themen wie Comedy, Politik, Musik, eine eigene Meinung vertreten – das übernehmen laut einer Studie der MaLisa Stiftung zumindest im Netz lieber die Männer. Frauen stehen vor allem für Beauty.

Frauen im Netz: Wer erfolgreich sein will, muss dünn und langhaarig sein

Laut Socialblade werden 50 der größten Youtube-Kanäle Deutschlands von sage und schreibe vier Frauen betrieben. Auf Instagram sind die Frauen erfolgreich, die so aussehen: dünn und langhaarig. Das fand eine Studie des Jugend- und Bildungsfernsehens (IZI) beim Bayerischen Rundfunk heraus, die 300 Posts von erfolgreichen Influencerinnen untersuchte.

Frauen, was ist nur passiert? Nähen, Schminken, Kochen, völlig veraltete Rollenbilder: Sind wir wieder in den 50ern gelandet?

Maria Furtwängler: „Männer haben mehr Ausdrucksmöglichkeiten als Frauen”

Schauspielerin Maria Furtwängler, die die MaLisa-Studie in Auftrag gegeben hatte, sagte einmal im RBB: Männer hätten im Netz so viel mehr Ausdrucksmöglichkeiten als Frauen. „Die können erstens dünn sein, dick sein, lustig sein, klug sein, die können Entertainment machen, die können auch Beauty machen, die können aber auch Politik und Comedy machen.“ Auch in Musikvideos sind Frauen vor allem sexy und passiv.

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Fatal: Vor allem junge Menschen konsumieren den Beauty-Kram und übernehmen das Klischee-Bild der Youtuberinnen: Laut MaLisa-Studie hellen etwa 69 Prozent, die Heidi Klum auf Instagram folgen, ihre Zähne auf. 100 Prozent der Mädels, die Dagi Bee folgen, optimieren ihre Haut. Rennen bald nur noch zugeschmierte Beauty-Zombies durch unsere Straßen?

Problem im Netz: Frauen schmälern mit eigener Meinung ihren Wert

Das Hauptproblem: Immer wenn Frauen versuchen, ihre üblichen Domänen zu verlassen und etwas Neues zu probieren, wird es sehr schwer für sie: „Eine starke eigene Meinung schmälert deinen finanziellen Wert, weil sich dann bestimmte Firmen nicht mehr mit dir zeigen wollen“, sagte eine Youtuberin. Klicks gehen runter, der Hass im Netz steigt.

Dass Frauen damit rechnen müssen, böse beschimpft zu werden, wenn sie mal ihre Meinung sagen, zeigt sich am Beispiel der Youtuberin Jodie Calussi. Sexistische Kommentare, mittlerweile trauriger Alltag für sie: „Ich gebe mich weniger weiblich als andere YouTuberinnen, deshalb wird mir in den Kommentaren eher gesagt, ich solle mir doch mal was anderes als einen Hoodie tragen oder mehr meine Brüste zeigen", sagt sie „Bento“.

Einige starke Youtube-Frauen zeigen klare Kante

Es gibt sie also, die mutigen Youtube-Frauen, die klare Kante statt eines weichgezeichneten Näschens zeigen: Natasha Kimberly, die sich gegen Rassismus stellt, oder MaiLab, die sich mit Burnout-Fragen beschäftigt. Oder Amina Yousaf, die für ein Netz ohne Gewalt eintritt. Nur erreichen sie mit ihren Follower- und Abonnentenzahlen nicht annähernd die Bibi-Marke von 5,73 Mio.

Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft mehr Frauen Mut beweisen, sich gegen den Beauty-Wahnsinn zu stellen. Und dass sich die Greta-Generation auch von diesen starken Frauen mehr anstecken lässt.

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