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Sexmaschinen, Sterne, StriezelInsider-Tipps für Prag im Winter

Reiseseite Prag

Die legendäre Karlsbrücke mit ihren Heiligenfiguren und der romantischen Illumination ist im winterlichen Nebel ein besonderer Hingucker. Und mystisch anmutend obendrein!

Wir waren in der kalten Jahreszeit in Prag – und sagen hier, was man auf keinen Fall verpassen darf. Spoiler: Es wird lecker ...

Schönste, altertümliche Fassaden, wohin man schaut. Ein besonders warmes Licht der Straßenlaternen erleuchtet die kopfsteingepflasterten Straßen. Stundenlang lässt sich die Stadt zu Fuß erkunden. Prag ist romantisch und atmosphärisch – nicht umsonst ist die Altstadt Weltkulturerbe. Bis zu acht Millionen Menschen besuchen die tschechische Hauptstadt jedes Jahr. Auch der Winter hat hier seine Faszination.

Prag ist eines der beliebtesten Reiseziele in Europa und der Welt. Weniger überfüllt als zur Hauptreisezeit im Sommer ist es jetzt – oder im Herbst. Zur kalten Jahreszeit ist die Stadt abends oft nebelverhangen, was mit der mittelalterlichen Architektur eine ganz besondere Stimmung erzeugt.

Prag: So schön, so romantisch – und so voll ...

  1. Prager Burg: Im Guinness-Buch der Rekorde steht das Wahrzeichen der Stadt als größte antike Burg der Welt, misst knapp 70.000 Quadratmeter. Jeden Tag um 12 Uhr findet auf dem ersten Hof die Wachablösung statt – dann knubbeln sich die Touristen. Wer unbedingt zugucken will, sollte sich daher früher einen Platz reservieren. Aber ehrlich: So spektakulär ist das Prozedere gar nicht. Die Burg steht im Stadtteil Hradschin, hier befindet sich auch der berühmte Veitsdom.
  2. Petřín-Aussichtsturm: Wer die Burg hinter sich gelassen hat, kann gleich weiterlaufen in Richtung des Petřín-Aussichtsturms, der sich auf einem 318 Meter hohen Hügel befindet. Der Weg dahin führt durchs Grün. Der Aufstieg (kostet etwa zehn Euro) über 299 Stufen (Aufzug gegen kleinen Aufpreis) lohnt sich bei gutem Wetter, der Turm selbst ist etwa 60 Meter hoch und bietet durch seine erhöhte Position einen tollen 360-Grad-Ausblick über die Stadt, auf die Moldau und die Umgebung.
  3. Karlsbrücke: DIE Attraktion schlechthin. Die Karlsbrücke mit ihren Heiligenfiguren und ihrem Brückenturm von 1370 errichtet von Kaiser Karl IV. über die Moldau ist aber auch einfach wunderschön. Während der Adventszeit werden die Gaslaternen bei Einbruch der Dunkelheit von Hand entzündet – dann kann es wieder mal knüppelvoll werden. Die Brücke ist besonders im Dunkeln hübsch, und am späteren Abend (oder frühmorgens) auch nicht mehr voll. Auf beiden Moldauseiten lässt es sich im Anschluss romantisch lustwandeln.
  1. Bootstour: Absoluter Touristen-Klassiker, aber tatsächlich schön! Über die Moldau schippern und Prag vom Wasser aus betrachten. Gibt auch Touren mit Buffet.
  2. Essen und Trinken: Die tschechische Küche ist der deutschen nicht unähnlich und eher deftig mit viel Fleisch. In der Altstadt stößt man alle paar Meter unweigerlich auf Buden, die Trdelnik verkaufen, also Baumstriezel, aufgerollter Hefeteig mit Zimt und Zucker. Gefüllt mit Eis oder Sahne und Schokosoße – eine fiese Kalorienbombe, aber leider sehr lecker. Auch süß: Tolle Törtchen (kleine Kunstwerke!) im alt-erwürdigen Grand Café Orient im kubistischen Stil im Zentrum.
  3. Museen: Prag ist voller Museen, klassische und kuriose (zum Beispiel das Museum für Sexmaschinen). Ein Muss für Interessierte ist das Nationalmuseum für Kultur- und Naturgeschichte. Nicht nur spannende Exponate wie ein 20 Meter großes Skelett eines Finnwals, sondern auch eine beeindruckende Innen- und Außenarchitektur.

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  1. Zoo: Der Prager Zoo ist einmalig, auf einem Hügel gelegen (kann man sogar mit einem kleinen Sessellift hochfahren) und riesig. Die meisten Tiere haben viel Platz. Es gibt auch Tiere, die es nur selten zu sehen gibt, wie den eigentümlichen Schuhschnabel-Vogel oder Koboldmakis. Insgesamt 700 Arten leben hier. Wir haben es in dreieinhalb Stunden nicht geschafft, alle zu sehen. Tickets für Erwachsene kosten 13 Euro.
  2. Planetarium: Prag hat das einzige LED-Planetarium Europas und eines von nur dreien weltweit, absolutes Technik-Highlight. Leider super-schnell und weit im Voraus ausgebucht, sodass wir keinen Platz mehr bekommen haben. Früh buchen!
  3. Übernachten: Wie überall ist es deutlich günstiger, nicht direkt im Stadtzentrum zu nächtigen. Wir waren im „Mama Shelter Prague“ einem hippen Hotel mit Billard, Kicker und Flipperautomaten in der Lobby. Inklusive Frühstück schon ab 90 Euro in der Nebensaison. Zu Fuß ist man in 30 Minuten in der Altstadt.
  1. Tagesausflug nach Kutná Hora: Wer länger als drei Tage bleibt, ist gut beraten, auch einen Ausflug nach außerhalb zu machen: zum Beispiel nach Kutná Hora, wo es die berühmte Knochenkapelle gibt, das Sedlec-Ossarium. Ein wenig gruselig ist die mit menschlichen Überresten ausstaffierte Kirche ja schon – aber eigentlich geht es darum, dass Betrachter den Wert des Lebens erkennen. Die Tour kann man bequem per GetYourGuide und ähnlichen Anbietern buchen. Theresienstadt: Etwas außerhalb befinden sich auch das KZ Terezin und das ehemalige Judenghetto Theresienstadt. Sicher kein Ausflug, der Spaß macht. Aber etwas, das jeder mal gesehen und erlebt haben sollte: Absolut beklemmend, die Grausamkeiten der Nazis so vor Augen geführt zu bekommen. Unbedingt mit Führung buchen (gibt's auch auf Deutsch) und das Ghetto-Museum besuchen.
  2. Das nervt: Es kann in Prag voll werden – nervig wird es, wenn Leute dann mitten im Weg herumstehen bleiben, um sich zu orientieren.
  3. Das bleibt: Ein Ziel für einen Städtetrip, das man immer mal wieder ansteuern kann.

Prag – die goldene Stadt: So komme ich hin

Von Köln oder Düsseldorf aus dauert der Flug nach Prag nur etwa 1,5 Stunden und ist teils schon ab 50 Euro pro Strecke buchbar – z.B. mit Eurowings. Mit dem Auto sind es rund 700 Kilometer.

Achtung: Auf tschechischen Autobahnen fällt Maut an! Die bezahlt man am besten vorab online, das ist günstiger als an der Raststätte. Mit Umsteigen geht es auch per Zug nach Prag, das dauert mit mindestens acht Stunden aber am längsten.