1

Zwei Jahre AlbtraumVerfahren gegen Kölner Karnevalspräsidenten eingestellt

Ex-Präsident der KG Alt-Köllen Stephan Degueldre

Copyright: privat

Ex-Präsident der KG Alt-Köllen Stephan Degueldre

Erst der Rücktritt, dann der Vorwurf, jetzt die Wende: Die Staatsanwaltschaft Köln hat das Ermittlungsverfahren gegen den früheren Präsidenten der KG Alt-Köllen eingestellt.

Stephan Degueldre hat lange gewartet. Zwei Jahre lang stand der Ex-Präsident der KG Alt-Köllen unter Verdacht. Beschuldigt von einem Mann, der sich – nachdem die KG Alt-Köllen kurz zuvor eine Strafanzeige gegen ihn bei der Staatsanwaltschaft Köln erstattet hatte – selbst bei der Polizei wegen Untreue zulasten des Vereins angezeigt hatte.

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Köln das Ermittlungsverfahren gegen Degueldre eingestellt.

Schaden in Höhe von bis zu 116.000 Euro

„Die Staatsanwaltschaft hat von einer Anklageerhebung abgesehen, weil man im Ergebnis nichts auf die Beweismittel geben konnte“, sagt Degueldres Anwalt Martin Bücher von Birkenstock Rechtsanwälte gegenüber EXPRESS.de. Konkret: Die Aussagequalität des Hauptbelastungszeugen – des früheren Schatzmeisters Stefan V. (Name geändert) – sei derart mangelhaft, dass die Staatsanwaltschaft Köln das Verfahren gegen Degueldre noch im Ermittlungsverfahren einer Einstellung zugeführt habe.

Anfang 2024 hatte sich Stefan V. bei der Polizei gemeldet und eigene Untreuehandlungen zulasten der KG Alt-Köllen eingeräumt, nachdem er kurz zuvor erfahren hatte, dass der Verein seine Taten aufgedeckt hatte.

Der dabei entstandene Schaden soll laut Bücher zeitweise auf bis zu 116.000 Euro beziffert worden sein.

Nach seiner Selbstanzeige teilte der Schatzmeister in seiner Gesellschaft kräftig aus und belastete eine Vielzahl weiterer ranghoher Vereinsmitglieder, allen voran den Präsidenten Deguledre. Er warf Degueldre vor, selbst Gelder veruntreut zu haben – und soll den Vorstand, die Polizei und den Präsidenten mit Briefen regelrecht überflutet haben. „Dabei hat er versucht, seine Verantwortung auf andere zu verschieben. Zwischenzeitlich hatte die Staatsanwaltschaft deshalb Ermittlungsverfahren gegen mehr als ein Dutzend Beschuldigte eingeleitet“, schildert Bücher.

Gleichzeitig soll V. Degueldre zwei persönliche Briefe, in denen er dessen vollständige Unschuld ausdrücklich bestätigte, geschickt haben. Anschließend soll er ihn weiter beschuldigt haben. Für Bücher ist der Fall damit klar: „Es ist erschreckend, dass der Verein dem Schatzmeister, der zugibt, selbst in die Kasse gegriffen zu haben, Glauben geschenkt hat, obgleich seine Angaben offenkundig Schutzbehauptungen waren, um Regressansprüche des Vereins gegen ihn auf andere Personen abzuwälzen.“ Die Staatsanwaltschaft hat offenbar ähnlich geurteilt. Stephan Deguledre ist damit weiterhin ein nicht vorbestrafter Mann.

Das Verfahren gegen Stefan V. selbst läuft weiterhin.

„Aufgrund der falschen Vorwürfe haben ihn zahlreiche Leute geschnitten“

Die strafrechtliche Entlastung kommt für Degueldres Ruf reichlich spät. Seit dem Zoff innerhalb der Gesellschaft, der im Januar 2024 öffentlich wurde und seinen Rücktritt als Präsident erzwang, mied das Karnevals-Umfeld ihn spürbar.

„Aufgrund der falschen Vorwürfe haben ihn zahlreiche Leute geschnitten“, sagt Bücher. Degueldre, der im Januar 2023 noch feierlich als Präsident der KG Alt-Köllen eingesetzt worden war, ist seither kaum noch aktiv in der Szene.

Im Rhein bei Deutz wurde am Donnerstag (6. August) eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe gefunden und entschärft.
Nach Bombenfund in Köln
Warnung! Rheinufer in Köln besser nicht betreten