Querbeat, Druckluft, Knallblech Bonner Brass-Bands verbindet ein Erfolgsgeheimnis

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Hat allein in der aktuellen Karnevalssession mehr als 180 Auftritte: die Bonner Band Druckluft.

Bonn – Es ist die Wiege der Gute-Laune-Musik, die Keimzelle kreativer Brass-Sounds und mitreißender Rhythmen: das Kardinal-Frings-Gymnasium (KFG) in Beuel. Aus dessen symphonischem Blasorchester sind mit Querbeat, Druckluft und Knallblech gleich drei Bands hervorgegangen, die derzeit nicht nur in Bonn, sondern auch im Ausland für Furore sorgen.

Und in allen drei Kombos spielen ausschließlich Musiker, die am KFG musikalisch „angefixt“ wurden. Von den engagierten Lehrern Andreas Berger (66), Leiter des symphonischen Blasorchesters und des Bläserensembles, sowie Instrumentallehrer Erhard Rau (58). Der studierte Trompeter und Bandleader wirkt zudem an der Musikschule Hennef und ist Mitglied der Stunksitzungs-Band Köbes Underground.

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Die Bonner Erfolgsband Querbeat, die ihre Wurzeln bei den Blechbläsern des Kardinal-Frings-Gymnasiums hat.

Querbeat haben Bonner Gymnasium viel zu verdanken

Einer der „Väter des Erfolges“ hat zufällig denselben Namen wie Andreas „Andy“ Berger, der Bassist von Querbeat. „Wir haben dem KFG unglaublich viel zu verdanken“, sagt Andy, „und wir von Querbeat freuen uns, dass so viele KFGler in unsere Fußstapfen treten. Das ehrt uns doch. Und es ist schön zu sehen, dass sich junge Leute für Blechblas-Musik interessieren.“

Direkte, harte Konkurrenz seien Druckluft und Knallblech nicht: „Wir spielen mit Querbeat mittlerweile auf Festivals, sind europaweit unterwegs“, sagt Berger.

Lesen Sie hier: Querbeat – eine echte Bonner Erfolgsgeschichte

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Musiklehrer Andreas Berger, der am Kardinal-Frings-Gymnasium so ziemlich jedes Mitglied der drei Bonner Brassbands Querbeat, Druckluft und Knallblech unterrichtete.

Musiklehrer der Bonner Brass-Bands ist voller Stolz

Sein früherer Musiklehrer Andreas Berger, der selbst 1964 als Schüler aufs KFG kam und seit 1982 in der gymnasiumseigenen Musikschule wirkt („wir haben damals mit einer Triangel und drei Blockflöten angefangen“) ist voll väterlichem Stolz, seine „Futzemänner“ von einst nun auf großen Bühnen zu sehen. „Da geht mir das Herz auf. Bei Querbeat freut mich am meisten, dass sie ihre große Leidenschaft zum Beruf machen konnten und mit 1,30 Meter ihren Lebensunterhalt verdienen?“

Moment, wieso mit 1,30 Meter? „Eine Trompete ist 1,30 lang“, erklärt Berger lachend und freut sich über die Treue seiner ehemaligen Zöglinge: „Egal ob Druckluft oder Querbeat – die Musiker halten alle Kontakt mit ihrer Schule. Ich war letztens als Aufsicht beim Querbeat-Videodreh auf dem KFG-Dach dabei, damit keiner runterfällt!“

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Der Instrumentallehrer und Bandleader Erhard Rau, der auch bei Köbes Underground, der Band der Kölner Stunksitzung, mitwirkt.

Erhard Rau: Die Bands sind wie meine Babys

Am Erfolg der Bonner Brass-Bands hat auch Erhard Rau einen wesentlichen Anteil. Der ausgebildete Musiker, der am KFG in der modernen Bläserabteilung wirkt, begleitet die jungen Bands, bis sie „flügge“ werden, schreibt Songs, entwickelte auch die Bandkonzepte: „Querbeat zum Beispiel wurde von der Big- zur Brass-Band umgewandelt. Wild, ungestüm, mitreißend – etwas total Neues.“ Eine Band sei, so Rau, wie eine große Familie. Und faszinierend sei es immer wieder, wenn man sich als väterlicher Berater langsam zurückziehen und sagen könne: „Nun macht es zu eurer Band, zu eurem Erfolg.“

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Treiben's gern bunt: Die Mitglieder der Bonner Kombo Druckluft um Frontmann und Posaunist Florian Hertel (Mitte unten; im Sternenanzug).

Druckluft: von Bonn aus auf große NRW-Tournee

Das Besondere an der Musikförderung des KFG erklärt Florian Hertel (23), Frontmann und Posaunist bei Druckluft: „Ab der fünften Klasse hat man die Möglichkeit, alle Instrumente auszuprobieren. Das ist einzigartig. Querbeat haben damals natürlich alle angespornt – mittlerweile ist das Image von Blechblas-Orchestern und- bands total entstaubt. Zum Glück!“ Und Brass-Sound ist angesagt wie nie, allein Druckluft haben bis Rosenmontag mehr als 180 Auftritte, im Mai 2020 gehen sie auf NRW-Tournee.

Knallblech-Musiker gehen noch zur Schule

Und dort, wo Querbeat und Druckluft sind, wollen auch Knallblech hin, die sich 2016 gründeten. Eric Sommer erklärt: „Wir haben zwölf Mitglieder, die meisten gehen derzeit noch aufs KFG. Wir machen Brasspop, also alles an Musik, auf die man tanzen kann. Vom Abba-Cover bis zu aktuellen Partyhymnen.“ Dafür proben sie derzeit mit Erhard Rau zwischen acht und zehn Stunden in der Woche.

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Kunterbunt und kreativ: die Bonner Band Knallblech.

Das musikalische Erfolgsgeheimnis des Kardinal-Frings-Gymnasiums

Ohne die Unterstützung durch das KFG und dessen Förderverein wären die Bonner Band-Erfolgsgeschichten so wohl nicht möglich. Lehrer Andreas Berger betont, dass in der Musikschule Nachhaltigkeit schon lange gelebt wird. „Es gibt Leihinstrumente, damit die Schüler sich ausprobieren können und Eltern keine teuren Instrumente kaufen müssen. Unser Aushängeschild ist sicher das Blasorchester, was damit zu tun hat, dass man auf Blechblasinstrumenten schneller Erfolge erzielen kann als beispielsweise auf der Geige. Wichtig ist auch, Engagement zu zeigen und die Kinder durch Konzertauftritte und natürlich den Applaus zu motivieren. Nur einmal die Woche dem Musiklehrer was vorzuhupen, bringt’s nicht wirklich.“

Und wo sonst gebe es, so Berger, eine Schule, die drei Steinway-Flügel und eine Orgel in der Aula ihr Eigen nennen könne?!

Blasorchester ist „Farmteam“ für etablierte Bands

Seine große persönliche Freude sei der Zusammenhalt untereinander. „Aus dem symphonischen Blasorchester haben die Bands – vor allem Querbeat - schon Nachwuchs rekrutiert“, berichtet Berger, der selber auch schon Musiker weiterempfohlen hat. Eine Art „Farmteam“ für die etablierten Bands also. „Und wenn wir für ein Orchester Unterstützung brauchen und ich frage 'Könnt ihr einspringen', sind die Jungs da. Die sind sich dafür nicht zu schade!“

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