Abo

Der „kölsche Timmy“Wal-Drama im Rhein – als „Moby Dick“ um sein Leben kämpfte

Jagd auf Moby Dick: Der Duisburger Zoodirektor Dr. Wolfgang Gewalt organisierte Tennisnetze, um den Beluga zu fangen. Aber Moby entkam seinen Verfolgern immer wieder (Archivfoto).

Copyright: picture alliance / dpa

Jagd auf Moby Dick: Der Duisburger Zoodirektor Dr. Wolfgang Gewalt organisierte Tennisnetze, um den Beluga zu fangen. Aber Moby entkam seinen Verfolgern immer wieder (Archivfoto).

Vor 60 Jahren sorgte ein weißer Wal für Riesenwirbel entlang des Rheins – auch in Köln wurde er gesichtet.

Während „Timmy“ in der Ostsee um sein Leben kämpft, gab es vor fast genau 60 Jahren ein ähnliches Tierdrama im Rhein! EXPRESS.de erinnert sich ...

„Im Rhein schwimmt ein weißer Wal“, meldete ein Rheinschiffer am 18. Mai 1966 der Duisburger Wasserschutzpolizei. Es ist der Auftakt zu sechs verrückten Wochen, in denen „Moby Dick“ die Menschen rheinauf, rheinab in Aufregung versetzt.

Beluga-Wal „Moby Dick“ – er sollte in den Duisburger Zoo

Rund vier Meter lang ist er, ein weißer Beluga-Wal, der sich vermutlich aus der Nordsee in den Rhein verirrte. Eine zoologische Sensation!

Schnell tauft ihn der Volksmund „Moby Dick“ – und sein Kapitän Ahab ist nicht weit. Der Duisburger Zoodirektor Dr. Wolfgang Gewalt will den Wal für seinen Zoo einfangen – zu dessen Schutz, versteht sich. Man fürchtet, das schmutzige Rheinwasser werde dem Tier nicht bekommen.

Moby sieht das anders, er lässt sich nicht fangen. Mehrere Tage dauert das Katz-und-Maus-Spiel bei Duisburg. Dann ist der Wal verschwunden, Richtung Holland. Am 27. Mai titelt der EXPRESS „Moby ist im Ijsselmeer“ – die Rheintour scheint beendet.

Doch Moby kehrt zurück. Am 30. Mai ist er wieder im Rhein unterwegs. Und diesmal besucht er auch Köln!

Moby ist eine Sensation: Hier ist ihm ein Team ganz dicht „auf den Flossen“ (Archivfoto).

Copyright: picture alliance / dpa

Moby ist eine Sensation: Hier ist ihm ein Team ganz dicht „auf den Flossen“ (Archivfoto).

Am 10. Juni wird er kurz nach Mittag von der Wasserschutzpolizei an der Kölner Stadtgrenze gesichtet. Er scheint es eilig zu haben, schwimmt zügig stromaufwärts. Am Morgen des 14. Juni ist er an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz, dort ändert er die Richtung. Er rast geradezu stromabwärts, schon um 16.30 Uhr wird er wieder an der Kölner Südbrücke gesichtet, eine Stunde später schon vor Niehl.

Moby ist abgemagert und geschwächt, Beobachter bangen um sein Leben. Doch er schwimmt weiter, überquert erneut die holländische Grenze. Am 18. Juni hat er es endlich geschafft: Bei Hoeck van Holland schwimmt Moby zurück in die Nordsee: Er ist wieder zu Hause...

Das „brausende Rheinmonster“

Moby war nicht der erste Wal vor Köln. Chroniken berichten, dass im September 1688 ein rund sieben Meter langer Wal „mit großem Gebrüll und Brausen“ an Köln vorbei bis zum Oberrhein schwamm.

Im Frühjahr 1689 kehrt er um, am 8. April endet seine Reise bei Köln: Auf einer Rheininsel zwischen Stammheim und Niehl wird er angeschwemmt, mit Einschüssen in Kopf und Seite. Der Schütze bleibt unbekannt.

Könnt ihr euch an die Jagd auf „Moby Dick“ erinnern? Habt ihr noch Fotos von damals? Wart ihr womöglich bei dem Einsatz dabei? Erzählt uns eure Geschichte. Jetzt hier schnell und einfach hochladen. Oder schreibt eine Mail an matthias.trzeciak@kstamedien.de

Hau raus!

Werde Leserreporter/in

Der Artikel von Lisa Zehner erschien am 25. Mai 2011 im EXPRESS in der Reihe „Kölner Zeitreise“.

Karl Lambertin (Fortuna Koeln) Aktion lks. Wolfgang Fahrian 4 - 1971 HM

Karl Lambertin Fortuna Cologne Action shot LKS Wolfgang Fahrian 4 1971 HM

Karl Lambertin feiert 90.

Dieser Kölner hält einen DFB-Pokalrekord