Endstation BayernScheich-Spross am Flughafen geschnappt

Ein Flugzeug der Lufthansa steht am Flughafen München

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Ein Flugzeug der Lufthansa steht am Flughafen München

Erst Champions League, jetzt Knast-Zelle: Für den Sohn eines Scheichs endete ein Flug in München mit einer Festnahme.

Zugriff in der bayerischen Landeshauptstadt! Rakan Al Thani, Spross des katarischen Scheichs Abdullah bin Nasser Al Thani, wurde am Münchner Airport von der Polizei in Gewahrsam genommen. Das Ganze passierte schon am 12. September. Anscheinend war sein Ziel die katarische Metropole Doha, doch die Polizei war schneller.

Mittlerweile hat die Münchner Generalstaatsanwaltschaft die Verhaftung offiziell gemacht. Die Ursache ist ein von spanischen Stellen ausgestellter Europäischer Haftbefehl. Aktuell befindet sich Rakan Al Thani in einem Gefängnis in Bayern und harrt der Dinge, die folgen werden. Das berichtet „DER SPIEGEL“.

Erst Glanz und Gloria, dann der tiefe Fall

Aber was steckt genau hinter dem Haftbefehl? Im Mittelpunkt der ganzen Sache steht der spanische Fußballverein FC Málaga. Im Jahr 2010 kaufte die Al Thani-Familie den Klub. Ihr Plan: Mit viel Geld einen internationalen Spitzenverein formen. Um das zu erreichen, holte man bekannte Spieler wie Martín Demichelis oder Ruud van Nistelrooy.

Und die Strategie ging zunächst auf. Der Verein zog 2013 ins Viertelfinale der Champions League ein. Dort unterlag man auf dramatische Art dem späteren Endspielteilnehmer Borussia Dortmund. Dieser rasche Aufstieg hatte aber einen hohen Preis. Es heißt, die Al Thanis hätten den FC Málaga finanziell ruiniert.

Schwere Anschuldigungen und die Folgen

Die Anschuldigungen wiegen schwer: Die Rede ist von unterschlagenen Geldern in Millionenhöhe. Bereits 2020 schritt ein Gericht ein, entmachtete die Familie und bestellte einen Insolvenzverwalter. Der Verein stieg daraufhin bis in die dritte Liga ab. Mittlerweile ist der FC Málaga ohne die Herrscherfamilie wieder auf die Beine gekommen und spielt erneut in der höchsten Klasse.

Ein spanisches Gericht erließ daraufhin im Juni europaweite sowie internationale Haftbefehle, die sich gegen den Scheich und seine drei Nachkommen richten. Wie die spanische Publikation „El País“ meldet, verlangt die Anklagebehörde Haftstrafen von über 14 Jahren. Die Anklagepunkte umfassen Veruntreuung, treuwidrige Verwaltung und das Erzwingen von nachteiligen Verträgen.

Die Al Thanis sorgen nicht zum ersten Mal für schlechte Nachrichten in Europa. Gerade erst in der vergangenen Woche kam heraus, dass ein nobles Hotel in London ein Fahrzeug von Nasser Al Thani, Rakans Bruder, veräußern darf, weil Rechnungen offen waren. Bislang liegt keine Stellungnahme der Herrscherfamilie zu all den Anschuldigungen vor. (red)

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