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Lufthansa-Crews streiken ganzen TagAuch Köln und Düsseldorf betroffen

Flugzeug am Flughafen mit Gebäuden

Passagiere der Lufthansa müssen am Donnerstag mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen.

Fluggäste der Lufthansa müssen am Donnerstag mit Flugausfällen und Verspätungen rechnen. Auch NRW-Flughäfen sind betroffen.

Für Lufthansa-Reisende wird der Donnerstag zur Zerreißprobe. Es drohen massive Flugausfälle und erhebliche Verspätungen. Auch die Flughäfen in NRW sind davon stark betroffen.

Der Grund dafür sind zeitgleiche Arbeitsniederlegungen von Piloten und Flugbegleitern, die den ganzen Tag andauern sollen. Zum Ausstand aufgerufen haben die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit für die Piloten sowie die Kabinengewerkschaft Ufo für das Bordpersonal. 

Warnstreik kann jederzeit beendet werden

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo teilte am Dienstagabend mit: „Bestreikt werden alle Abflüge der Lufthansa CityLine von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover“. Der Ausstand könne aber sofort gestoppt werden, „sobald der Arbeitgeber ernsthaft bereit ist, über einen tariflichen Sozialplan zu verhandeln“. Sogar Frachtflüge sind von der Aktion betroffen.

„Der Arbeitskampf betrifft alle Flüge, die im Zeitraum von 00.01 Uhr bis 23.59 Uhr Ortszeit von deutschen Flughäfen starten“, präzisierte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit. Ihr Präsident Andreas Pinheiro schiebt die Verantwortung für den Ausstand klar der Lufthansa zu: „Wir hätten eine Eskalation sehr gerne vermieden.“ Die Gewerkschaft sei „jederzeit gesprächsbereit“ gewesen und habe „ mehrfach versucht, Bewegung in die Verhandlungen zu bringen“.

Gewerkschaft bittet um Verständnis

An die Passagiere richtet die Gewerkschaft einen Appell um Verständnis. Pinheiro erklärte: „Nach der Urabstimmung Ende September haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit eingeräumt, um doch noch zu einer verhandlungsfähigen Lösung zu kommen“. Dieses Zeitfenster sei erneut von dem Arbeitgeber nicht genutzt worden.

Offiziell kämpfen die Piloten für höhere Zuschüsse des Arbeitgebers zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierfür liegt seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, bei der eine Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen votiert hatte.

Ufo möchte hingegen ohne eine Urabstimmung durch einen Warnstreik Gespräche über Tarifverträge bei der Hauptgesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien durch die Konzernstrategie ungefähr 800 Arbeitsplätze in Gefahr. Ufo fordert an dieser Stelle einen tariflichen Sozialplan. Einem Rundschreiben an die Mitglieder zufolge werden Verhandlungen vom Management aber blockiert. Bei der Kerngesellschaft wartet man ebenfalls bislang ohne Erfolg auf Gespräche zum Manteltarifvertrag.

Harte Linie des Vorstands

Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger kritisiert laut WDR, dass Lufthansa unter dem Vorwand von „Produktivität“ und „Flexibilität“ weitere tarifliche Verschlechterungen durchsetzen wolle. Diese würden sich direkt auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin schon schwierige Planbarkeit des Privatlebens auswirken. Zugleich lehne der Arbeitgeber jede ernsthafte Debatte über Schutzmechanismen ab, mit denen das Kabinenpersonal vor den Konsequenzen des vom Konzern eingeschlagenen Weges abgesichert werden könnte.

Damit ist die Taktik des Konzerns gemeint, mit neu gegründeten Flugbetrieben die etablierten Unternehmensteile unter Druck zu setzen. Der Vorstand hat vor ein paar Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover mit dem erklärten Ziel ins Leben gerufen, dort zu günstigeren Tarifkonditionen zu operieren. Das gelingt insbesondere, weil die Besatzungen dort weniger verdienen. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann Wachstum im Konzern nur dort stattfinden, wo auch Profit gemacht wird. (red/dpa/afp)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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