Hunderttausende feierten friedlich - dann nahm der Christopher Street Day in Berlin ein jähes Ende. Was bisher bekannt ist.
Tote und Verletzte beim CSDErste Details: Verdächtiger polizeibekannt – gab es mehrere Täter?
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Der Christopher Street Day in Berlin ist abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren ist.
Mindestens eine Frau wurde getötet, 16 weitere Menschen wurden verletzt - mehrere davon lebensbedrohlich. Seit Sonntagmorgen (26. Juli) fahndet die Berliner Polizei nach einem Tatverdächtigen. Es handelt sich um den 21-jährigen Abdul B. Noch ist nach Behördenangaben unklar, ob der Gesuchte tatsächlich das Fahrzeug gesteuert hat.
Tatverdächtiger erst im Mai aus Jugendarrest entlassen
Zur Identität der getöteten Frau sowie der Verletzten und zu deren aktuellem Gesundheitszustand liegen bislang keine weiteren gesicherten Informationen vor.
Inzwischen gibt es erste Details – auch zu dem mutmaßlichen Tatverdächtigen. „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet“, hatte Polizeisprecher Florian Nath zuvor erklärt. Nach dpa-Informationen wurde der Verdächtige erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen.
Ein Überblick über das, was bislang bekannt ist:
- Hunderttausende Menschen feierten am Samstag in Berlin den Christopher Street Day.
- Kurz vor 22 Uhr wurde das Fest plötzlich abgebrochen. Nach Angaben der Polizei kam es im Tiergarten nahe dem Potsdamer Platz zu einem größeren Polizeieinsatz. Wie ein Polizeisprecher berichtete, war ein weißer Wagen dort über den Ahornsteig parallel zur Lennéstraße gefahren und fuhr mehrere Menschen an oder um, bevor er einen Baum rammte.
- Eine Frau starb noch vor Ort an ihren Verletzungen. Laut Feuerwehr wurden von den 16 Verletzten drei lebensbedrohlich und acht schwer verletzt. Zudem gebe es fünf leicht verletzte Menschen. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle in Krankenhäuser gebracht worden.
- Der Fahrer verließ laut Polizei das Auto und floh in unbekannte Richtung. Das Gebiet rund um den Tatort wurde großräumig abgesperrt, der Tiergarten wurde in der Nacht mit Wärmebildkameras abgesucht.
- „Wir fahnden mit Hochdruck nach tatverdächtigen Personen“, sagte Polizeisprecher Florian Nath.
- In der Nacht teilte die Polizei mit, sie habe einen mutmaßlichen Tatverdächtigen identifiziert. Sprecher Florian Nath: „Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet.“
- In den Stunden nach der Tat kam es zu mehreren weiteren Polizeieinsätzen in Berlin im Zusammenhang mit der Auto-Attacke, darunter war eine Wohnungsdurchsuchung gegen 1.10 Uhr in Berlin-Schöneberg. Dort wurde niemand angetroffen, es gab keine Festnahme, so Nath.
- Die Polizei sucht öffentlich mit einem Foto nach dem mutmaßlichen Tatverdächtigen. Es handelt sich um den 21 Jahre alten Abdul B. Der Mann sei möglicherweise bewaffnet und gefährlich, hieß es.
- Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin ermitteln „aufgrund des Verdachts eines Anschlags“.
- Die Polizei prüft, ob es nach der Fahrt eine „zweite Tatphase“ gab, während der Personen mit einer Stichwaffe verletzt wurden. Zeugen hätten von am Boden liegenden Opfern mit Stichverletzungen berichtet, sagte Nath.
- Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem „Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft“.
- Am Sonntag konnte der Tatverdächtige laut Polizei gegen 18 Uhr in einer Kleingartenanlage in Spandau lokalisiert werden. Er sei mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zugelaufen, woraufhin Spezialkräfte auf ihn schossen. „Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Berliner Feuerwehr verstarb er noch am Einsatzort“, so die Polizei.
Der genaue Ablauf des Geschehens und die Hintergründe der Tat inklusive des Motivs waren am Sonntagmorgen noch unklar.
Offen ist ebenfalls, ob es sich um einen Einzeltäter handelt oder ob es Komplizen gibt. Laut der Polizei machten Zeugen unterschiedliche Aussagen dazu, ob es ein oder mehrere Täter gibt. Ob eine Stichwaffe zum Einsatz kam, wird laut der Polizei zwar geprüft, ist bislang aber nicht bestätigt. (dpa)
