Ein Fußball-Beben und was an diesem Tag noch geschah.
Der große Bundesliga-BetrugWie ein Absteiger 1971 den größten Skandal aufdeckte

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Tag für Tag finden Sie an dieser Stelle einen Rückblick auf Ereignisse, Anekdoten, Geburts- oder Sterbetage, die mit diesem Datum verbunden sind.
Ein Datum, das den deutschen Fußball bis ins Mark erschütterte. Ein Vereinsboss, der nach dem Abstieg rot sieht. Eine Tonaufnahme, die alles ins Rollen brachte. Vor exakt 55 Jahren passierte das – und es ist nur ein Kapitel, das der 6. Juni geschrieben hat.
Eine Enthüllung, die durch die gesamte Fußball-Republik ging. Der Bundesliga-Skandal wurde am 6. Juni 1971 öffentlich gemacht. Der Auslöser? Dem Präsidenten der soeben abgestiegenen Offenbacher Kickers, Horst-Gregorio Canellas, platzte der Kragen. Bei einer Feier in seinem Garten präsentierte er der Presse Tonaufnahmen. Der Inhalt war eindeutig: Partien der vergangenen Spielzeit waren durch Schmiergelder beeinflusst worden.
Fußball-Beben: Der große Bundesliga-Skandal
Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Das Vertrauen in den professionellen Fußball war zutiefst erschüttert, und die Affäre zog immer größere Kreise. Das Ergebnis der Ermittlungen: 52 Spieler, zwei Trainer sowie sechs Vereinsfunktionäre erhielten Strafen. Besonders hart traf es Kickers Offenbach und Arminia Bielefeld, denn der Betrug führte für beide Klubs zum Entzug ihrer Lizenz.
Doch dieser 6. Juni 1971 schrieb noch eine andere, bewegende Geschichte. Im Magazin „Stern“ machten 374 Frauen ein öffentliches Geständnis: „Wir haben abgetrieben!“ Diese kühne Kampagne der Selbstbezichtigung war ein direkter Protest gegen den Paragrafen 218, welcher Abtreibungen kriminalisierte. Diese Tat beeinflusste die gesellschaftliche Diskussion in der Bundesrepublik für lange Zeit.
Kino-Premieren und politische Wendepunkte
Der 6. Juni war auch in anderen Epochen ein Tag von Bedeutung. So starteten 1951 in Berlin die allerersten Internationalen Filmfestspiele, heute als Berlinale bekannt – ein entscheidender Impuls für die Kulturszene nach dem Krieg. Ein Zeitungsbeitrag des Historikers Ernst Nolte löste 1986 den sogenannten Historikerstreit über die Interpretation des Holocaust aus. Viel später, im Jahr 2021, richteten sich die Blicke auf Sachsen-Anhalt: Dort errang die CDU unter Ministerpräsident Reiner Haseloff einen deutlichen Wahlsieg, die AfD konnte sich als zweitstärkste Partei behaupten.
Große Namen feiern: Sport-Idole und ein FDP-Mann
An diesem Tag gibt es aber auch Anlass zur Freude: Tennis-Ikone Björn Borg aus Schweden, der zwischen 1976 und 1980 unglaubliche fünfmal hintereinander in Wimbledon triumphierte, feiert seinen 70. Geburtstag. Auch Fußball-Anhänger haben einen Grund zum Anstoßen: Anthony Yeboah, der unvergessene ghanaische Angreifer, der zwischen 1997 und 2001 für den Hamburger SV Tore schoss, wird 60. Zudem wird der FDP-Politiker Bijan Djir-Sarai, der von 2022 bis 2024 als Generalsekretär seiner Partei amtierte, heute 50 Jahre alt.
Zudem erinnern wir an den Schriftsteller und Nobelpreisträger für Literatur, Gerhart Hauptmann („Die Weber“), dessen Todestag auf den 6. Juni 1946 fällt. Ihren Namenstag feiern heute alle mit den Namen Kevin, Klaudius oder Norbert. (dpa/red)
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