Elektropop-Pionier Schiller präsentiert seine Kunst auf der aktuellen Tour im beeindruckenden Surround-Sound, begleitet von einer faszinierenden Lasershow. Dabei sind auch spannende Gäste.
Bombastisches Erlebnis in KölnSchiller holt echte Legende ins Laser-Spektakel

Copyright: Arton Krasniqi
Christopher von Deylen alias Schiller präsentierte seine aktuelle Tour am Dienstagabend (12. Mai 2026) in der Lanxess-Arena.

Loslassen, träumen, berauschen. Wenn Christopher von Deylen (55) alias Schiller aus Bergen von Keyboards und Computern sphärische Elektronik zaubert, dann erlebt das Publikum ein ganz energetisches und emotionales Konzerterlebnis der anderen Art.
In der Kölner Lanxess-Arena war in den vergangenen Tagen der Mitsing- und Kreischpegel bei der Schlagernacht sowie den Auftritten von The Neighbourhood und Olivia Dean extrem hoch. Am Dienstagabend (12. Mai 2026) ging es hingegen ganz entspannt, aber nicht weniger intensiv zur Sache.
Schiller in Köln: 4000 Fans tauchen in die Klangwelten ein
Anfang des Jahres war das Elektronik-Projekt mit dem Album „Euphoria“ direkt auf Platz 1 der deutschen Albumcharts gestürmt. Es war bereits die zehnte Nummer-eins-Platzierung in Schillers Karriere. Jetzt läuft die dazugehörige Tour – und die ist bombastisch und überwältigend.
„Die Welt draußen ist verrückt geworden. Deshalb begeben wir uns ins Land der Euphorie. Wir genießen Klang, Licht und Energie“, gab der Produzent und Komponist als Marschroute vor. Dazu hatte er ein Gesamtkunstwerk mit seinem Team auf die Beine gestellt.
Schon bei den ersten Tönen vom Auftaktsong „Euphorie“ kamen die Klangteppiche von allen Seiten. Der cineastische Surround-Sound in der Arena mit etlichen überall in der Halle platzierten Lautsprechern sorgte dafür, dass sich jeder der 4000 Gäste inmitten des Geschehens fühlte. Passend dazu sorgte eine spektakuläre Lasershow für ein immersives Erlebnis.
Das fast zweieinhalbstündige Programm bestand aus großen Hits wie „Ruhe“, „Das Glockenspiel“ und „Schiller“ sowie neueren Titeln, die zusammen mit Gitarrist Guenter Haas und Schlagzeuger Martin Fischer zum Leben erweckt wurden.

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Die Show von Schiller war ein Gesamtkunstwerk aus Licht und Klang.
Da der Soundtüftler seine Stärke ganz klar nicht im Gesang sieht, hat er bei dieser Tour wieder Gäste dabei. Eigentlich war die Band Frida Gold für die „Euphoria“-Konzerte eingeplant. Aber Sängerin Alina Süggeler erlitt wenige Tage nach der Aufzeichnung der TV-Reihe „Sing meinen Song“ in Südafrika eine Hirnblutung. Die Ärzte rieten deshalb von der Tourteilnahme ab.

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Die spektakuläre Lasershow begleitete die sphärischen Klänge, die Schiller auf die Bühne zaubert.
Dafür brachte die Leipziger Band Karakum handgemachten Techno auf die Bühne. „Tauchen wir am Dienstagabend ins Nachtleben ein. Aber in Köln kann man immer feiern“, gab Schiller als Devise aus. Spannend geriet auch der Ausflug in die Krautrock-Ära. Mit Schlagzeuger Jaki Liebezeit konnte der Komponist einst in Köln arbeiten. „Dies ist in die Schiller-DNA eingeflossen“, sagt er heute.
Besonders bejubelt wurden die beiden Gastsängerinnen. Zum einen zeigte Julija Sanina (35) von der ukrainischen Rockband The Hardkiss, dass ihre Stimme auch zu diesen Klangwelten passt. „Ich habe sie das erste Mal in Wacken erlebt. Da war mir klar, dass wir zusammen Musik machen müssen, auch wenn sie aus einem anderen Genre kommt.“
Außerdem gehört die britische Sopranistin Sarah Brightman (65, „Time to Say Goodbye“) zur Tour. „Ich bin froh, dankbar und immer noch ungläubig, dass sie uns begleitet“, sagte Schiller bewegt. Die Lieder „The Smile“, „I’ve seen it all“ und „Ein schöner Tag“ wurden von der Ausnahmekünstlerin so überzeugend präsentiert, dass im Publikum sogar Tränen flossen.
