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Wichtige Rheinbrücke gesperrtScharfe Kritik auch von Kölner Partei

Die Bonner Nordbrücke ist gesperrt worden.

Copyright: Benjamin Westhoff/dpa

Die Bonner Nordbrücke (Friedrich-Ebert-Brücke), eine wichtige Ost-West-Autobahnbrücke, ist ab sofort dicht.

Aktualisiert:

Die Nachricht zur Vollsperrung der Bonner Nordbrücke kam kurzfristig, unmittelbar vor Fronleichnam.  

Die Vollsperrung der Bonner Nordbrücke: eine Katastrophe für den Verkehr, die Bevölkerung und viele Unternehmen. 

Aus der Politik sind seit der Sperrung, die am Mittwochnachmittag (3. Juni 2026) erfolgte, zahlreiche Stellungnahmen eingegangen. So sieht sich die Kölner Stadtgesellschaft (KSG) bestätigt: Die Vollsperrung verschärfe die Verkehrsprobleme auch im Kölner Süden. 

KSG: „Bonn schiebt sein Verkehrsproblem weiter nach Köln“

Denn zehntausende Fahrzeuge aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis müssen auf alternative Rheinquerungen ausweichen. Die Hauptlast werde erneut auf die Rodenkirchener Brücke und die A555 verlagert, so die scharfe Kritik.

„Was wir im Februar vorausgesagt haben, tritt nun ein. Bonn schiebt sein Verkehrsproblem weiter nach Köln. Die Leidtragenden sind die Menschen im Kölner Süden, die Pendlerinnen und Pendler sowie die Anwohner entlang der Ausweichstrecken“, erklärt Torsten Ilg, Co-Fraktionsvorsitzender der FDP/KSG-Fraktion in der Bezirksvertretung Köln-Rodenkirchen.

Nach Auffassung der KSG droht insbesondere im Berufsverkehr ein täglicher Verkehrsinfarkt auf der A555, in Köln-Rodenkirchen und an den Zufahrten zur Rodenkirchener Brücke. Bereits heute zähle dieser Bereich zu den am stärksten belasteten Verkehrsachsen der Region. 

Gefordert wird eine großräumig Umleitung. Die Rodenkirchener Brücke dürfe nicht zur Dauerumleitungsstrecke für den überregionalen Transitverkehr werden, heißt es seitens der Partei, die zudem ein sofortiges regionales Verkehrskonzept für die Dauer der Sperrung sowie eine enge Abstimmung zwischen Köln, Bonn und den betroffenen kreisen fordert.

Anfang 2026 war die Bonner Nordbrücke in einem ersten Schritt für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt worden. Jetzt, kurz vor Fronleichnam die Nachricht über die Vollsperrung.

Landrat Schuster: Information über die Vollsperrung kam völlig überraschend

Die CDU hält eine umgehende Einberufung des Krisenstabs durch den Bonner Oberbürgermeister Guido Deus für eine angemessene Sofort-Reaktion. Es sei richtig, die nun ausgeweitete Prüfung aller möglichen Maßnahmen ohne Rücksicht auf Feiertage und Wochenenden voranzutreiben.

Die Vollsperrung der Bonner Nordbrücke ab Mittwoch (3. Juni), 15 Uhr, war kurzfristig erst am selben Tag durch die Autobahn GmbH bekanntgegeben worden. Neben dem Bauwerk sind auch Abschnitte der A565 betroffen. Eine Prüfung der Brücke, bei der nicht nur Risse im Beton, sondern auch durchgerosteter Betonstahl entdeckt worden waren, hatte sofortiges Handeln gefordert.

Auch für den Rhein-Sieg-Kreis sei die Information über die Vollsperrung völlig überraschend gekommen, erklärt Landrat Sebastian Schuster. „Wir haben keinerlei Vorwarnungen seitens der Autobahn GmbH bekommen und es kann keine Rede davon sein, dass Ausweichrouten in enger Abstimmung mit uns vorbereitet wären.“ 

Die SPD-Fraktion im Bonner Rat spricht von einem GAU für Bonn. Kurz nach der Sperrung kam es am Mittwochnachmittag bereits in mehreren Teilen, unter anderem in der Bonner Innenstadt sowie Altstadt, zum Verkehrschaos. „Wir brauchen jetzt einen Brückenbauturbo“, fordert die Fraktionsvorsitzende Angelika Esch.

Die Forderung des Verkehrsclubs Deutschland (VCD): Die Nordbrücke muss so bald wie möglich im Verhältnis 1:1 neu gebaut werden. „Wenn jetzt alle an einem Strang ziehen und Druck auf den Bundesverkehrsminister machen, würde es erheblich schneller gehen. Auch ein Bau-Turbo wäre sicherlich sinnvoll“, so der Vorsitzende Rainer Bohnet. Die FDP erwartet das jetzt ebenfalls. „Das duldet keinen Aufschub“, sagt Christian Koch, Vorsitzender der Kreistagsfraktion Rhein-Sieg. (iri)

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