Abo

+++ Eilmeldung +++ Streiks bei KVB und Co. Jetzt gibt es eine Einigung – das sind die Details

+++ Eilmeldung +++ Streiks bei KVB und Co. Jetzt gibt es eine Einigung – das sind die Details

Zoff um Franco-DenkmalMadrid befiehlt Abriss auf Mallorca

Gedenkstätte, Brunnen, Bäume und Menschen im Park

Copyright: IMAGO / Westend61

Gedenkstätte, Brunnen, Bäume und Menschen im Park

Auf Mallorca gibt's mächtig Ärger um ein Denkmal aus der Franco-Zeit.

Der Zoff um die Geschichte der Ferieninsel Mallorca kocht hoch: Von der spanischen Regierung in Madrid kam die Anweisung, das kontroverse Sa-Feixina-Monument in Palma zu beseitigen. Der Konflikt um die Überbleibsel der Franco-Ära hat damit eine neue Dimension bekommen. Ein Erlass des verantwortlichen Ministeriums fordert, das Bauwerk aus dem öffentlichen Raum zu entfernen. Sollte die Anordnung ignoriert werden, könnten juristische Konsequenzen folgen.

Der Beschluss fiel quasi im allerletzten Moment und verursachte ein politisches Beben. Die Verfügung wurde am Donnerstagvormittag im Rathaus von Palma publik gemacht. Das geschah exakt zu der Zeit, als eine Koalition der konservativen Volkspartei (PP) mit der rechten Vox-Partei im Begriff war, dem Monument mit einer neuen Regelung den höchsten Schutzstatus zu verleihen. Die Zentralregierung kam Palma nur um Augenblicke zuvor. Das berichtet „Mallorca Magazin“.

Madrid: „Symbol zur Legitimierung der Diktatur“

Die Basis für die Abriss-Anordnung bildet ein als „endgültiges und bindendes“ eingestuftes Urteil eines Expertengremiums. Das Gremium bewertet das Monument als ein Zeichen, welches dem demokratischen Gedenken entgegensteht. Erbaut wurde es in der Zeit der Franco-Herrschaft, um jene aufständischen Truppen zu würdigen, die im März 1938 beim Sinken des Kreuzers „Baleares“ ums Leben kamen.

Dem Bericht aus der Hauptstadt zufolge gehörte das Bauwerk zu einer „symbolischen Strategie zur Legitimierung der Diktatur“, mit der der Bürgerkrieg sowie die nachfolgende Repression gerechtfertigt werden sollten. Die Fachleute heben den „ideologischen Charakter“ des Monuments hervor und betrachten es als ein Musterbeispiel für den „franquistischen Totenkult“, der gezielt ausschließlich „die Gefallenen der eigenen Seite würdigte“ und dabei das Gedenken an die republikanischen Opfer komplett ignorierte.

Zwar wurden schon im Jahr 2010 franquistische Embleme und Schriftzüge beseitigt, doch die „ästhetische Form untrennbar mit dem politischen Kontext seiner Entstehung“ sei weiterhin gegeben. Ein eigenständiger Kunstwert stelle keine hinreichende Begründung für den Erhalt dar. Die Verfügung schreibt vor, das Monument nach dem Abbau zu lagern und unter staatlicher Kontrolle aufzubewahren – eine Zurschaustellung in der Öffentlichkeit wird explizit untersagt.

Denkmalschützer laufen Sturm

Scharfer Protest wird von der Organisation für Denkmalschutz ARCA laut. Die Initiative der Regierung wird von ihr als „rechtlich fragwürdig“ bezeichnet, und man erwartet, dass sie vor einem Gericht „kaum Bestand haben“ dürfte. Sowohl das balearische Gesetz zum Schutz von Denkmälern als auch ältere Bestimmungen hätten eine Bewahrung des Bauwerks befürwortet.

Zudem betont ARCA die „architektonische Bedeutung“ des Monuments. Es sei eine Schöpfung des „angesehenen Architekten Francisco Roca Simó, das international Anerkennung“ erlangt habe.

Die Vereinigung stellt sich auch gegen die politische Klassifizierung. Das Sa-Feixina-Denkmal sei „kein faschistisches Monument“, vielmehr sei es ein urbaner Ankerpunkt, der gegen Krieg und Gewaltherrschaft positioniert sei. Die Deutung durch die Regierung würde die Fakten verdrehen. Diese Auseinandersetzung um das Monument ist ein Paradebeispiel für die fortwährenden Spannungen in Spanien, wenn es um die Bewältigung der Franco-Ära geht. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Fahrerhand am Lenkrad mit Instrumenten

Crash live im Stream!

Streamerin baut Unfall – und ihre Reaktion macht fassungslos