11.11. in Köln WDR macht bei der Absage einen entscheidenden Fehler

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Das WDR-Gebäude in Köln. 

Köln – Man hat sich beim WDR und der Willi-Ostermann-Gesellschaft die Entscheidung nicht leicht gemacht und die Übertragung am 11.11. aus der Wagenbauhalle in Köln abgesagt. Zeitgleich kündigt der WDR an, „Erinnerungen aus vergangenen Jahren“ zur Sessionseröffnung senden zu wollen. Das verwirrt die Zuschauer mächtig, meint unser Autor. Ein Kommentar.

Im Kölner Karneval muss man nicht immer alles verstehen. Was die Jecken sehr wohl verstanden haben, wenn auch zähneknirschend: Die Live-Sendung am 11.11. ist aufgrund der aktuellen Lage nicht durchführbar. Zu viele Mitarbeiter und zu viele Bands könnten trotz akribischer Hygienemaßnahmen Gefahr laufen, sich anzustecken. Ein Punkt, der in diesen Zeiten richtig und wichtig ist. Auch wenn er vor allen Dingen den Künstlern und den Ostermännern weh tut.

11.11. in Köln: Absage war richtig, die Argumente nicht

Ein weiterer Grund spielte bei der Absage eine Rolle: Aus Respekt vor Betroffenen der Pandemie wolle man nicht senden. Zudem sei die Inzidenzzahl so hoch, dass man womöglich zu „Privatpartys“ beitragen würde. Auch das ist ein sinniges Argument des WDR.
So weit ist alles richtig gemacht worden.

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Ein Foto aus besseren Tagen: Die Bühne am 11.11. 2019 mit Brings. Traditionell veranstaltet die Willi-Ostermann-Gesellschaft die Sessionseröffnung.

Doch zeitgleich sorgt der WDR für sehr viel Verwirrung und führt seine eigenen Argumente ad absurdum: Statt der Übertragung wolle man dann Erinnerungen aus den letzten Jahren senden. Also 11.11.-Schnipsel aus der Retorte!

Moment mal: Ist diese Entscheidung dann respektvoller gegenüber den Opfern der Pandemie? Feiert man zu einem Hit von 2018 weniger, als 2020? Nein, damit führt man die Zuschauer komplett in die Irre.

11.11. in Köln: WDR sendet abends trotzdem Musikshow

Ganz oder gar nicht, WDR! Wenn man den Bands neben der Ansteckungsgefahr in der Wagenbauhalle „etwas Gutes“ hätte tun wollen, dann mit einer abgespeckten Version, beispielsweise mit Moderation und eingespielten Videos mit leisen Tönen. Das wäre allemal besser gewesen, als jetzt auf die „Retorte“ zu setzen.

Das wichtigste Argument: Tagsüber am 11.11. wurde die Veranstaltung abgesagt, aber am Abend zur besten Sendezeit will man an der Show „Sing mit Köln“, ebenfalls mit den Top-Bands, festhalten? Das passt schon mal überhaupt nicht mehr zusammen. Ist abends dann die Party-Gefahr geringer? Oder ist der Respekt vor den Opfern der Corona-Krise zur besten Sendezeit nicht mehr so wichtig?

Köln: WDR muss eine Linie beibehalten

Damit verpasst man den Ehrenamtlern der Willi-Ostermann-Gesellschaft, die morgens unter der Absage leiden, einen gehörigen Tritt vor das Schienbein.

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Dieses Foto ist Geschichte: Die Sessionseröffnung 2019 mit dem Dreigstirn um Prinz Christian Krath. In diesem Jahr wird alles anders ablaufen.

Deshalb hinken die Argumente der Absage doch sehr. „EntWDR, oder“ war mal ein Werbespruch des Westdeutschen Rundfunks. Deshalb: Entweder, man sagt an diesem Tag alles ab mit den genannten guten Begründungen. Oder, man sendet morgens aus der Retorte und dann abends eine Musikshow. Letztere Entscheidung wäre an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten.

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