Ein Handyvideo sorgte für Entsetzen: Zwei Polizisten aus Bergheim sollen einen Mann brutal verprügelt haben. Nun kommt der Fall in Köln vor Gericht – und für die Beamten geht es um alles.
Video sorgte in Bergheim für EntsetzenZwei Polizisten bald vor Gericht – schlimme Vorwürfe

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Zwei Polizeibeamte sollen im Wohnpark Zieverich auf einen Mann eingeprügelt haben.
Dieser Fall hat Bergheim erschüttert: Zwei Polizisten stehen im Verdacht, einen Mann im Wohnpark Zieverich massiv misshandelt zu haben. Nun, etwa anderthalb Jahre danach, startet der Prozess gegen die beiden Beamten voraussichtlich Ende Oktober vor dem Landgericht in Köln. Wie aus Justizkreisen verlautete, sind dafür drei Verhandlungstage eingeplant.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Ihnen werden Körperverletzung im Amt, die Verfolgung von Unschuldigen sowie Freiheitsberaubung zur Last gelegt. Der Vorfall ereignete sich kurz vor Weihnachten 2024. Ein Mann soll alkoholisiert vor einem Mehrfamilienhaus randaliert haben, da seine Lebensgefährtin ihm den Zutritt zur Wohnung verweigerte. Die beiden Polizisten wurden zum Wohnpark gerufen, der nur unweit der Polizeiwache liegt.
Handyvideo als schockierender Beweis
Im Eingangsbereich des Hauses eskalierte die Lage dann völlig. Die Beamten sollen mit unverhältnismäßiger Brutalität gegen den Mann vorgegangen sein. Was sie offenbar nicht bemerkten: Ein Anwohner zeichnete den gesamten Einsatz mit seinem Mobiltelefon auf.
Die Aufnahmen, die später im Netz kursierten, zeigen erschütternde Szenen: Ein Polizist nutzt seinen Schlagstock und tritt zu, während sein Partner den Rucksack des Mannes wegwirft und ihm eine Pfefferspraydose gegen den Kopf schlägt. Die Attacke endete erst, als die Dose zerbarst und das Reizgas auch die Polizisten traf.
Die Einsatzkräfte nahmen den Mann im Anschluss mit zur Wache und sperrten ihn in eine Zelle. Doch damit nicht genug: Sie sollen eine Strafanzeige gegen ihn erstattet haben – wegen angeblichen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Ein Manöver, um die eigene Tat zu verschleiern?
Landgerichtssprecher Dr. Hans Logemann äußerte sich dazu bereits im März: „Um zu verdecken, dass sie unrechtmäßig Gewalt angewendet haben, sollen die Beamten unwahre Strafanzeigen gegen den Geschädigten als vermeintlichem Aggressor gefertigt haben“.
Fall landete wegen großer Bedeutung in Köln
Die Anklage wegen Freiheitsberaubung stützt sich auf die Zeit, die der Bergheimer in der Gewahrsamszelle verbringen musste. Der Vorwurf der Körperverletzung im Amt ergibt sich laut Gerichtssprecher nicht nur aus den Schlägen und Tritten, sondern auch aus einer Blutentnahme, die auf Basis der mutmaßlich erfundenen Anschuldigungen veranlasst wurde.
Das Video, das ein Anwohner gefilmt hatte und das kurz darauf online die Runde machte, dokumentiert keinerlei Gegenwehr des Mannes. Vielmehr deutet die Aufnahme auf rechtswidrige Gewalt durch die Polizei hin. Nachdem die Vorgesetzten der Polizisten die Aufzeichnung gesehen hatten, wurde sofort ein Verfahren gegen die eigenen Kollegen eingeleitet. Die beiden Beamten wurden wenige Tage später vom Dienst suspendiert. Aus Gründen der Neutralität übernahm das Polizeipräsidium in Köln die weiteren Ermittlungen.
Für die beiden Angeklagten steht ihre gesamte berufliche Zukunft auf dem Spiel. Das Gericht wird über das Strafmaß entscheiden. Im schlimmsten Szenario könnten einer oder beide ihren Beamtenstatus einbüßen. Dies wäre bei einer Haftstrafe von mindestens einem Jahr für eine vorsätzliche Straftat der Fall. Die Verurteilten würden dann rückwirkend alle Pensionsansprüche verlieren, selbst wenn die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Eine Entlassung aus dem Polizeidienst wäre die automatische Konsequenz. (red)
