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„Ehrenmord“ an Tochter (19)Kölner Fahnder spüren tatverdächtigen Vater auf

Polizei und Feuerwehr arbeiten an einem Tatort, die Straße ist abgesperrt.

Copyright: dpa

Der Vater gab nach dem Mord im Januar 2017 in Köln den Hinweis, wo die Leiche seiner Tochter liegt (Symbolfoto eines Einsatzes an einem Tatort in Köln in 2023). 

Aktualisiert:

2017 wurde die gerade mal 19-jährige Zare Gyndy in Köln ermordet. Jetzt haben Kölner Fahnder einen wichtigen Erfolg erzielt. 

Endlich! Neun Jahre nach dem Mord an der 19-jährigen Zare Gyndy in Köln, haben Fahnder den tatverdächtigen Vater aufgespürt. Das gaben Kölner Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag (7. August 2026) bekannt. 

Seit Ende Mai hatten die Ermittler ihre Fahndung nach dem mittlerweile 54 Jahre alten Hassan Gayas Gyndy intensiviert und sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung gewandt. Das brachte jetzt einen ersten Durchbruch in dem sogenannten Ehrenmord beziehungsweise Femizid. 

Polizei Köln intensiviert die Fahndung nach Hassan Gayas Gyndy

„Nachdem bereits in den letzten Wochen zahlreiche Hinweise eingegangen und ausgewertet wurden, konnte der Beschuldigte im Irak lokalisiert werden“, so eine Polizeisprecherin. Dabei sei nach der umfangreichen Berichterstattung in den kurdischen Medien auch der genaue Aufenthaltsort des Gesuchten bekannt geworden.

Gegen den 54-Jährigen liegt ein internationaler Haftbefehl wegen des Verdachts des Mordes vor (hier Fotos des Gesuchten). Die Polizeisprecherin: „Die Staatsanwaltschaft Köln hat nun auf dem Wege der Rechtshilfe ein Auslieferungsersuchen gestellt.“

„Wir wissen jetzt, wo er ist, dass er noch lebt. Da die Bundesrepublik Deutschland aber kein Auslieferungsabkommen mit dem Irak hat, bleibt jetzt abzuwarten, wie der Irak auf das Ersuchen reagiert“, erklärte Ulrich Bremer, Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, gegenüber EXPRESS.de. Hassan Fayas Gyndy ist irakischer Staatsbürger. 

Gyndy wird beschuldigt, am Abend des 4. Januar 2017 seine 19 Jahre alte schwangere Tochter in Köln ermordet zu haben. Die Tochter hatte sich dazu entschieden, ihr Elternhaus zu verlassen. Sie packte ihre Habseeligkeiten und teilte ihrem Vater mit, dass sie Zuflucht in einem Frauenhaus suchen will. Der bot seiner Tochter an, sie dorthin zu fahren. Doch die junge Zare und ihr ungeborenes Kind kamen dort nie an.

Nach Femizid in Köln: Vater flüchtet und ruft Polizei an

Vater und Tochter fuhren zwar gemeinsam los, doch im weiteren Verlauf des Abends soll Hassan Gayas Gyndy seine Tochter im Bereich des Höhenberger Rings in einem Gebüsch getötet haben. Laut Ermittler könnte ein mögliches Motiv darin liegen, dass er die Beziehung seiner Tochter sowie den Umstand, dass sie ein Kind von einem Mitglied einer anderen Religionsgemeinschaft erwartete, nicht akzeptieren und die Ehre der Familie wiederherstellen wollte. 

Nach dem Femizid floh der Vater, der yezidischen Glaubens ist, in den Irak und meldete sich dort bei der Polizei. Er gab an, wo sich die Leiche seiner Tochter befand. Seitdem war sein Aufenthaltsort unbekannt. 

Weitere Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 44 unter der Rufnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an mkzafira.koeln@polizei.nrw.de entgegen. (iri)

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