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Mit Blick auf den Kölner RheinWas harmlos aussieht, ist trotzdem lebensgefährlich

Ein Mann steht bei Niedrigwasser im Rhein in Köln-Niehl. Könnte man durch den Fluss laufen?

Copyright: Leserfoto Rolf N.

Gefährliche Aktion! Ein Mann steht bei Niedrigwasser im Rhein in Köln-Niehl. Könnte man durch den Fluss laufen?

Aktualisiert:

Der Rhein steht so niedrig, dass immer mehr Kölner am Ufer stehen und sich dieselbe Frage stellen. Wir klären, was wirklich passiert, wenn man es versucht.

Sandbänke, wo sonst Wasser ist. Steine, Muscheln, alte Fahrräder – der Rhein gibt bei Niedrigwasser Dinge frei, die sonst niemand zu sehen bekommt.

Am Donnerstagmittag zeigte der Kölner Pegel nur noch 80 Zentimeter. Und mit jedem Zentimeter, den der Fluss schrumpft, kommt bei Spaziergängern am Ufer dieselbe Frage auf: Kann ich da eigentlich einfach durchlaufen?

Was der Pegelstand wirklich bedeutet

Die kurze, klare Antwort: nein. Auch wenn der Rhein gerade harmlos aussieht – er ist es nicht.

Wichtig zu wissen: Der Pegel misst nicht die tatsächliche Wassertiefe des Flusses. Er ist ein Bezugswert an einer festen Messstelle – die Fahrrinne in der Mitte des Rheins ist deutlich tiefer (circa einen Meter) als die 80 Zentimeter, die auf der Anzeige stehen. Heißt: Der Rhein ist aktuell tatsächlich 1,80 Meter tief. Wer also glaubt, bei niedrigem Pegel stehe das Wasser überall nur knietief, liegt falsch.

„Durchzulaufen, wäre lebensgefährlich“, warnen die Stadtentwässerungsbetriebe der Stadt Köln (StEB). „Denn die Fließgeschwindigkeit des Flusses verringert sich mit sinkenden Pegeln nicht.“

Wie außergewöhnlich die aktuelle Lage ist, zeigt der Blick zurück: Den absoluten Tiefstwert erreichte der Kölner Pegel am 23. Oktober 2018, damals stand er im Mittel bei 69 Zentimetern.

Mit 80 Zentimetern liegt der Rhein aktuell also nur wenige Zentimeter über diesem historischen Wert.

Warum Durchlaufen lebensgefährlich ist

So verlockend das Bild der freigelegten Sandbänke auch ist – der Rhein bleibt eine der meistbefahrenen Wasserstraßen Europas. Die Strömung ist auch bei Niedrigwasser stark und von außen kaum einzuschätzen. Immer wieder kommt es zu tödlichen Rheinunfällen.

Der Grund fällt oft plötzlich steil ab, der Untergrund ist rutschig und uneben. Dazu kommt der Schiffsverkehr: Große Frachter erzeugen Sog und Wellen, die selbst geübte Schwimmer in Sekunden in Schwierigkeiten bringen können.

Ein Foto von der Sandbank – gern. Aber der Schritt ins Wasser? Den sollte sich niemand erlauben. Der Rhein sieht bei 80 Zentimetern zahm aus. Er ist es nicht.

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