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Was für ein schecklicher Rekord22 Tote in NRW – nur in einem Monat

Das Ordnungsamt kontrolliert das Badeverbot im Rhein am Strand in Rodenkirchen (Archivbild).

Copyright: Alexander Schwaiger

Das Ordnungsamt kontrolliert das Badeverbot im Rhein am Strand in Rodenkirchen (Archivbild).

Rekordzahl an Badetoten: Während der Hitzewochen im Juni forderten unterschätzte Strömungen, Fehleinschätzung und Alkohol in NRW viele Opfer.

Die Zahl der Badetoten in Nordrhein-Westfalen ist im Hitzemonat Juni im Vergleich zum Vorjahr deutlich größer geworden. Während es in dem Monat 2025 noch 12 tödliche Unfälle im Wasser gab, zählte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) jetzt im Juni 22 Badetote. Das ist ein Anstieg um über 80 Prozent. In keinem anderen Bundesland zählte die DLRG in diesem Zeitraum mit der Rekordhitze mehr Opfer.

Besonders an den heißen Tagen häuften sich in NRW innerhalb kürzester Zeit die Fälle vermisster oder verstorbener Badender. In den vergangenen Jahren hatte es vor allem am Rhein aufgrund der starken Strömungen und Sogwirkungen durch vorbeifahrende Frachtschiffe immer wieder tödliche Badefälle gegeben. Laut DLRG starben im vergangenen Jahr allein 12 Menschen bei Badeunfällen am Rhein in NRW.

Konsequenz: Badeverbot im Rhein

Die DLRG schätzte die vielbefahrene Wasserstraße als eines der gefährlichsten Gewässer Deutschlands für Schwimmer ein. Seit vergangenem Sommer hatten zahlreiche Städte und Kreise am Rhein deshalb ein Badeverbot für den Fluss ausgesprochen.

Die ersten kommunalen Maßnahmen griffen ab Mitte August 2025. Ob das Badeverbot einen Effekt auf die Zahl der Badetoten hat, lasse sich deshalb erst nach der aktuellen Saison beurteilen, betonte ein Sprecher der DLRG Nordrhein. „Die Leute suchen sich in Teilen andere Wasserflächen und da steigen die Zahlen dann wiederum“, sagte er weiter.

Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen. Als Baden gilt schon das knöcheltiefe Waten im Wasser. Wie die Stadt Düsseldorf mitteilte, überprüfe dort das Ordnungsamt etwa am Wochenende verschiedene Uferbereiche.

Deutschland: So viele Badetote wie seit 20 Jahren nicht mehr

Bundesweit gab es im vergangenen Monat den Angaben nach mindestens 99 Badetote. So viele Menschen ertranken seit über 20 Jahren in keinem Juni mehr. Zuletzt wurden nur im Hitzesommer 2003 mit 107 verunglückten Menschen mehr Badetote im Monat Juni gezählt.

Viele Menschen würden die Gefahr von Strömung und Temperaturunterschieden im Wasser unterschätzen, betonte die DLRG. Hinzu komme oftmals eine Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten und mitunter der Einfluss von Alkohol.

Über 90 Prozent der dokumentierten Todesopfer im Juni waren den Angaben nach männlich, 40 Menschen außerdem nicht älter als 30 Jahre alt. Das treffe auch auf viele Opfer in NRW zu, wie der Sprecher der DLRG Nordrhein mitteilte. „Man stellt fest, dass junge Männer sich öfter nicht an die Regeln halten“, sagte er. „Diese Leichtsinnigkeit wird oft mit dem Leben bezahlt“.

Die DLRG rät, grundsätzlich nur an geeigneten und bewachten Stellen baden zu gehen - und dabei die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen. In der Nähe von Wasser müssten Kinder zudem stets aufmerksam beaufsichtigt werden. Auf Alkohol sollte im und am Wasser verzichtet werden. (dpa)

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