Wegen des Niedrigwassers kommt es am Rhein aktuell besonders oft zu gefährlichen Funden. Die Zahlen sind schockierend.
Niedrigwasser legt sie freiZahl der Funde im Rhein schockt – auch in Köln

Copyright: Oliver Berg/dpa
Das Niedrigwasser am Rhein (hier am 28. September 2026 in Köln) sorgt für zahlreiche Kampfmittel-Einsätze.
Man mag gar nicht daran denken, wenn man am Rheinufer entlang spaziert: Im Wasser liegen noch zahlreiche Bomben, Minien und Granaten aus dem Weltkrieg. Durch das aktuelle Niedrigwasser kommen sie zum Vorschein – und die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes müssen immer wieder anrücken.
In Köln zuletzt Ende September in Rodenkirchen, wo eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe entschärft werden musste. Im nahen Bornheim-Widdig wurde sogar erst am Samstag (17. Oktober) am Ufer eine Weltkriegsbombe gesprengt. Eine Auswahl der Fälle entlang des Rheins verdeutlicht, wie groß das Problem geworden ist.
Kampfmittel-Funde am Rhein: hohe Zahlen
In Düsseldorf sind der Feuerwehr bis Ende September rund 30 Verdachtsfälle gemeldet worden. In vier Fällen war eine Entschärfung nötig, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. Allein drei Panzerfäuste lagen auf Höhe von Kaiserswerth; der Kampfmittelbeseitigungsdienst sprengte sie kontrolliert. „Ansonsten sind es immer wieder Phosphorbomben, Granaten und Kampfmittelreste, die entdeckt werden“, erklärte die Sprecherin.
In Köln meldete die Stadt zwischen August und Anfang Oktober 53 verdächtige Objekte, 33 davon entpuppten sich tatsächlich als Kampfmittel. Auch in Deutz mussten Menschen wegen einer Bombenentschärfung evakuiert werden.
Auf Höhe der Bonner Rheinaue holten Kampfmittelräumer eine Brandbombe aus dem Fluss und sprengten sie am Ufer kontrolliert. Dazu kamen eine Tellermine, Patronen und Granaten am Rheinufer. Wegen des Niedrigwassers rückte der kommunale Ordnungsdienst in Bonn deutlich häufiger zu Kampfmittelfunden aus als üblich. Bisher waren es nach Angaben einer Sprecherin in diesem Jahr 83 Einsätze, davon 74 allein in den vergangenen acht Wochen.
Bei Leverkusen gab es im August innerhalb weniger Tage drei Funde. Anfang September wurde zudem ein Teil eines alten Gewehrs entdeckt, sagte eine Stadtsprecherin.
Warnung der Stadt: Finger weg von verdächtigen Funden
Alte Kampfmittel könnten „auch nach vielen Jahrzehnten noch eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben darstellen“, warnte die Stadt Bonn. Die Behörden bitten, die trockenen, unbefestigten Bereiche des Flussbetts nicht zu betreten.
Wer einen verdächtigen Gegenstand bemerkt, soll ihn keinesfalls berühren, sondern über den Notruf die Polizei, die Feuerwehr oder die Einsatzleitstelle des Ordnungsamtes informieren. (dpa/red)
