Tigermücke in NRW: Der Blutsauger kann Viren übertragen
Sie sticht am TagAggressive Tigermücke breitet sich in NRW und Köln weiter aus

Copyright: Ennio Leanza/KEYSTONE/dpa
Zur Prävention sollten Bürger Wasseransammlungen in Gärten vermeiden oder abdecken, raten Behörden. (Archivbild)
Die Asiatische Tigermücke erobert Nordrhein-Westfalen – und die Besorgnis nimmt zu. Bislang gibt es nur vereinzelte Vorkommen im Rheinland, doch das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA) ist sich sicher, dass sich dies in den kommenden Jahren ändern wird. Als Ursachen gelten das für den tropischen Blutsauger vorteilhafte Wetter sowie der globale Personen- und Warentransport.
Feste Bestände existieren bereits in Bonn sowie dem Rhein-Erft-Kreis. Die Bedrohung rückt aber näher: Vergangenes Jahr wurde das Insekt zum ersten Mal auch in vier Vierteln von Köln entdeckt. „In den kommenden Monaten ist wieder mit einem Auftreten von Tigermücken in Köln zu rechnen“, gab die Stadt als Warnung heraus. Das Tier gilt als „sehr stechfreudig“ und ist im Gegensatz zu heimischen Arten hauptsächlich am Tag auf Jagd.
Tropische Krankheiten: Wie real ist die Bedrohung?
In der Regel sind die Symptome nach einem Stich nicht anders als bei anderen Mücken. Die Tigermücke aus Asien kann aber gefährliche Erreger für Krankheiten wie Dengue- und Chikungunya-Viren weitergeben. Bis heute ist in der Bundesrepublik kein Fall dokumentiert, bei dem ein hier ansässiges Exemplar eine solche Infektion per Stich verursacht hat. Fachleute gehen aufgrund der klimatischen Veränderungen jedoch davon aus, dass es sich dabei nur um eine Frage der Zeit handelt.
Alarmierender Fund bereits im Februar
Üblicherweise tauchen die ersten Tigermücken nicht vor Ende Mai auf. Dieses Jahr gab es jedoch eine beunruhigende Abweichung: Dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) wurde laut eigener Mitteilung bereits im Februar ein Exemplar aus der Gegend um Bonn gemeldet – ein außergewöhnlich früher Beginn der Saison.
Die Asiatische Tigermücke erreicht eine Größe von nur etwa einem halben bis einem Zentimeter und besitzt ein markantes schwarz-weißes Muster. Doch Vorsicht: Dieses Merkmal weisen auch einige andere, ungefährliche Stechmückenarten in Deutschland auf.
Was ihr jetzt tun könnt, um die Verbreitung zu stoppen
Um die Verbreitung der Tigermücke zu verlangsamen, kann jeder selbst etwas unternehmen. Das LfGA und die Stadt Köln appellieren eindringlich, potenzielle Nistplätze auf dem eigenen Grund und Boden zu eliminieren. Damit sind hauptsächlich stehende Wasserflächen gemeint.
So sollten etwa Regenfässer mit Fliegengittern verschlossen werden. Andere Objekte wie Kübel, Blumentöpfe oder Kannen gehören umgestülpt oder müssen wöchentlich einmal komplett geleert werden. Wer meint, eine Tigermücke entdeckt zu haben, wird gebeten, sie zu fangen, einzufrieren und zur genauen Identifizierung an den „Mückenatlas“ des ZALF zu senden. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
