Hass & Betrug: Plattformen liegen in 85 % der Fälle falsch
Klatsche für Facebook & Co.Tausende Beschwerden: Nutzer bekommen in 85 Prozent der Fälle recht

Copyright: Marcus Brandt/dpa
Bei den meisten Beschwerden aus Deutschland geht es um Beiträge auf Instagram, Facebook oder TikTok. (Symbolbild)
Nacktbilder, Betrug, Gewalt – wenn ihr auf Social Media solche Inhalte meldet, werdet ihr oft allein gelassen. Das betrifft auch unzählige Menschen in Köln und der Region. Mehr als 1.800 Mal haben sich Nutzerinnen und Nutzer aus ganz Deutschland innerhalb nur eines Jahres an eine offizielle Schlichtungsstelle gewandt, weil sie mit den Entscheidungen von Facebook, Instagram und Co. unzufrieden waren.
Das sogenannte Appeals Centre Europe hat diese Fälle geprüft. Das Ergebnis ist eine schallende Ohrfeige für die Tech-Konzerne: In unglaublichen 85 Prozent der überprüften Fälle aus Deutschland gab die unabhängige Stelle den Nutzern recht und widersprach den Plattformen.
Deutschland im EU-Vergleich auf Platz fünf
Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich auf dem fünften Platz. Insgesamt gingen bei der Schlichtungsstelle in der Zeitspanne von April 2025 bis März 2026 über 24.000 Streitfälle aus der gesamten EU ein. Die meisten Beschwerden kamen aus Frankreich, dahinter folgen Belgien, Italien und Spanien.
An das Zentrum kann sich jeder aus der EU wenden, der findet, dass Plattformen wie Instagram, TikTok oder YouTube bei strittigen Inhalten falsch handeln. Zum Beispiel, wenn ein Post mit Hassrede oder sexualisierten Inhalten nicht gelöscht wird. Die Entscheidungen sind zwar nicht rechtlich bindend, aber die Plattformen müssen sich damit auseinandersetzen.
Betrug, Gewalt und verbotene Waren ganz oben
Worum ging es in den deutschen Fällen, bei denen die Schlichtungsstelle den Plattformen widersprach? Mit 82 Prozent am häufigsten um verbotene Waren und Dienstleistungen. Direkt dahinter folgten mit je 80 Prozent Vorfälle von Betrug sowie Streitfälle im Bereich Gewalt und Kriminalität.
Schaut man sich alle eingereichten Fälle aus Deutschland an, ging es am häufigsten um die Account-Richtlinien der Plattformen. Danach folgten Nacktbilder und sexualisierte Inhalte sowie Hassrede. Aber auch gefährliche Organisationen, Falschinformationen, grafische Inhalte und Suizid waren Themen.
Die meisten Meldungen bezogen sich dabei auf die Meta-Dienste Facebook und Instagram. Mit etwas Abstand folgten TikTok, YouTube und Threads. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
