Wärmeplanung: Überraschende Wende, auch für Ihre Stadt
„Das ist eine riesige Neuigkeit“Experte mit Hammer-Ansage zur Wärmeplanung in Deutschland

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Robert Brückmann ist Leiter des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle/Saale. (Archivbild)
Seit Anfang 2024 ist sie Pflicht, viele fürchteten ein Desaster. Doch bei der kommunalen Wärmeplanung gibt es jetzt eine überraschende Wende, die auch für die Menschen in Köln und der Region eine große Rolle spielt.
Deutschlands Gemeinden kommen bei der gesetzlich vorgeschriebenen Wärmeplanung erstaunlich gut voran. „Die großen Kommunen in Deutschland werden es bis Mitte 2026 wirklich schaffen, ihre Wärmepläne abzuschließen. Das ist eine riesige Neuigkeit“, sagte Robert Brückmann, Chef des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW).
Diese positive Nachricht betrifft direkt die 80 größten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern – und damit auch Köln.
Wärmeplanung: Was bedeutet das für eure Stadt?
Das Ziel hinter der Vorschrift, die seit Anfang 2024 gilt, ist eindeutig: Nach 2045 soll in Deutschland das Heizen mit Erdgas und Öl enden. Ein kommunaler Wärmeplan legt fest, wie eure Stadt oder Gemeinde dieses Vorhaben umsetzen will – also beispielsweise, wo Fernwärmenetze ausgebaut oder wo auf Wärmepumpen gesetzt wird.
Und nicht nur die Metropolen sind auf einem guten Kurs. Für mittelgroße und kleinere Gemeinden läuft die Frist zwar noch bis Ende Juni 2028, doch auch hier ist die Lage laut Brückmann vielversprechend. Einige seien „richtig weit“. Er fügt hinzu: „Bis jetzt sind es schon etwa 80 Prozent der mittelgroßen Kommunen, die entweder aktiv am Wärmeplan arbeiten oder bereits fertig sind.“
Bei den kleinen Gemeinden mit unter 10.000 Einwohnern, welche die Mehrheit der rund 10.700 Kommunen in Deutschland bilden, ist die Entwicklung ebenso positiv. „Hier ist bereits über die Hälfte schon im Prozess oder sogar fertig“, so Brückmann.
Zwei Energiekrisen als Weckruf für die Kommunen
Aber warum geht es plötzlich so zügig voran? Eine treibende Kraft ist laut dem Experten die Aussicht auf Wertschöpfung vor Ort. Wenn Energie lokal und erneuerbar erzeugt wird, bleibt das Geld in der Region.
Zudem hätten die jüngsten Krisen als Alarmsignal fungiert. Brückmann betont: „Außerdem haben die Kommunen jetzt innerhalb von fünf Jahren zwei Energiekrisen erlebt und gemerkt, dass wir nicht nur fernes Klima schützen müssen, sondern hier und heute etwas tun müssen. Sie sehen, zu was es führen kann, wenn sie nichts tun.“
Nicht überall läuft es reibungslos
Trotz des positiven Gesamteindrucks gibt es auch Nachzügler. Eine „sehr kleine Anzahl von Kommunen“ habe noch nicht mit der Planung begonnen, erklärt Brückmann. Die Ursachen dafür seien individuell. Manchmal fehlt ein entsprechendes Landesgesetz, oder die Rathäuser sind personell überlastet und müssen andere Prioritäten setzen. Brückmann zeigt sich aber gelassen: „Aber sie haben ja auch noch zwei Jahre Zeit.“
Sobald alle Gemeinden ihre Planungen abgeschlossen haben, rechnet das Kompetenzzentrum mit bundesweit etwa 7.000 Wärmeplänen, da sich viele Kommunen für eine gemeinsame Planung zusammentun. Im kommenden Jahr sollen die Daten aus den Plänen gebündelt werden, um eine Basis für weitere Entscheidungen zu schaffen, beispielsweise beim Ausbau der Stromnetze. (dpa/red)
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