Nur 80 Zentimeter Pegel – und plötzlich sieht man, was Köln alles im Rhein versenkt hat.
Teilweise sehr gefährlichJetzt wird das Übel im Kölner Rhein sichtbar

Copyright: Matthias Trzeciak
Niedrigwasser im Rhein zeigt am Donnerstag (16. Juli) den Müll im Bereich der Hohenzollernbrücke. Auch E-Scooter mit Akkus liegen im Rhein.

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Fahrräder, halb im Schlamm versunken. E-Roller, die auf dem Grund liegen. Mittendrin ein Einkaufswagen, überzogen von Algen. Auch Absperrgitter liegen im Wasser.
Wer dieser Tage am Kölner Rheinufer unter der Hohenzollernbrücke steht und ins Wasser schaut, traut seinen Augen kaum: Der Fluss gibt preis, was sonst im Trüben liegt.
Niedrigwasser im Rhein: Jetzt wird der Müll sichtbar
Grund ist der niedrige Rheinpegel. Am Donnerstag um 12 Uhr lag er bei gerade einmal 80 Zentimetern. So flach ist das Wasser derzeit, dass der Blick bis auf den Grund reicht – und dort liegt jede Menge Müll.
Und das ist kein Einzelfall, sondern ein Riesenproblem: Eine Kölner Studie hat erst kürzlich gezeigt, wie viel Müll im Rhein unterwegs ist. Demnach treiben jährlich zwischen 19,4 und 30,4 Millionen Müllteile an Köln vorbei Richtung Nordsee – das entspricht bis zu 5,9 Tonnen Abfall pro Tag. Erfasst wurden die Daten an der schwimmenden Müllfalle „RheinKrake“, die im Rhein bei Köln verankert ist und vom Umweltschutzverein K.R.A.K.E (Kölner-Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit) betrieben wird.
Besonders bitter: Rund 70 Prozent der gefundenen Gegenstände bestehen laut Studie aus Kunststoff, mehr als die Hälfte stammt aus dem privaten Konsumbereich. Und nach Großevents wie Karneval, Silvester oder Messen schnellen die Mengen demnach in die Höhe – unter anderem wegen Feuerwerksresten und Einwegverpackungen.

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Auch dieser Einkaufswagen wurde im Rhein gesichtet.
Vor allem die E-Roller sind mehr als nur ein hässlicher Anblick. Darauf hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schon vor Jahren hingewiesen: Liegen die Scooter im Fluss, können ihre Akkus korrodieren, es treten nach und nach Inhaltsstoffe aus – und das belastet das Gewässer. Verantwortlich seien die Verleiher, so der Umweltverband. Rund um die Hohenzollernbrücke gab es schon 2021 einen Massenfund von mehr als 500 versenkten E-Scootern.
Wie all der Unrat in den Rhein gekommen ist, lässt sich im Einzelnen kaum sagen. Klar ist nur: Weggeworfen, versenkt, vergessen – jetzt liegt er offen für alle sichtbar im Rhein.
Bleibt die Frage, die sich beim Blick ins Wasser sofort aufdrängt: Wer holt das alles wieder raus? Selbst bei schwimmendem Müll gibt es laut der K.R.A.K.E bislang keine klar geregelte Zuständigkeit in Deutschland.
Um die gefährlichen Roller aus dem Rhein zu holen, plant der Umweltschutzverein aktuell eine Bergungsaktion, die am Samstag (18. Juli) stattfinden soll.
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